Jeder Bürger erhält ab sofort eine neue Steueridentifikationsnummer. Was sich ändert, und was bleibt - die wichtigsten Fragen und Antworten.
Von der Wiege bis zur Bahre - Formulare, Formulare. Mit diesem Reim macht sich der Steuerzahler lustig über die staatliche Verwaltung, insbesondere die Finanzämter.
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In Zukunft bekommt jeder Bundesbürger von Geburt an eine Steuernummer. (© Foto: ddp)
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Künftig werden ihn neben den Formularen auch noch eine Steueridentifikationsnummer (Steuer-ID) sein Leben lang begleiten. Das Bundeszentralamt für Steuern beginnt heute, die Nummern an die 82 Millionen Bürger zu verschicken. Auch Säuglinge werden künftig eine solche Nummer erhalten.
Was ist die Steuer-ID?
Die Nummer besteht aus zehn Ziffern und einer Kontrollzahl am Ende. Das Bundeszentralamt für Steuern speichert die Steuer-ID zentral in Bonn und ordnet ihr Name, Anschrift, Geschlecht, Geburtstag und -ort, eventuell vorhandene Geburts- und Künstlernamen zu, außerdem das zuständige Finanzamt.
Die Steuer-ID wird sich nicht mehr ändern und den Bürger sogar bis über den Tod hinaus begleiten. Denn da der Fiskus noch Erbschaftsteuerfälle zu bearbeiten hat, wird die Steuer-ID erst 20 Jahre nach dem Tod des Steuerzahlers gelöscht.
Warum gibt es die neue Nummer?
Die Steuerverwaltung soll besser und effizienter arbeiten. Bisher vergaben die Bundesländer eigene Steuernummern. Zog ein Bürger von einem Land in ein anderes um, erhielt er eine neue Nummer. "Da fing das Finanzamt wieder bei Null an", erklärt Markus Deutsch vom Deutschen Steuerberaterverband. "Künftig wird der Informationsfluss nicht mehr ins Stocken geraten." Mit der Steuer-ID können die Ämter noch mehr Computertechnik einsetzen und verstärkt elektronische Übertragungswege nutzen - beispielsweise für die Elektronische Steuererklärung, "Elster" genannt.
Müssen Bürger die Nummer irgendjemandem mitteilen?
Eigentlich nur, wenn sie ausdrücklich danach gefragt werden - also voraussichtlich im nächsten Frühjahr beim Ausfüllen der Steuererklärung für das Jahr 2008. Und zum Beispiel dann, wenn sie in Rente gehen und bei der gesetzlichen Rentenversicherung sowie einer privaten Versorgungskasse oder Versicherung die Auszahlung ihrer Renten beantragen.
Sollen mit der neuen Nummer auch Steuertrickser aufgespürt werden?
Ja. "Die Kontrollmöglichkeiten der Finanzämter wachsen durch die zentrale Datenspeicherung enorm", sagt Steuerexperte Deutsch. "Bisher kam das Finanzamt selten über den eigenen Wirkungskreis hinaus." Der Fiskus hofft, nun Steuerfälle rascher bearbeiten zu können und mehr Zeit für die Prüfung von Verdachtsfällen zu haben. Steuerbetrüger sollen so besser bekämpft werden.
Wer könnte als Erstes auffliegen?
Rentner könnten künftig Post vom Finanzamt erhalten. Denn mit der Steuer-ID führt der Staat ein weiteres Meldeverfahren ein: Voraussichtlich ab 2009 melden Rentenversicherer, Pensionskassen, Lebensversicherer dem Fiskus, wie viel Rente jedem Ruheständler zufließt. Dies sollte bereits seit 2005 passieren; bisher stockte das Verfahren aber, weil die Steuer-ID nicht vergeben war. Geplant ist nun, dass die Versicherer ab Oktober die Steuer-ID ihrer Bestandsrentner abfragen und die Rentenbezüge melden. Dies kann sich aber noch verschieben.
Lesen Sie auf der nächsten Seite, was Datenschützer von der neuen Steuernummer halten.
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