Kurz vor der Weihnachts-Reisewelle steigt der Unmut über die hohen Benzinpreise. Das Bundeskartellamt nimmt nun die Politik in die Pflicht und schlägt vor, die fünf marktbeherrschenden Sprit-Anbieter mit einem großen Gutachten nervös zu machen. Thüringens Verkehrsminister will den Tankstellen mit Hilfe des Bundesrates verbieten, Preise häufiger als einmal am Tag zu erhöhen.
Das Bundeskartellamt setzt sich dafür ein, dass die Regierung den Wettbewerb an den Tankstellen anregen soll. Es gehe um die Frage, wie man Unruhe in das Oligopol der fünf Konzerne - Aral/BP, Shell, Jet, Esso und Total - bringen könne. Die fünf schauten voneinander die Preise ab, sagte der Präsident des Bundeskartellamts, Andreas Mundt. Ein Gutachten über mögliche Regulierungseingriffe in diesem Bereich sei sinnvoll, sagte Mundt. Das sei eine Aufgabe, die eher vom Bundeswirtschaftsministerium erfüllt werden könne als von seiner Behörde.
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Das Kartellamt ist schon länger der Ansicht, dass die Autofahrer hierzulande den fünf großen Tankstellenketten ausgeliefert sind. Die fünf änderten ihre Preise häufig nahezu zeitgleich und nach einem immer wiederkehrenden Muster - sie stellen nach Ansicht des Amts ein "wettbewerbsloses Oligopol" dar. Ein Kartell, also gezielte Preisabsprachen untereinander, wies die Behörde den fünf nicht nach.
Mundt zufolge wolle sich das Kartellamt selbst allerdings weiterhin auf jene Verfahren konzentrieren, mit denen die freien Tankstellen gestärkt werden können. Der Mittelstand solle in die Lage versetzt werden, den fünf großen Mineralölunternehmen an der Tankstelle wirklich Wettbewerb zu machen.
Derzeit liegt der Preis für Normalbenzin und Super bei mehr als 1,50 Euro, der für Diesel bei knapp unter 1,40 Euro. Die Preisentwicklung der vergangenen Monate ruft auch die Politik auf den Plan: Thüringens Verkehrsminister Christian Carius (CDU) will jetzt im Bundesrat eine Initiative für staatliche Eingriffe gegen teuren Sprit starten. Nach österreichischem Vorbild sollen Benzinpreise nur noch einmal täglich steigen dürfen, sagte er in Erfurt. Auch das Bundeskartellamt fordert vom Wirtschaftsministerium, härter gegen das vermeintliche Oligopol der Tankstellen vorzugehen.
Kleine Tankstellen halten nichts von Carius' Plan
Minister Carius sagte, er wolle mit seinem Vorschlag besonders Handwerkern, Pendlern und Logistikunternehmern entgegenkommen. Die Mineralölkonzerne sollen nicht nur seltener ihre Preise erhöhen dürfen. Die aktuellen Preise für Benzin und Diesel sollen sie nach Carius' Willen auch im Internet veröffentlichen. Das Thüringer Kabinett hat einem entsprechenden Entschließungsantrag für den Bundesrat zugestimmt. Die Länderkammer tritt am 10. Februar wieder zusammen.
Der Tankstellen-Mittelstand hält die Pläne für untauglich. Das österreichische Modell helfe weder dem Verbraucher noch den freien Tankstellen, sagte der Geschäftsführer des Dachverbandes MEW Mittelständische Energiewirtschaft Deutschland, Steffen Dagger. Stattdessen müsse die Chancengleichheit verbessert werden. Vor allem die Tankstellenketten der großen Ölkonzerne, die eigene Raffinerien besitzen und die Kraftstoffe selbst herstellen, würden den Wettbewerb verzerren.
Unterstützung erhielt Carius indessen von Thomas Webel (CDU), dem Verkehrsminister von Sachsen-Anhalt. Das Land will den Entschließungsantrag von Thüringen im Bundesrat unterstützen.
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(sueddeutsche.de/dapd/jab/luk)
Folgen der Finalpleite
"Hinzu kommtn dass der Staat in den letzten 10 Jahren auch an der Steuerschraube gedreht hat und eigentlich nicht Wirklich ein Interesse an billigem Benzin hat, da jeder Cent Erhöhung auch die Mehrwertsteuereinnahmen erhöht. "
Falsch. Seit der letzten Stufe der Ökosteuer hat der Staat an den Energiesteuern nichts gedreht. Bei einer absehbar Rot/Grünen Regierung tippe ich daher als erstes auf eine Reichensteuer (bringt bestenfalls 1 Mrd) und Erhöhung der Mineralölsteuern. Das bringt etwa 15 Mrd je nach Umfang. Alleine die Dieselsubvention beträgt zur Zeit etwa 33 Cent/l. Bei 25 Mrd verkauften Litern erwähnenswert.
Seit 2003 ist die Energiesteuer konstant, alleine die Teuerung hat sich seit dem um 12% zugelegt, statistisch wären 9,2 cent/l mehr Steuern zu erwarten gewesen.
wenn, dann sollten die Kollegen den gesamten Markt betrachten. Ich tanke i.d.R. bei OMV oder ENI, der Sprit kostet genauso viel oder wenig wie bei den hier genannten großen Ketten in Deutschland.
Und um soviel billiger sind die Freien auch nicht, weil - wie oben schon angemerkt - keine eigenen Raffinerien im Hintergrund stehen und Sprit zugekauft werden muss. Den dafür zu entrichtenden Preis legt keiner in Deutschland fest, hier konkorriert man auch mit dem Rest der Welt.
Hinzu kommtn dass der Staat in den letzten 10 Jahren auch an der Steuerschraube gedreht hat und eigentlich nicht Wirklich ein Interesse an billigem Benzin hat, da jeder Cent Erhöhung auch die Mehrwertsteuereinnahmen erhöht.
Pharisäer sind das, sonst nichts.
durchschnittlich 75 Cent. Zuzüglich des Mehrverbrauchs in Litern durch die geringere Dichte sind das etwa 92 Cent je Liter ersetztem Superbenzin.
Wer nicht gerade einen Direkteinspritzer hat, der hat durchaus Möglichkeiten auf Benzin zu verzichten. Der LPG Preis ist üblicherweise über Wochen stabil. Aber es ist eben nix für "E10 Schisser".
"Thüringens Verkehrsminister will den Tankstellen mit Hilfe des Bundesrates verbieten, Preise häufiger als einmal am Tag zu erhöhen."
Womit ein Preisvergleich wieder möglich wird. Bei den aktuellen Schwankungen kann man nicht mal morgens schauen wo man abends am billigsten Tanken kann. Man kann nur hoffen, dass der Trend der selbe ist.
Mit den Preisschwankungen wird dem Kunden jedes Gefühl für das aktuelle Preisniveau genommen und gehofft, dass der als Gewohnheitstier einfach die nächste Tanke ohne Rücksicht auf die aktuellen Kurse nimmt.
Jetzt miaut er mal wieder, der zahlose Tiger.
Aber halte - diesmal sinds gleich zwei. Politik und Kartellamt. Und sie brüllen sogar. Lauthals.
Wie sie auf Jagd gehen wollen. Und den Gegner erlegen, diesmal bestimmt. Ganz bestimmt.
Na, warten wir's ab. Mir ist, als ob die beiden sich schon wieder hingelegt hätte. Schaut doch, ihre Köpfe liegen schon wieder auf den Pfoten. Sie gähnen.
Kein Zahnn im Maul.
Jeweils ein Auge blinzelt schon wieder schlaftrunken.
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