Der Traum aller Arbeitnehmer: Im Januar die Steuererklärung ausfüllen, um möglichst rasch an die Erstattung zu kommen. Wichtige Tipps im Überblick.
Für viele ist die Steuererklärung eine lästige Pflicht, die viele möglichst bis in den Sommer hinein vor sich herschieben. Doch es gibt auch die ganz besonders Schnellen; diejenigen, die zum Beispiel gleich zum Jahresbeginn die Aufgabe erledigen, um möglichst rasch an die Erstattung zu kommen. Auf was sie in diesem Jahr bei der Steuererklärung besonders achten sollten - ein Überblick.
Puh, geschafft: Eilige geben bereits jetzt ihre Steuererklärung für 2009 ab. (© Foto: dpa)
Anzeige
Entfernungspauschale
Es war der große Steuerstreit der vergangenen Jahre - der Zoff um die Entfernungspauschale. Nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom Dezember 2008 führte die Bundesregierung die alte Regelung wieder ein. Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsplatz sind also wieder in voller Höhe absetzbar. "Dazu sollte der Steuerzahler einfach die einfache Strecke in der Steuererklärung eintragen", rät Martina Ortmann-Babel, Steuerberaterin bei der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young.
Sie sind jetzt auf Seite 1 von 10 nächste Seite
- Bundesfinanzhof Geld zurück fürs Arbeitszimmer 18.09.2009
- Steuern: Werbungskosten Geld sparen mit dem Arbeitszimmer 24.06.2009
- Kindergeld Und plötzlich ist weniger mehr 27.05.2009
- Konjunkturpaket Mehr Geld in der Tasche 06.03.2009
- Fahrtkosten und das Finanzamt Pendlerpauschale ohne Gewähr 05.02.2009
Folgen der Finalpleite
Sie haben beide recht. Oben tötet einen die Steuer mit fast 50% Abzügen (incl. Soli), "unten" die Sozialversicherung, welche ab dem ersten Euro wie eine Flat Tax auf das Existenzminimum wirkt.
Wer als Familienvater und Alleinverdiener weniger als 2500 Brutto verdient, hat keinen nennenswerten Abstand zwischen Erwerbs- und Sozialeinkommen plus etwas Aufstockung über die Arge. Und ab 2500 ist man bei locker 45% Belastung durch die Summe aus Steuern plus Sozialversicherung.
Die Spitzenlast trägt übrigens ein Single bei 63.000. Spitzensteuersatz 42% plus Soli plus Renten- und Arbeitslosenversicherung. Summe: fast 60%. Darüber wirds besser, denn ab diesem Punkt sinkt die Grenzbelastung auf den Spitzensteuersatz und damit bestenfalls 50%.
Sie wissen, dass die nicht lineare Progression hierzulande dadurch entsteht, dass in der Mitte der Anstieg der Steuerlast größer ist als im oberen Segment?
Sie wissen, dass es irgendwann steuerlich keinen Unterschied mehr macht, ob jemand 100.000 EUR oder 20.000.000 pro Jahr verdient, wenn man davon absieht, das letzterer jede Menge Möglichkeiten hat, weniger Steuern zu zahlen als jemand, der nur 50.000 EUR pro Jahr verdient?
Dann wissen Sie sicherlich auch, dass heute selbst bei sehr geringen Einkommen der Staat ordentlich die Hand aufhält? So hat man bei einem Bruttolohn von knapp 800 EUR, der den Arbeitgeber rund 1.000 EUR kostet, am Ende des Monats nur knapp 500 EUR in der Tasche.
Ihr Fazit gebe ich an Sie gerne zurück.
Zitat:
"Dazu kommt eine nicht lineare Steuerprogression, die Wohlhabende entlastet, den Mittelstand belastet und gerade in den untersten Schichten zu Abzügen führt, die keinen mehr motivieren."
Ähh, nöö. Der progressive Tarif führt dazu, dass höhere Einkommen auch relativ höher besteuert werden. Auf niedrige Einkommen werden geringere oder gar keine Steuern gezahlt.
Die "demotivierenden Abzüge" (gibt es auch motivierende Abzüge? Am motivierendsten wäre es vielleicht, wenn es gar keine Abzüge gäbe, aber das nur am Rande..) sind die Sozialversicherungsbeiträge, nicht die Steuern.
Beispiel:
Ein Arbeitnehmer (ledig, Steuerklasse I, kirchensteuerpflichtig, in der gesetzlichen Krankenversicherung, 30 Jahre alt, keine Kinder) mit 1000 Euro brutto im Monat zahlt:
rd. 170 Euro Lohnsteuer + Soli und Kirchensteuer im Jahr, aber
rd. 2.500 Euro Sozialversicherungsbeiträge.
Quelle: brutto netto rechner 2010 aus dem Netz
Fazit: Erst denken, dann schreiben
... der Staat enthielt z.B. mit Pendlerpauschale & Co. den Arbeitnehmern unrechtmäßig Gelder. Dazu kommt eine nicht lineare Steuerprogression, die Wohlhabende entlastet, den Mittelstand belastet und gerade in den untersten Schichten zu Abzügen führt, die keinen mehr motivieren.
Trotz allem soll der Steuerzahler seinem Geld hinterher rennen, endlose Formulare ausfüllen und dann auf die nicht selten fehlerhaften Bescheide warten, um am Ende vielleicht ein paar Euro rauszubekommen - so ist es doch bei vielen: Do kommen ein paar dutzend Euro rum.
Damit man sich nicht in Gefahr begibt, eine strafbare Handlung zu begehen oder dem Staat auch noch Geld zu schenken, muss man nicht selten einen Spezialisten (Steuerberater) beauftragen - kann dies auch absetzen.
Wie paradox und zynisch ist doch dieses System. Da ist es für viele Menschen fast wirtschaftlicher ganz auf dieses Spielchen zu verzichten.
Besser wäre es, wenn der Staat seine Ausgaben nachvollziehbar aufschlüsselt und jeder Bürger einmal pro Jahr seinen Obulus anteilsmäßig entrichtet - ganz so wie bei einer Heiz- und Nebenkostenabrechnung. Das schafft Transparenz, ist einfacher und geht schneller sowie unbürokratischer.
Derzeit ist die Ausgabensituation des Staates nicht nur intransparent, sondern obendrein wird noch fahrlässig Geld der Steuerzahler ohne daran Bedingungen zu knüpfen irgendwelchen inkompetenten Bankern in den Rachen gekippt.
Nein Leute, da sollte man sich ab einem gewissen Punkt einfach ausklinken - bedauerlich nur, dass man dem Staat die Zahlungen nicht ebenso verweigern kann wie einem säumigen Liferanten oder sonstigen Gläubigern, die fragwürdige Forderungen erheben.
Ich hätte gerne einen Frankfurter Steuerbeamten als Bearbeiter, der mitten drin von der Aufgabe abgezogen wird, und mein SteuerFall von oberster Stelle durchgewunken wird. *g*