Die Liberalen hoffen, durch steigende Steuereinnahmen mehr Spielraum für ihre Wahlversprechen zu bekommen. Doch die Steuerschätzer sehen da schwarz.
Die Hoffnungen der schwarz-gelben Koalition auf einen raschen und kräftigen Wiederanstieg der Steuereinnahmen werden sich nicht erfüllen. Die Steuerschätzung in gut zwei Wochen wird nach Angaben aus Expertenkreisen keine positive Botschaft bringen. So wird der Bund in diesem Jahr voraussichtlich mit Einnahmen von etwa 215 Milliarden Euro auskommen müssen. 2011 könnten gut 220 Milliarden Euro zusammenkommen. Das entspräche in etwa den Werten, die sich schon bei den beiden jüngsten Steuerschätzungen ergeben hatten.
Wenn das Geld fehlt: Die Wachstumsprognose, die Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) am Mittwoch vorstellen will, gibt wenig Anlass zur Zuversicht. (© Foto: ddp)
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Auch die Wachstumsprognose, die Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) am Mittwoch vorstellen will, gibt wenig Anlass zur Zuversicht. Die Fachleute der Regierung gehen für 2010 von einem Wachstum von 1,4 Prozent aus. 2011 soll die Wirtschaftskraft um 1,6 Prozent zulegen. Das ist deutlich weniger als im Finanzplan von Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) unterstellt, wodurch die notwendigen Sparanstrengungen erschwert werden. An diesem Montag wollen sich die zuständigen Ministerien auf endgültige Zahlen verständigen.
Die Koalition hatte darauf gehofft, dass ihr die Schätzung Anfang Mai neue "Spielräume" für die vor allem von der FDP gewünschten Steuersenkungen eröffnen würde. Stattdessen muss der Bund nun weiterhin mit Einnahmen planen, die die Ausgaben bei weitem nicht decken. Nach den Plänen der Liberalen sollen Bürger und Unternehmen von 2012 an pro Jahr 16 Milliarden Euro weniger an den Fiskus überweisen müssen als bisher. Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte dagegen betont, Zeitpunkt und Umfang der im Koalitionsvertrag vereinbarten Entlastungen hingen vom Ergebnis der Steuerschätzung ab. Schäuble äußerte leise Kritik am Vorhaben der Liberalen. Wichtiger sei es, sich zunächst um die schwierige Finanzlage der Kommunen zu kümmern, sagte er dem Spiegel.
Nach Angaben aus den Kreisen der Steuerschätzer werden die Einnahmen des Staates vermutlich erst 2013 wieder das Niveau erreichen, das sie vor dem Beginn der Wirtschafts- und Finanzkrise im Jahr 2008 hatten. Damals hatten Bürger und Betriebe knapp 240 Milliarden Euro an den Bund überwiesen. Dass die Summe in diesem Jahr deutlich geringer ausfallen wird, ist außer der Rezession des vergangenen Jahres auch dem sogenannten Wachstumsbeschleunigungsgesetz geschuldet, das die schwarz-gelbe Koalition unmittelbar nach Amtsantritt in Kraft gesetzt hatte.
Es umfasste ebenfalls Steuererleichterungen, darunter die umstrittene Einführung des ermäßigten Mehrwertsteuersatzes für Hoteliers. "Das Gesetz war zumindest in Teilen sinnvoll, weil damit die Konjunkturentwicklung weiter stabilisiert wurde. Ohne die Reform wären allerdings die Steuereinnahmen in diesem Jahr höher ausgefallen als noch im November erwartet", sagte ein Steuerschätzer.
Obwohl die Summe der Steuereinnahmen auch 2011 noch auf einem sehr niedrigen Niveau liegen wird, könnte sich die Aufstellung des nächsten Bundeshaushalts als nicht ganz so schwierig erweisen wie zunächst befürchtet. So wird beispielsweise die Zahl der Arbeitslosen aller Voraussicht nach deutlich hinter den bisher pessimistischen Prognosen zurückbleiben. Entsprechend geringer könnte der Bundeszuschuss an die Bundesagentur für Arbeit ausfallen.
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(SZ vom 19.04.2010/segi)
Ups!
||Die Hoffnungen der schwarz-gelben Koalition auf einen raschen und kräftigen Wiederanstieg der Steuereinnahmen werden sich nicht erfüllen.||
Das würde ja bedeuten, dass die Wirtschaftnicht den politischen Vorgabgen folgt.
Na damit war ja wohl wirklich nicht zu rechnen...
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Das typische Szenario dieser CDU / FDP Regierung, sie gehen immer von Wachstumsraten aus, ohne etwas für Wachstum zu tun, sie wissen nicht einmal, was sie tun Könnten. Das Geld der zu hohen Schätzungen wird natürlich dennoch ausgegeben, jetzt ist der Schuldenstand schon über 1,7 Billionen Euro, Tendenz steigend. Tendenz der Zinsleistungen steigend. Bezahlt werden die Zinsen mit neuen Schulden, Tendenz steigend. Tendenz der Steuereinnahmen eher sinkend. Dafür versprechen uns CDU FDP demnächst wieder ein tolles Leben mit niedrigeren Steuern und steigendem Konsum.
[Man muss sehen, dass die Leistungsträger der mittleren und niedrigen Einkommen am Meisten in den Staat einzahlen - proportional gesehen. Hier wäre eine Entlastung gut.]
Entschuldigen Sie, wenn ich Ihnen hier widersprechen muss. Das Problem ist doch, dass man die Kapitalerträge ständig bevorzugt, dagegen aber Erträge/Einkünfte aus Tätigkeiten immer weiter benachteiligt.
Schauen Sie sich doch die Gesetze genauer an. Die Unternehmen werden gezwungen mehr Fremdkapital anzuhäufen, weil das Eigenkapital immer mehr zum toten Pferd (Fachausdruck: totes Kapital) wird (sich sogar negativ auswirkt).
Diese Gesetze fördern gerade die Marktmacht der Banker, welche die noch geradezu auffordern, mit dem Geld ins Kasino zu gehen. In Krisenzeiten (wie der Bankenkrise z.B.) hat diese Branche die Narrenfreiheit schlechthin. Die Unternehmen müssen höhere Zinsen zahlen (weil sie zu wenig Eigenkapital besitzen und somit keine gute Sicherheit bieten können), auf der anderen Seite zwingt man den Staat (durch den Mangel an Kapital) irgendwelche Rettungsfonds bereitzustellen.
Hier muss man eingreifen, damit es den Bürgern besser geht. Die Steuersenkungen bringen langfristig überhaupt nichts!
Die Steuern für die Leute mit niedrigen Einkommen zu senken, ist richtig. Man muss sehen, dass die Leistungsträger der mittleren und niedrigen Einkommen am Meisten in den Staat einzahlen - proportional gesehen. Hier wäre eine Entlastung gut.
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