Eigentlich sollen Deutschland und Frankreich rasch ihre gigantischen Defizite in den Griff bekommen, doch nun bremst IWF-Chef Strauss-Kahn das Tempo. Neues Motto: gemach, gemach.
Hü und hott im Kreuzgalopp: Eigentlich sollen Deutschland und Frankreich rigoros sparen, um ihre horrenden Haushaltsdefizite in den Griff zu bekommen. Doch schon mahnt der Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF), Dominique Strauss-Kahn, die Schuldenmacher. Sein Motto: gemach, gemach!
IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn spielt gerade den Weltfinanzminister, weil der IWF bei der Euro-Rettung ein gewichtigesWort mitspricht. Jetzt ermahnt er Deutschland und Frankreich. (© Foto: Reuters)
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Große Angst um die Konjunktur
Bei einer zu raschen Senkung der EU-Defizite könnte das Wachstum abwürgen, sagte Strauss-Kahn in einem Interview mit dem TV-Sender France 2. Die Eurozone benötige eine starke Wirtschaftskontrolle und eine Wachstumspolitik, um die gegenwärtige Krise zu bewältigen.
Er sei besorgt, dass Deutschland und Frankreich mit ihren Sparmaßnahmen in Europa voranschritten. "Wir müssen die Defizite reduzieren, aber dürfen keinen zu großen Druck ausüben", sagte Strauss-Kahn. Ein Defizit von drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts bis 2012/2013 sei nicht in Stein gemeißelt. Die hoch verschuldeten Länder Griechenland, Portugal und Spanien müssten indes ihre Schulden zurückführen.
Außerdem forderte Strauss-Kahn eine größere Koordination in Europa. "Ich glaube nicht, dass die Eurozone in Gefahr ist zu explodieren. Es besteht jedoch das Risiko, dass sie nur schlecht funktioniert", fügte er hinzu.
Massive Kritik aus den USA
Gleichzeitig regt sich Widerstand in den USA gegen den IWF. Aus Protest gegen die Rolle des Fonds in der europäischen Schuldenkrise wollen republikanische Kongressabgeordnete den Einsatz von US-Steuergeldern verhindern. Die USA würden als größter Beitragszahler des IWF indirekt für jene bis zu 250 Milliarden Euro mithaften, die der IWF für das Euro-Rettungspaket zur Verfügung stellen will, heißt es in einem in Washington vorgestellten Gesetzentwurf.
"Wir dürfen nicht zulassen, verantwortungslose Länder zu retten, ehe unser eigenes Haus in Ordnung ist", sagte der republikanische Senator Jim DeMint. "Eine Krise, die durch Verschuldung und Ausgaben entstanden ist, können wir nicht durch weitere Verschuldung und Ausgaben lösen", sagte er weiter. "Das ist ein falscher Ansatz, und Amerika sollte da nicht mitmachen."
Sein Parteifreund Mike Pence, ein Mitinitiator des Gesetzes, forderte ein rasches Eingreifen des Kongresses. "US-Steuerzahler könnten sonst schon bald für weitere 50 Milliarden Dollar geradestehen müssen, um über den IWF Länder wie Italien, Spanien oder Portugal zu retten." Der Entwurf sieht vor, dass US-Gelder nur dann über den IWF fließen dürfen, wenn die Empfängerländer strikte Sanierungsmaßnahmen ergriffen haben.
(sueddeutsche.de/Reuters/AFP/mel/pak)
65. Filmfestspiele Cannes
Deutschland und Frankreich solles was in den Griff bekommen? Ich denke die sollen Milliarden nach Griechenland pumpen. Wenn die aber selbst ein gefährliches Defizit haben, dann hilft der kranke Mann den Toten.
Euro = Gammelgeld und sonst nichts!
Als ich eben so um den Heider Bergsee gejoggt bin kam es mir schon wieder in den Sinn " Die Banken werden schließen", Lebensmittelmärkchen und überhaupt Chaos!!!
Liebe Politiker und Wirtschaftsoberste , es kann doch nicht sein , daß sich ein Markt nicht regulieren läßt , indem er einfach auf Geld zurückgreift , welches auch wirklich vorhanden ist .
ist demzufolge genauso gescheitert wie der Sozialismus in der DDR. Wo ist denn nur der Unterschied, die DDR war hochverschuldet, keiner wollte mehr Kredite gewähren, das und andere Gründe waren der Untergang dieses Systems. Aber ehrlich, wo ist denn der Unterschied zu heute. Ein hochverschuldetes Land und minderwertige Sozialsicherungssysteme.
Sparen würde ich als erstes bei denen, die grundsätzlich mehr als 30.000 brutto im Jahr verdienen. Dies ist meiner Meinung der Satz, mit dem ein vernünftiges Leben in Deutschland zu händeln ist. Alles andere ist Luxus !!! Das ist Fakt. Hat den schonmal die Kanzlerin oder irgendeinanderer der Politikerrige gesagt, er verzichtet mal auf 1000 seines 10.000 Bezugs pro Monat. Die die ihre Bezüge selbst regulieren hacken sich doch gegenseitig niemals ein Auge aus !
.. wenn es keine Sanierungsmaßnahme schaffen kann die Länder aus der Schuldenspirale zu ziehen, und es niemals zu einer echten Tilgung kommt ?
Ich habe nämlich das leise Gefühl, daß dem so ist.
Wer glaubt denn wirklich daran, daß wir unsere Schulden irgendwann ABBAUEN könnten ? Ist den Leuten nicht bewusst wieviel man dafür einsparen müsste ? Schäuble ist unterwegs 3 Milliarden bei den Ländern einzusparen.. das ist doch ein schlechter Scherz. Das reicht nichtmal um die Zinsen zu bezahlen die manche Bundesländer auf ihre Schulden zu zahlen haben. Wir müssten adhoc mindestens so 60-70 Milliarden einsparen, jedes Jahr.
Aber wo denn ? Die Politik sieht hilflos zu wie das Kapital das man rief uns nun die Haare vom Kopf frisst.
Wir sollten lieber so schnell es geht klar Schiff machen und die Schulden entwerten, ganz egal welche Konsequenzen das für irgendwelche Reichen hat. Es geht so nicht weiter.
dann fällt es auch leichter sich ein Bild vom Status Quo und möglichen Exit-Strategien zu machen.
Ursächlich für unsere gegenwärtige Krise ist die Liquiditätspolitik der zurückliegenden Jahre. Jedes Konjunkturdellchen und jede Korrektur auf den Aktienmärkten wurde mit zusätzlicher (geborgter) Liquidität "ausgebügelt".
Nun ist es gekommen wie es kommen musste - Die Droge Geld wirkt nicht mehr. Das Vertrauen in die Schuldner und damit in das Geld selbst schwindet.
Der einzig seriöse Ausweg wäre tatsächlich sparen - nur diese Sparsamkeit zieht auch zwangsläufig genau die Rezession nach sich, die wir bis dato mit Liquidität "weggeschminckt" haben.
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