Sie soll eine Sanktion gegen Maßlosigkeit sein - doch so ganz nebenbei spült Frankreichs Steuer auf Bankerboni auch 360 Millionen Euro in die leeren Staatskassen.

Boni gelten häufig als Ärgernis, doch der französische Fiskus kann sich über sie nun freuen. Denn das Land erwartet durch seine Steuer auf Bonuszahlungen an Banker in diesem Jahr Einnahmen von 360 Millionen Euro. Die Institute müssten die einmalige Abgabe für rund 2500 Bank-Mitarbeiter bezahlen, die Boni von über 27.500 Euro ausgeschüttet bekämen, sagte Wirtschafts- und Finanzministerin Christine Lagarde der Zeitung Le Figaro.

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Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy kann sich über zusätzliche Steuern aus dem Bankensektor freuen. (© Foto: Reuters)

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Der Staat wird den Großteil des Geldes aber indirekt an die Institute zurückgeben. Denn Lagarde zufolge sollen 270 Millionen Euro in den Einlagensicherungsfonds für Kundengelder fließen, der normalerweise von den Banken gespeist werden muss.

Der Staat nimmt den Banken damit die von der EU beschlossene Ausweitung der Guthabengarantie von 70.000 auf 100.000 Euro zum Jahresende ab.

Lediglich der Rest, also 90 Millionen Euro, würden direkt in den Staatshaushalt fließen, sagte Lagarde. Ihr zufolge soll die Steuer - wie in Großbritannien - nur im Jahr 2010 erhoben werden. Sie erwarte aber von den Banken, dass sie auch in Zukunft bei den Boni "Mäßigung" zeigten.

USA sollen mitziehen

Die Sonderabgabe sieht vor, dass Boni ab 27.500 Euro für das vergangene Jahr mit 50 Prozent besteuert werden - "unabhängig von der Vergabeart und dem Zeitraum", in dem sie gezahlt würden, wie die Ministerin sagte.

Sie verwies darauf, dass der Staat die Banken in der Finanzkrise finanziell gestützt habe und diese ohne das Geld "nicht die Gewinne gemacht hätten, die sie in den vergangenen Monaten eingefahren haben".

Lagarde zeigte sich zuversichtlich, dass auch die USA ihre Haltung zu den Bonuszahlungen ändern werden. Frankreich werde das beim nächsten G-20-Treffen Anfang Februar erneut zum Thema machen, sagte die Ministerin. "Ich bin überzeugt, dass sich auch die USA in der Frage bewegen werden." Sie könne sich nicht vorstellen, "dass man den amerikanischen Banken erlaubt, sich der Maßlosigkeit hinzugeben".

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(sueddeutsche.de/AFP/pak/tob)