Von Peter Seiffert

Wie Kommunen neue Bürger begrüßen und Studenten den Erstwohnsitz schmackhaft machen.

Cottbus blutet aus. Eine Studie der Bertelsmann-Stiftung kam zu dem Ergebnis, dass die Stadt in der Lausitz bis zum Jahr 2025 einen Bevölkerungsrückgang von circa 15 Prozent verkraften muss. Schon jetzt wohnen hier etwa 6500 Bürger weniger als 2003.

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Die Stadt Heidelberg hat nicht nur eine romantische Kulisse, sondern auch so manches Geschenk zu bieten: Im Rahmen der "Aktion Heimvorteil" verschenkt sie an ihre Bürger Karten für das Kino, die Disco oder auch Modeboutiquen. (© Foto: dpa)

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"Durch kleine Geschenke wird dieser Einwohnerschwund im Osten nicht gestoppt", sagt Stadtsprecher Peter Lewandrowski, und so bekommen Neubürger nur ein Nachschlagewerk über die Stadt. Studenten aber erhalten zusätzlich 150 Euro auf die Hand. Voraussetzung dafür ist, dass sie ihren Erstwohnsitz nach Cottbus verlegen - denn das bringt der Gemeinde Geld aus dem sogenannten kommunalen Finanzausgleich.

Manch andere Stadt in Deutschland beschenkt alle ihre Neuzugänge, hat aber auch andere Ziele: So will Düsseldorf seine Bürger einfach nur freundlich willkommen heißen und München den öffentlichen Nahverkehr schmackhaft machen.

Heimvorteil

Knappe Kassen machen Prämienzahlungen auch für andere Universitätsstädte attraktiv. 700 Studenten schrieben sich etwa im mecklenburg-vorpommerischen Greifswald kürzlich neu ein; fast alle von ihnen haben die sogenannte "Umzugshilfe" von 150 Euro in Anspruch genommen, sagt Jan Meßerschmidt von der dortigen Ernst-Moritz-Arndt-Universität.

Nach Auffassung der Greifswälder gut angelegtes Geld: Auf zwei Millionen Euro schätzt Meßerschmidt den Betrag, der 2006 für 4200 mit Erstwohnsitz gemeldete Studenten vom Land gezahlt wurde.

Auch Heidelberg lockt. Seit 2006 gibt es dort die "Aktion Heimvorteil", eine Vorteilskarte für Kino, Disko oder Modeboutiquen, die wiederum aus dem Werbeeffekt Nutzen ziehen sollen. "Jeder, der hier wohnt, hat ja eigentlich keine Wahl", sagt Bert-Olaf Rieck von der Stadt Heidelberg. Der Lebensmittelpunkt sei laut Gesetz als Ort des Erstwohnsitzes festgelegt. "Und es ist schwierig, sein Leben nicht hauptsächlich dort zu verbringen, wo man studiert."

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