Wer eine Steuer-Amnestie fordert, leidet vielleicht an Amnesie: Es gab sie bereits. Doch Steuerbetrüger müssen nicht belohnt werden.
Das Wort Amnestie steht für Straferlass und wurde im 16. Jahrhundert dem Begriff amnestia (Vergessen, Vergebung) entlehnt. Amnesie klingt so ähnlich, meint aber etwas völlig anderes: Die Vokabel umschreibt den auf einen bestimmten Zeitraum begrenzten Ausfall des Erinnerungsvermögens.
In Deutschland gab es ein "Gesetz zur Förderung der Steuerehrlichkeit". Es sollte Geld aus der Schweiz und Liechtenstein zurück nach Deutschland bringn. Kaum jemand machte davon Gebrauch. (© Foto: AFP)
Anzeige
Im Zuge der Diskussion über die Bankdaten-CDs und die Steuerhinterziehung wird mitunter eine Steueramnestie in Deutschland gefordert, doch die Rufer müssen an einer frappierenden Erinnerungsschwäche leiden. Vor gut fünf Jahren gab es die ganz große Steueramnestie, und unterm Strich muss man feststellen, dass sie erfolglos war.
Obwohl das Gesetz, das merkwürdigerweise "Gesetz zur Förderung der Steuerehrlichkeit" genannt wurde, mit den Hinterziehern glimpflicher umging als mit den meisten ehrlichen Steuerzahler, wurde damals von der Amnestie kaum Gebrauch gemacht.
Es handelte sich nicht selten um Wiederholungstäter, die auf ihre Unbelehrbarkeit stolz waren. Warum sollten also heute erneut diejenigen belohnt werden, die sich als besonders hartnäckige Hinterzieher erwiesen haben? Schon damals war der Versuch, ihnen auch nur minimales Unrechtsbewusstsein einzubläuen, aussichtslos.
Es kann ja jeder, der sein Geld dem Fiskus entzogen hat, Selbstanzeige erstatten. Das ist dann seine persönliche Amnestie, die allerdings nicht so günstig für ihn ist wie das Sonderangebot des Staates vor ein paar Jahren.
Es fällt in diesen Tagen schon auf, dass Politiker und Ministerien die Selbstanzeige anpreisen, als wäre Schlussverkauf. Dabei ist sie für den Staat nur die einfachste und problemlose Methode, das Geld wieder reinzuholen, das ihm verweigert worden ist. Gerecht ist es nicht, wenn der Strafrechtsanspruch des Staates so einfach ausgehebelt werden kann. Aber Diskussionen über Steuerehrlichkeit werden in Deutschland oft nicht ehrlich geführt.
Gern wird beispielsweise darauf verwiesen, das Steuerrecht sei so furchtbar kompliziert. Deshalb sei es eine Art Notwehr, sich der Unbarmherzigkeit des deutschen Fiskus zu entziehen. Was für eine Verdrehung der Tatsachen: Nur wer viel Geld verdient, hat auch viele Möglichkeiten, seine Steuern zu mindern; der oft beschriebene Paragraphendschungel bietet dem Schlauen legal jede Menge Schlupflöcher. Der gewöhnliche Lohnsteuerzahler hat all diese Möglichkeiten nicht. Für ihn ist das Steuerrecht nicht kompliziert genug.
Der Ehrliche ist der Dumme? Allgemeine Hinweise auf die da oben führen nicht weiter, aber ein bisschen Verbitterung sei schon erlaubt. Oder ist es mehr als nur ein Zufall, dass in der Vergangenheit viele der großen Politikskandale der Bundesrepublik in Liechtenstein oder in der Schweiz spielten? Vertreter der bürgerlichen, angeblich staatstragenden Parteien hatten am Staat vorbei Gelder in die Eidgenossenschaft schleusen lassen, das dort nach damaliger Landessitte gewaschen wurde. Und als die Sünder erwischt wurden, versuchten einige Politiker den Putsch von oben - die Amnestie, die glücklicherweise durch die Medien und ein paar Aufrechte in der Politik verhindert wurde.
Die Steuerhinterziehung ist also ein üppiges Thema für Seminare, wenn über Heuchelei und Schamlosigkeit debattiert wird. Auf der Bank der Heuchler sitzen auch einige der Geldinstitute, die die Kunst des Händeringens wirklich beherrschen und über den Rechtsbruch der Datenbeschaffung klagen. Dabei waren nicht wenige von ihnen Gehilfen beim großen Steuerbetrug. Und es wäre keine Überraschung, wenn auch deutsche Landesbanken, in deren Kontrollgremien Politiker sitzen, mit ihren ausländischen Filialen in die große Beihilfe verstrickt wären.
Wenn sich der Nebel in der Causa Schweiz lichten sollte, wird sich vermutlich erneut zeigen, dass die Steuerhinterzieher von den Banken, die sich salbungsvoll auf das Bankkundengeheimnis beriefen, hereingelegt wurden. Hinterzieher scheuen den Kontakt zur Bank. Also bekamen sie oft die schlechtesten Fonds und trugen das größte Risiko. Sie konnten sich nicht wehren - und zahlen bei diesem Spiel die Zeche.
- Thema
- Steuerbetrug RSS
- Deutsches Geld in der Schweiz Das Erbe - die Last 17.02.2010
- Steuerhinterziehung Fast 300 Selbstanzeigen in Bayern 15.02.2010
- Finanzamt: Selbstanzeigen Lukrative Bekenntnisse 12.02.2010
- Steueraffäre: Interview mit Jean Ziegler Schweizer Schizophrenie 09.02.2010
- Selbstanzeige von Münchnern Steuersünder packen aus 12.02.2010
- Nach dem Kauf der Daten-CD Tausendfache Steuerfahndung 19.03.2010
- Schweiz: Feindbild Deutschland Eidgenossen sehen "moderne Form des Banküberfalls" 01.02.2010
(SZ vom 17.02.2010/hgn)
Verkehrssünderdatei in Flensburg
Das Bundesverfassungsgericht hat erst am 26. Oktober 2009 im Zusammenhang mit einer Verfassungsbeschwerde gegen das Land Niedersachsen (vorsätzliche Strafvereitlung sowie Uneidlichen Falschaussage in Sachen Steuerhinterziehung) gemäß §93b BVerfGGG in Verbindung mit § 93a BverfGG entschieden, "nicht von verfassungsrechtlicher Bedeutung". Im Auftrage des Präsidenten des BVerfG wurde am 19. Dezember 2009 dieser unfechtbare Beschluss nochmals schriftlich bestätigt.
(2BvR 2156/09 und 2 BvR 2231/09) Ein richterliches Urteil und Bankbelege sind keine Beweise für vogenannte Straftaten.
Nachdem ein Steuerfahnder aus Niedersachsen in beiden Instanzen das Gericht um 27 TDM (in 22 vergessenen Positionen !) angelogen hatte, waren nach einer ersten Strafanzeige plötzlich die Bankbelege weg und einem Anwalt wurde bis zur strafrechtliche Verjährung Akteneinischt in die Steuerfahndungsakte verweigert - das zur Vorgeschichte.
Das FA Delmenhorst leistete im Zusammenhang mit dieser Geschichte Beihilfe zur Steuerhinterziehung in anderer Sache, damit alle Beteiligten (Beihelfer) beschützt werden konnten. Inzwischen wissen davon unsere Bundesminster der Justiz und auch der Finanzminster. Diese wollen mit solchen Dingen nicht belästigt werden - so schriftlich im Auftrage von Frau Leutheusser -Schnarrenberger. Herr Schäuble schweigt.
Das Ende vom Lied und zu aller unser Freude, meine patentierte Umwelttechnologie ist Umsatz- und Einkommen - Steuerfrei, zuvor durch eine Reihe von Staatsanwälten und deren Fachvorgesetzte, sowie eine Reihe von Richtern in diversen Beschlüssen und Urteilen bis hoch zum BVerfG bestätigt. Nun verstehe ich überhaupt nicht, warum die Leute ihr Geld in Niedersachsen einfach wegwerfen und bis 20% Rendite verschenken? Davon träumt Herr Ackermann und seine Kunden.
Was diese Technologie von Wert ist? Krupp- Uhde hatte bis 2007 die zehnjährigen Exklusivrechte für den Anlagenbau. US Börsen notierte Banditen haben mit Unterstützung der deutschen Politik und Justiz - durch massive Strafvereilung - in nur sieben Monaten in 2008 Geschäftsaufträge bis zu 240 Millionen Dollar mit vermeindlichen exklusiven Patent-Lizenzen gezockt. Veröffentlicht im Wallstreet Online Journal und den Finanznachrichten.
Steuerfrei bestätigt u.a. durch:
Präsident FG Hannover Az. 16V 10089/03, Parlamentsbeschluss 02265/01/15 von 12. Januar 2006 und 2 BvR 2156/09 vom 26. Oktober 2009, Bundestag Pet. 4-16-07-1030-004011a.
und auch die Queen samt ihren Channel-Islands kritisieren.
Sonst hat man den Eindruck, hier läuft einen Kampagne zugunsten bestimmter Kreise......
"Und als die Sünder erwischt wurden, versuchten einige Politiker den Putsch von oben - die Amnestie ....."
Die Amnestie hatte nach meiner Erinnerung ander Ursachen. Es war der untaugliche Versuch eines gewissen Hans E., im Ausland, unter anderem damals noch reichlich in Luxembourg gebunkerte Fondsvermögen nach D. zurückzulocken (50% von X ist besser als 100% von nix)
Daß diese Möglichkeit nun auch Politikern bzw. Parteien offensteht, liegt in der Natur von Gesetzen.
Natürlich ist es die einfachste Methode, etwas hereinzuholen, das nur durch konsequentere Überwachung am Verschwinden gehindert werden könnte. Genau da wird aber lauthals lamentiert und zwar von den gleichen, die die Lücken im Netz bedauern.
"Was für eine Verdrehung der Tatsachen: Nur wer viel Geld verdient, hat auch viele Möglichkeiten, seine Steuern zu mindern; der oft beschriebene Paragraphendschungel bietet dem Schlauen legal jede Menge Schlupflöcher. Der gewöhnliche Lohnsteuerzahler hat all diese Möglichkeiten nicht. Für ihn ist das Steuerrecht nicht kompliziert genug."
Auch hier sind wir argumentativ ein wenig "entgleist". Da wird munter legale Steueroptimierung in die Nähe von Steuerhinterziehung gerückt. Ersteres ist meist keine Frage der "Möglichkeit" sondern des nicht vorhandenen Vermögens (womit Anlagevermögen gemeint ist). Letzteres ist eine Frage krimineller Energie.
Von welchem Frankreich schreiben Sie, Zitat: "Frankreich: Sie haben ein besonders schlechtes Gewissen. Die produzieren hohe Qualität im Inland, haben günstige Sozialleistungen, ein echtes Bildungssystem und eine funktionierende Demokratie. Ebenso ein Dolcevita wie in Italien. Sie fördern so ziemlich alles auf das die Deutschen neidisch sind. "
Haben Sie jemals in Frankreich, machen wir es leicht: einen SwimmingPool installiert und dazu Pumpen, Gegenschwimmanlagen - oder ganz simpel Randsteine erworben? Haben Sie je in Frankreich einen Elektriker im Einsatz gehabt, der sagen wir eine komplette Hausverkabelung mit selbstverständlich "brandneuen" E-materialia erledigen sollte? Oder: haben Sie je in Frankreich einmal das Gesundheitssystem "versucht" - ? Vom Schulsystem - besonders für den Übergang der 11 Jährigen an - schon Genuss genommen? Oder schon mit den sagen wir 15-jährigen, die um Paris herum keine so gute Anschrift haben, gesprochen? Oder einfach versucht ausserhalb Paris, der Cote und meinethalben im Lavendelland Fleisch zu kaufen? Zu Ihrer so gerühmten Demkratie: haben Sie sich gfs. als Grosslandbesitzer schon einmal La Chasse genähert? Oder dem Mietrecht, wenn Sie als Vermieter auftreten - ....?Und das Dolce Vita: was verstehen Sie darunter in Bezug auf Frankreich... Nichts für ungut, aber gfs. Ihre EINE Meinung, können Sie nicht pauschalisieren. Daher frage ich Sie zu CH schon gar nicht mehr.
www.sueddeutsche.de/finanzen/249/503472/text/#readcomment
ja mei, die Spezeln sorgn sich umanand
Paging