Steuererklärung Was sich von der Steuer absetzen lässt

Achtung: Wer die Kosten für seine Haushaltshilfe von der Steuer absetzen möchte, muss den Lohn überweisen.

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Darf man sein Arbeitszimmer von der Steuer absetzen? Und was ist mit den Kosten für das Au-pair? Wer seine Steuererklärung selbst macht, muss sich solche Fragen stellen. Denn viele Steuererleichterungen sind der Allgemeinheit unbekannt.

Von Julia Löffelholz

Die Reparatur des Rollladens, die Mappe für das Bewerbungsschreiben, die Beiträge zur Rentenversicherung - all diese Kosten sind von der Steuer absetzbar. Durch eine gründliche Steuererklärung lässt sich viel Geld sparen. Hier die wichtigsten Posten, die Steuerzahler geltend machen können.

Haushaltsnahe Dienstleistungen

Zu haushaltsnahen Dienstleistungen zählen alle Aufgaben rund ums Haus, mit denen der Steuerzahler einen externen Dienstleister beauftragt - zum Beispiel Haushaltshilfe, Gärtner, Au-pair, Altenpfleger oder Hausmeister. Allerdings müssen die Dienstleistungen tatsächlich im Haushalt erbracht werden. Kümmert sich ein Gärtner beispielweise um das Grab der Eltern, zählt das nicht zu den haushaltsnahen Dienstleistungen.

Steuerzahler bekommen für Hilfskräfte, die auf 400-Euro-Basis arbeiten, 20 Prozent der Kosten erstattet, höchstens aber 510 Euro im Jahr. Bei Vollzeitangestellten lassen sich ebenfalls 20 Prozent der Aufwendungen absetzen. Die maximale Entlastung liegt bei 4000 Euro im Jahr.

Auch für Handwerkerarbeiten können Steuerzahler 20 Prozent der Kosten, höchstens aber 1200 Euro jährlich, erstattet bekommen. Das gilt sowohl für Vermieter als auch für Mieter. Als haushaltsnahe Dienstleistung anerkannt wird alles, was mit Renovierung, Erhalt oder Modernisierung zu tun hat. Allerdings können nur Lohnkosten geltend gemacht werden, Materialkosten dagegen nicht. Wichtig ist sowohl bei Handwerkern, als auch bei anderer Unterstützung im Haushalt, dass die Dienstleister per Banküberweisung und nicht bar bezahlt wurden. Mit den Steuererleichterungen möchte der Staat Schwarzarbeit eindämmen.

Werbungskosten

Für den Weg zur Arbeit gibt es 30 Cent pro Kilometer vom Finanzamt zurück.

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Werbungskosten sind alle Aufwendungen, die zur Erwerbung, Sicherung und Erhaltung der Einnahmen nötig sind. In diesen Bereich fallen beispielsweise Fahrtkosten, Ausgaben zur Weiterbildung und Aufwendungen für Büromaterial. Jeder Arbeitnehmer kann einen Pauschalbetrag von 1000 Euro geltend machen. Wer höhere Ausgaben hat, kann auch mehr absetzen. Dann sind allerdings genaue Nachweise notwendig.

Wer zu Hause arbeitet, ohne ein Büro von seinem Arbeitgeber gestellt zu bekommen, kann die Kosten für sein Arbeitszimmer von der Steuer absetzen. Im Falle von Lehrern beispielsweise, deren Haupttätigkeit außerhalb des Büros stattfindet, die aber kein eigenes Büro vom Arbeitgeber gestellt bekommen, gilt eine Obergrenze von 1250 Euro. Ist das Arbeitszimmer nicht in der eigenen Wohnung oder hat zumindest einen eigenen Eingang, gibt es keine Obergrenze. Auch wenn der Mittelpunkt der gesamten Tätigkeit in diesem Zimmer liegt, können alle Kosten abgesetzt werden.

Für den Weg zur Arbeit gibt es pro Kilometer eine Entfernungspauschale von 30 Cent, egal mit welchem Verkehrsmittel die Strecke zurückgelegt wird. Es zählt allerdings nur eine Strecke, nicht Hin- und Rückweg und nur die kürzeste Verbindung. Fahrtkosten zur Schule der Kinder lassen sich nicht absetzen.

Wer sein privates Telefon auch beruflich nutzt, kann 20 Prozent der Telefonrechnung als Werbungskosten geltend machen, jedoch höchstens 20 Euro pro Monat. Auch Kosten für Berufskleidung gelten als Werbungskosten und sind damit von der Steuer absetzbar. Allerdings gilt als Berufskleidung nur solche, die nicht im Alltag getragen werden kann, zum Beispiel eine Richterrobe, Sicherheitsschuhe oder ein Arztkittel.

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