Steuererklärung Was können Eltern von der Steuer absetzen?

Kindertagesstätte ARCHIV - Kinderspielzeug hängt am 16.10.2013 in einer Kindertagesstätte in Hannover (Niedersachsen). Bürgermeister und Ratsmitglieder aus niedersächsischen Städten beraten am 09.10.2014 in Oldenburg aktuelle kommunalpolitische Themen. Bei der Versammlung des Städtetags geht es unter anderem auch um Kinderbetreuung. Foto: Julian Stratenschulte/dpa (zu lni 'Städteversammlung von Klimawandel bis Kinderbetreuung' vom 09.10.2014) +++(c) dpa - Bildfunk+++

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Gewiss, Kinder sind teuer. Aber nicht alle Kosten für den Nachwuchs müssen Eltern selbst tragen. Eine Möglichkeit, den Staat zu beteiligen, ist die Steuererklärung.

Von Larissa Holzki

Von Wickelkommode und Kinderwagen bis zu Studiengebühren und Führerschein - Kinder kosten eine Menge Geld. Damit Bürger sich das leisten können, werden sie vom Staat unterstützt. Sobald Ihr Kind auf der Welt ist, sollten Sie bei der Familienkasse Kindergeld beantragen (das entsprechende Formular (hier) und die zuständige Familienkasse beim Bundeszentralamt für Steuern (hier)). 184 Euro gibt es monatlich für das Erst- und Zweitgeborene, 190 Euro für das dritte Kind und 215 für jedes weitere. Auch für Adoptiv- und Pflegekinder erhalten Sie diese Unterstützung. Das Kindergeld unterliegt nicht der Einkommensteuer und muss nicht versteuert werden. Der Anspruch darauf ist allerdings entscheidend für die Günstigerprüfung in der Steuererklärung (siehe unten).

Tipp: Neben der Familienkasse sollten Sie auch Ihren Arbeitgeber über die Geburt Ihres Kindes informieren. Dieser wird dann einen verminderten Solidaritätszuschlag und weniger Kirchensteuer von Ihren Einkünften einbehalten.

Auch für volljährige Kinder gibt es Unterstützung

Einmal beantragt, wird Ihnen das Kindergeld 18 Jahre lang ausgezahlt. Darüberhinaus haben Sie bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres Ihres Sohnes oder Ihrer Tochter Anspruch auf Kindergeld, wenn es sich noch in der Schule, Berufsausbildung, Studium oder Freiwilligendienst befindet. Hat Ihr Kind die erste Berufsausbildung bereits abgeschlossen, gibt es jedoch eine Einschränkung: Es darf kein dauerhaftes Arbeitsverhältnis eingehen, das mehr als 20 Stunden regelmäßige Wochenarbeitszeit umfasst (zwei Monate oder 50 Arbeitstage sind erlaubt). Ausbildungen und 450-Euro-Jobs sind davon ausgenommen. Auch in den Pausen zwischen zwei Ausbildungsmaßnahmen wird das Kindergeld weiter gezahlt, wenn diese maximal vier Monate beträgt. Arbeitslose Kinder unter 21 Jahre können sich bei der Arbeitsagentur suchend melden, um den Anspruch auf Kindergeld zu wahren.

Tipp: Wenn Ihr Kind noch zu der Generation gehört, die einen gesetzlichen Grundwehr- oder Zivildienst beziehungsweise eine davon befreiende Tätigkeit in der Entwicklungshilfe ausüben musste, verlängert sich Ihr Anspruch auf Kindergeld nach dem 25. Geburtstag um eben die Dauer des geleisteten Dienstes.

Für behinderte Kinder gelten die Altersgrenzen nur, wenn sie in der Lage sind, ihren Lebensunterhalt selbst zu bestreiten. Es muss dem Kind möglich sein, im Jahr mindestens 8130 Euro zu verdienen und darüberhinaus alle Kosten zu decken, die durch seine körperliche, geistige oder seelische Behinderung entstehen, zum Beispiel Heimkosten oder Pflegepersonal. Es gibt keinen Anspruch auf Kindergeld, wenn die Behinderung des Kindes erst nach dessen 25. Geburtstag eingetreten ist, zum Beispiel durch einen Unfall.

Kindergeld oder Kinderfreibeträge

Die Frage, wie sich bei Ihnen der Bezug von Kindergeld oder der Kinderfreibetrag steuerlich auswirkt, klärt das Finanzamt bei der Steuererklärung automatisch (Günstigerprüfung). Pro Tochter oder Sohn gewährt das Finanzamt gemeinsam veranlagenden Eltern insgesamt 7008 Euro Kinderfreibetrag im Jahr. Davon sind 2184 Euro je Elternteil für das Existenzminimum des Kindes vorgesehen (= 4368 Euro), 1320 Euro je Elternteil für Betreuung, Erziehung und Ausbildung (= 2640 Euro). Bei getrennt lebenden Elternteilen wird der halbe Kinderfreibetrag angesetzt (3504 Euro). Wenn der andere Elternteil keinen Unterhalt zahlt oder das minderjährige Kind nur bei Ihnen gemeldet ist, können Sie die Verdopplung Ihrer Kinderfreibeträge beantragen (lesen Sie dazu auch diesen Ratgeber-Text).

Bei der Steuererklärung stellt das Finanzamt zwei Berechnungen gegenüber und prüft, welche günstiger ausfällt: Zum einen die Addition der monatlichen Kindergeldzahlungen und zum anderen die Anrechnung des Kindergeldfreibetrags auf Ihr zu versteuerndes Einkommen. Übersteigt die daraus resultierende Einkommenssteuer die Höhe der Kindergeldzahlungen, ergibt sich ein Steuervorteil. Dieser wird mit dem bereits ausgezahlten Kindergeld verrechnet.

In der Regel profitieren zusammen veranlagende Eltern ab einem zu versteuernden Einkommen von etwa 63 500 Euro vom Kinderfreibetrag, Alleinerziehende ab etwa 33 500 Euro (weitere Infos und Rechenbeispiele finden Sie hier).

Kindergeldberechtigte füllen die Anlage Kind in der Einkommensteuererklärung aus - und zwar eine für jedes Kind. In der Anlage wird nach dem Alter des Kindes, dem Stand seiner Ausbildung und anfallenden Betreuungskosten gefragt. Zudem müssen Sie Angaben darüber machen, zu wem Ihre Tochter oder Ihr Sohn außerdem ein Kindschaftsverhältnis hat und ob Sie für das Kind Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung entrichten. Achtung: Die Anlage Kind müssen Sie auch ausfüllen, wenn in Ihrer Lohnsteuerbescheinigung bereits Kinder berücksichtigt sind.