Von Hans Leyendecker

Besser nicht: Der Kieler FDP-Fraktionschef Kubicki warnt vor dem Kauf der Liechtensteiner Steuer-CD. Er will keine Kriminellen unterstützen. Die Landesregierung überlegt noch.

Der Kieler FDP-Fraktionsvorsitzende Wolfgang Kubicki lehnt den Kauf einer Steuer-CD mit Angaben über Kunden der Liechtensteinischen Landesbank (LLB) durch Schleswig-Holstein ab. "Der Staat darf kriminelle Handlungen nicht belohnen", sagte der Freidemokrat der Süddeutschen Zeitung. Es sei "kaum denkbar", dass die angebotenen Daten legal beschafft wurden.

Finanzverwaltung prüft Kauf neuer Steuer-CD Bild vergrößern

Der Kieler FDP-Fraktionsvorsitzende Wolfgang Kubicki warnt vor dem Kauf einer Steuer-CD mit Kundendaten aus Liechtenstein. (© dpa)

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Eine Belohnung von Straftätern könne "sogar Teile der organisierten Kriminalität auf den Gedanken bringen" aus dem illegalen Ausspähen von Daten "ein Geschäft zu machen". Ein Unbekannter hatte schon vor etlichen Monaten den Behörden an der Förde einen solchen Datenträger angeboten. Erste Stichproben waren Treffer gewesen.

Das auf der CD gespeicherte Anlagevolumen soll eine halbe Milliarde Euro betragen. In der Regel werden 30 Prozent einer solchen Summe als Nachsteuern fällig. Da es in diesem Jahr bundesweit mehr als 20.000 Selbstanzeigen gegeben hat, kann es allerdings sein, dass die Scheibe nicht mehr ganz so werthaltig ist. Etliche der auf dem Datenträger dokumentierten Hinterzieher könnten schon Selbstanzeigen abgegeben haben.

Vermittler regelt den Verkauf

Schleswig-holsteinische Fahnder haben in den vergangenen Wochen bei ihren Stichproben zunächst geprüft, ob der Informant jene Kunden-Daten verkaufen will, die 2008 bereits in einem Erpresser-Prozess in Rostock den Behörden übergeben worden waren. Diese Daten stammten aus den Jahren 2000 bis 2003 und hatten zu 966 Ermittlungsverfahren geführt. Nur 13 der mutmaßlichen Hinterzieher wohnten in Schleswig-Holstein. Die jetzt von dem Unbekannten angebotenen Daten sollen neueren Datums sein.

In den Fall ist seit einer Weile auch die Regierung in Berlin eingeschaltet. Ein Sprecher des Bundesfinanzministeriums bestätigte indirekt einen Bericht der SZ: "Richtig ist, dass es diese Offerte gibt", sagte er. Der Sprecher des Finanzministeriums in Kiel wollte sich "zu möglichen laufenden Verhandlungen" nicht äußern.

Nach Darstellung einer mit dem Fall vertraute Quelle, die anonym bleiben möchte, verhandeln schleswig-holsteinische Behörden nicht mit dem Beschaffer, sondern mit einem Vermittler über den möglichen Kauf der CD. Die Identität des Beschaffers sei, ähnlich wie im Fall der CD der Credit Suisse, den Behörden nicht bekannt.

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