Ist es plausibel, anzunehmen, die UBS habe sich nur in den USA und gegenüber amerikanischen Steuerzahlern so verhalten? Ist es plausibel, anzunehmen, nur die UBS verhalte sich so? Nein, diese Kriminalität sitzt zentral im System.
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Die maßlose Gier und die unglaublichen Übertreibungen, die das Weltfinanzsystem und die Weltwirtschaft in den Grundfesten erschüttern und die Globalisierung - das Zusammenwachsen zu einer Welt - ihrer Legitimation zu berauben drohen, sie sind aufs engste verknüpft mit diesen schwarzen Löchern im Weltfinanzsystem. Ohne sie hätte es nie zur Krise dieses Ausmaßes kommen können.
Deutschland muss sich wehren
Frankreich und Deutschland hatten also vollkommen recht, als sie beim Londoner G-20-Gipfel darauf bestanden, keinen Bereich des Weltfinanzsystems mehr unreguliert zu lassen und die Steueroasen zu schließen. Die Betroffenen versprachen Besserung, auch die Schweiz. Wer nun glaubt, damit sei dieser Kampf gewonnen, irrt gewaltig. Er fängt gerade erst richtig an.
Und die Taktik der Schweiz, um beim wichtigsten Fall zu bleiben, ist ja offenkundig: Durch Wohlverhaltenserklärungen, die wenig Substanz haben, will sie aus der Schusslinie kommen, das Thema aus den Schlagzeilen verschwinden lassen.
Währenddessen wird hintenherum der Widerstand der Nutznießer des kriminellen Systems organisiert, breit angelegte Verhandlungen mit ungezählten Ländern über neue Doppelbesteuerungsabkommen werden begonnen, und man knüpft die Zusammenarbeit an hohe Hürden. Für jedes Zugeständnis wird eine Gegenleistung verlangt - kurzum, die Kämpfer gegen die Steueroasen sollen schleichend ihrer Kraft beraubt werden, um so viel wie möglich von diesem kriminellen System zu retten.
Wer den Kampf gegen die Steueroasen gewinnen will, muss wissen: Viele kleine Verhandlungsschritte führen nicht zum Erfolg, sondern zum Erlahmen des Kampfes. Erfolg kommt aber nur durch konsequentes Handeln. Erst das konsequente und unnachsichtige Vorgehen der amerikanischen Justiz und der US-Steuerbehörde haben eine erste Bresche in ein kriminelles UBS-System und das Schweizer Bankgeheimnis geschlagen.
Erst als die UBS vor die klare Alternative gestellt wurde: Mitarbeit an der Aufdeckung der kriminellen Machenschaften und Respektierung der amerikanischen Gesetze oder Strafverfolgung mit allen Konsequenzen und Ende des Nordamerika-Geschäfts der Bank - erst in dem Augenblick lenkten die UBS und der Schweizer Staat wirklich ein.
Was heißt das in dieser Situation? Ziel, Ursachenanalyse und Maßnahmen, die zum Ziel führen, müssen klar sein. Ziel: Der Steuerhinterziehung müssen die Grundlagen, die im Finanzsystem liegen, entzogen werden. Ursachenanalyse: Steuerhinterziehung als bewusste Handlung des Einzelnen gegenüber seinem Staat zu verhindern, dies ist zwar Sache des zuständigen Fiskus.
Da wir aber in einer Welt des freien Kapitalverkehrs und der globalen Finanzmärkte leben, darf es keine Anreize geben, die im System liegen und die sich den Handlungsmöglichkeiten des zuständigen Fiskus entziehen. Genau diese Anreize schaffen aber die Staaten, die sich als Steueroasen der systematischen Zusammenarbeit mit dem jeweils zuständigen Fiskus entziehen und sich stattdessen als Fluchtburgen für Steuerhinterziehung anbieten. Dieser systemische Anreiz muss beseitigt werden.
Das heißt: umfassender Informationsaustausch, um die Besteuerung durch den jeweils zuständigen Fiskus sicherzustellen. Maßnahmen: Keine Steueroase hat bisher freiwillig auf ihre Vorteile verzichtet. Also hilft nur Druck auf die Banken. Banken, die nicht uneingeschränkt mit den Steuerbehörden kooperieren, können auch nicht uneingeschränkt geschäftlich tätig sein.
Wer nicht zweifelsfrei in seinem Geschäftsbereich Beihilfe zu oder auch nur passive Hinnahme von Steuerhinterziehung ausschließt, kann in Deutschland keine Geschäfte machen. Und wer mit solchen Banken Geschäftsbeziehungen pflegt, unterliegt einer besonderen Nachweispflicht, da hat Bundesfinanzminister Peer Steinbrück vollkommen recht. Das müssen Schweizer Banken und alle anderen, die betroffen sind, wissen. Und das müssen die Steueroasen wissen.
Deutschland muss sich wehren, am besten zusammen mit Frankreich und Italien, vor allem aber gemeinsam mit den USA. Und in Deutschland müssen sich FDP und vor allem CDU/CSU sehr genau überlegen, auf welcher Seite sie stehen (wollen). Über diesen Skandal muss öffentlich gestritten werden, damit er beendet wird.
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(SZ vom 07.05.2009/hgn)
Venizelos kritisiert IWF-Chefin
Kann bei diesem Beitrag jeden einzelnen Buchstaben zustimmen. Die Zeit der Samthandschuhe ist vorbei. Steueroasen wie die Schweiz müssen sich jetzt darauf einstellen, dass Staaten wie Deutschland oder Frankreich zu den Brecheisen greifen.
Dass die FDP, die meine Wenigkeit im übrigen für eine höchst überflüssige Partei hält, sich in diesem Punkt ziert ist nur ein weiterer Hinweis darauf, dass viele ihrer Wählerklientel der "Besserhinterziehenden und Einbildungsträger" auch über Konten in der Alpenrepublik verfügen.
Nur bei der CDU finde ich es schade, dass sie es in diesem Fall an Entschlossenheit fehlen lässt. Es sei daher jedem braven CDU Wähler, der sich über diesen Zusatnd auch maßlos ärgert, empfohlen, bei der Europawahl das Kreuz bei der SPD zu machen. Als Warnschuss zur Bundestagswahl sozusagen.
bin kein Freund von Eichel, aber er hat einfach nur Recht, auch wenn einige
Ignoranten es nicht glauben möchten. Fühlen sich wohl auf den Schlips getreten.
Trommeln ist halt auch nicht alles.
wie seid ihr denn drauf? nur weil der eichel, wie so viele andere, erkennen musste, daß in der realität das regieren eine fürchterlich beschränkende sache ist, haut ihr drauf als ob er selbst die ursache für o.g umstände wäre. jetzt mal bitte halblang. den artikel finde ich gut auf den punkt gebracht.
Das Problem ist in den letzten Jahrzehnten immer größer geworden, weil die unfähigen Finanzminister, wie z. B. Herr Eichel, zu Wahlkampfzwecken immer mehr Geld ausgegeben haben, das sie nie hatten.
Der Herr Eichel hat praktisch das ganze Tafelsilber der alten Bundesrepublik verhökert, 100 Milliarden DM aus der UMTS-Versteigerung eingenommen und den Bundesbürgen die Ökosteuer ans Bein gebunden. Eine ganze Reihe von kleineren Steuer- und Abgabenerhöhungen kommt noch dazu. Und trotzdem hat er noch einen riesigen Berg neuer Schulden dazu gemacht.
Man kann das Problem auch in einem Satz zusammenfassen: "Je schlechter der Finanzminister, desto größer das Problem mit der Steuerehrlichkeit."
dass die Steuerfluechtlinge dann Charity Stiftungen machen und sich beim Golfen
Ihre soziale Kompetenz gegenseitig zur Schau stellen...
Man moege ueber diese Art der Society denken was man mag.. aber Bunte, Gala und noch ein paar Ilustrierte leben davon..
Paging