Von Tilman von Rohden

Bei den Zwangsversteigerungen von Immobilien legt Bayern leicht zu.

Bei den deutschen Amtsgerichten sind 2006 erstmals seit Jahren wieder weniger Termine für Zwangsversteigerungen von Immobilien anberaumt worden. Bundesweit wurden 91.000 Termine von den Amtsgerichten angesetzt, was einem Jahresrückgang von 1,7 Prozent entspricht. Im Rekordjahr 2005 standen 92.577 Termine auf den Schwarzen Brettern der Gerichte.

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Die Verkehrswerte summierten sich 2006 auf 17,41 Milliarden Euro. Der Bundestrend erklärt sich dadurch, dass die starke Zunahme der Zwangsversteigerungen in den östlichen Bundesländern über viele Jahre 2006 erstmalig gestoppt worden ist.

In Bayern nahm die Zahl der Gerichtstermine 2006 entgegen dem Bundestrend um 1,6 Prozent auf 7764 zu. Der durchschnittliche Verkehrswert der Immobilien sank auf 273.526 Euro - ein Rückgang im Vergleich zum Vorjahr um knapp fünf Prozent.

Im Osten oft keine Bieter

In München nahmen die Termine um neun Prozent auf 593 ab. In Augsburg betrug der Rückgang dagegen 14,7 Prozent. Den Spitzenplatz eroberte sich in dieser Rubrik Braunschweig. Dort sank die Anzahl der Termine um 60 Prozent.

Aus der Anzahl der angesetzten Termine kann allerdings nicht auf die Zahl der versteigerten Objekte geschlossen werden. Denn insbesondere in den neuen Bundesländern fällt auf vielen Gerichtsterminen kein Hammer, weil es keine Bieter gibt.

Weitere Ursachen: Der Schuldner ist wieder zahlungsfähig, weil er neue Einkommensquellen hat oder die Verwandtschaft kurzfristig einspringt.

Viele anberaumte Termine kommen auch deshalb nicht zustande, weil sich im Rahmen einer Teilungsversteigerung die Erbengemeinschaft einigt. Nach der bundesweiten Statistik sind ein Drittel Folgetermine, weil die Immobilien im ersten Anlauf nicht zwangsversteigert werden konnten.

Alle Zahlen und Prognosen beruhen auf den Angaben des Ratinger Fachverlags Argetra, der die Zwangsversteigerungstermine aller 500 Amtsgerichte regelmäßig sammelt und kostenpflichtig veröffentlicht.

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(SZ vom 21. 3. 2007)