Von Von Bernd Kastner

Milbertshofen verliert sich in Einförmigkeit: Lange, gerade Straßen, ein Wohnblock gleicht dem anderen, eine Kreuzung der nächsten. Neue Grün- und Spielflächen sollen nun das Miteinander fördern.

Wer von Schwabing aus die Stadt Richtung Norden verlässt und den Mittleren Ring dort überquert, wo sie gerade den neuen Petuelpark auf den Deckel des Ringtunnels gebaut haben, der taucht ein in einen Siedlungsbrei. Lange, gerade Asphaltbänder, Haus an Haus, ein Block gleicht dem anderen, eine Kreuzung der nächsten. Allein die Ampelphasen scheinen der Gegend eine Art Rhythmus zu geben. Man ist in Milbertshofen und verliert sich in Einförmigkeit.

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"Dem Stadtteil fehlt die Mitte", sagt ein Mann, der im nächsten Atemzug bekennt: "Mein Herzblut steckt in Milbertshofen."

Franz Kraus war einst auch ein Fremder in diesem Viertel, inzwischen kennt er jede Straßenecke, fast jeden Hinterhof, und arbeitet daran, dem Viertel einen neuen Kern zu geben. Kraus ist Architekt und koordiniert im städtischen Planungsreferat, zusammen mit Ulrich Schaaf, das Programm Soziale Stadt für Milbertshofen.

Sie setzen seit vier Jahren in das Gebiet zwischen BMW-Werk und Christoph-von-Gluck-Platz, Petuelring und Frankfurter Ring Pflänzchen des räumlichen und sozialen Miteinanders. Stadtsanierung der Neuzeit.

In Kraus' Büro hängen Pinnwände mit Luftbildern des benachteiligten Quartiers. Kraus kann das negative Image des Stadtteils kaum mehr nachvollziehen. Obwohl das doch statistisch manifestiert ist.

Arbeitslosenquote und Armutsdichte wie kaum woanders in der Stadt, viel zu viele Kleinwohnungen und zu wenige grüne Flecken, Mangel an Infrastruktur für die ganz Jungen und die ganz Alten. Wer es zu was gebracht hat, der begeht Viertelflucht und sucht sich eine Gegend mit besserem Image.

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