Der privaten Kreditorgie folgt die staatliche. Aber wie weit kann eine Regierung eigentlich ins Minus rutschen? Und wann verschmähen Anleger Staatsanleihen?
Die Erfolge des Finanzkapitalismus basieren auf einem einzigen Wort: Kredit. Und seine Übertreibungen sind die Folge exzessiver Schuldenmacherei. Es fängt ganz harmlos an - mit einem Trick, den jeder private Zocker kennt: Zu dem einen Euro, den er investiert, leiht er sich vier weitere.
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Börsenhändler vor seinen Informationssystemen: Bisher reißen die Investoren der US-Regierung die Anleihen aus der Hand. (© Foto: dpa)
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Legt er die fünf Euro zu zehn Prozent an, hat sich sein eigenes Geld, der eine Euro nämlich, um sagenhafte 50 Prozent vermehrt, denn mit dem einem Euro Eigenkapital hat er ja 50 Cent verdient. So machen es nicht nur Spielernaturen. So handeln private Häuslebauer, Firmenjäger, Hedgefonds - und ganze Banken.
Das Spiel läuft, solange die Zinsen sinken, Kredite billig sind und Geldgeber einen immer höheren Verschuldungsgrad akzeptieren. Seit Anfang der 80er Jahre der damalige Chef der US-Notenbank Fed, Paul Volcker, die Hochinflation besiegt hat, gehen die Zinsen zurück - in Amerika von 15 Prozent auf zuletzt nur noch zwei Prozent.
Schmerzvoller Prozess
Seither werden immer mehr Schulden gemacht. Es ging ein Vierteljahrhundert gut. Niedrige Zinsen und eine nie dagewesene Geldfülle machten es Unternehmen und Konsumenten einfach, Kredite aufzunehmen. Es war ein gewaltiges Doping für Börsen und Konjunktur, das irgendwann an seine Grenzen stoßen musste.
Nun heißt es Abschied nehmen von der wundersamen Geldvermehrung. Seit die Finanzkrise tobt, sind Banken und Hedgefonds, Firmenjäger und Verbraucher gezwungen, ihre Schulden zurückzufahren, deleveraging heißt der schmerzvolle Prozess im Englischen.
Es ist wie bei einem Schneeballsystem: Werden die alten Kredite nicht immer wieder durch neue, noch höhere ersetzt, bricht das System zusammen, die hohen Renditen kehren sich ins Gegenteil um: massive Verluste. Eine tiefe Rezession, vielleicht sogar Depression ist nicht mehr ausgeschlossen.
Alle haben sich bedient, als das Geld so billig war: Die durchschnittliche Verschuldung der amerikanischen Haushalte ist von 75 Prozent des verfügbaren Einkommens im Jahr 1990 auf beinahe 130 Prozent am Beginn der Finanzkrise gestiegen.
Nicht mehr allzu viel wert
Während der amerikanische Verbraucher auf Pump lebte, haben die Banken ihre Gewinne durch eine schamlose Schuldenmacherei aufgeblasen. So stieg im Finanzsektor das Verhältnis der Schulden zum Bruttoinlandsprodukt von rund 20 Prozent Anfang der 80er Jahre auf zuletzt 110 Prozent.
Doch dann platzte die Immobilienblase. Haushalte und Banken werden von ihren Schulden erdrückt, weil weder die Häuser noch die Papiere in den Bankbilanzen allzu viel wert sind.
Nur die Schulden sind noch da sind - und sie sind gewaltig. Viele Institute sind nur deshalb am Leben, weil die Notenbank sie großzügig mit frischem Kapital versorgt und als Sicherheit zweifelhafte, wenn nicht wertlose Wertpapiere akzeptiert.
Fed-Chef Ben Bernanke hat die Leitzinsen Richtung null Prozent gedrückt und kauft zudem Subprime-Müll am Markt. Das Ergebnis: Die Bilanz der Fed hat sich ungesund aufgebläht. Mehr als 2,2 Billionen Dollar fragwürdiger Papiere enthält sie inzwischen. Und was steht dem entgegen? Nun: Die Bank darf Geld drucken.
Lesen Sie auf der zweiten Seite, welchen Weg Staaten klassischerweise aus der Schuldenfalle nehmen können.
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65. Filmfestspiele Cannes
Ich kann mich an Zeiten erinnern, in denen seriöse Geschäftsführung, seriöse Politik und seriöses Miteinander an der Tagesordnung waren. Mittlerweile sind wir im tiefsten Demokratur- und Kapitalfeudalismus gelandet. Die Gesellschaft trägt diejenigen, die nur wenig mehr als heiße Luft produzieren, tausende von Existenzen vernichten und sich parasitär an dem nähren, was die Gemeinschaft erarbeitet. Es wird Zeit, dass wir aufwachen und von dem Gebrauch machen, was Mitspracherecht an der Gestaltung des Staates heißt. Dazu müsste man nur aus seiner selbstgestrickten Blase an Ignoranz erwachen, die die reale Welt nicht in unsere Vorgärten lässt.
Wenn Frau Hoffmann richtig recherchiert hat (und warum sollte sie nicht), dann sind die USA schon lange weit davon entfernt, die Aufnahmebedingungen für die Euro-Zone zu erfüllen.
So ist das mit der Leitmacht der freien Welt.
Es ist nicht nur die Gier der Ackermanns dieser Welt. Auch der Irakkrieg fordert eben seinen Preis. Wallensteins Gesetz ("Der Krieg ernährt den Krieg") und Clemenceaus Devise ("L'Allemagne payera tout") funktionieren eben nicht mehr so gut.
Aber keine Angst: Zahlen werden wir schon müssen!
Im großen und ganzen sehe ich die Sache auch so.
Aber da ist nicht das kaptialistische System schuld, sondern die in (fast) jedem Menschen steckende Gier. Die ist in USA aus dem Ruder gelaufen.
Übrigens hat auch Argentinien über seine Verhältnisse gelebt und ist schon seit einiger Zeit pleite. Ist ja nicht gerade der Hort des Kapitalismus.
Der Kapitalismus aktiviert über die Gier die Leistungsbereitschaft und Kreativität der Bürger. Und das ist gut so, denn wenn nicht alle mitziehen kann eine Gesellschaft nicht funktioniern, siehe Sozialismus.
Aber es wurde versäumt, die Regeln zur richtigen Kanalisierung der freigesetzten Leistungsbereitschaft und Kreativität schnell und effizient genug zu erweiteren und an die sich immer schneller ändernden Bedingungen anzupassen.
Was natürlich echte Sorgen bereiten sollte ist, dass der größte Schuldner der Welt auch der größte Waffenbesitzer ist und freundlicherweise auch noch in unserem Land große Militärbasen unterhalten darf. Das erleichtert das Schuldeneintreiben in keiner Weise. Wozu brauchen wir die Jungs eigenlich noch bei uns?
In der Sprache wohlerzogener und gut situierter Bürgertöchter und -söhne der westlichen Hemisphäre könnte man auch statt dessen schreiben: "Hey, Alda! Krisse keins auffe Fresse, gibse mir die Marie!" Offenbar erreichte dieser Slogan aus den Villenvororten der Metropolen auch bereits Bernanke. Anders ist es nicht zu erklären, weshalb er die Notenpressen schon mal auf ihre Funktionstüchtigkeit hin inspizierte. Anders gefragt: Wer will schon die Schuld auf sich nehmen, wenn die missratenen Töchter und verkommenen Söhne (v. Matt) zur schulischen Reifeprüfung keinen VW-Golf mehr geschenkt bekämen und sie daraufhin den örtlichen Sheriff, der damit überhaupt nichts zu tun hat, zur Minna machten?
Trauen sich die Berichterstatter jetzt langsam an die Wirklichkeit hinter der kapitalistischen Lüge? Wird es ihnen zu schwer, das kapitalistische Lügengebäude aufrecht zu erhalten? Schneeballsystem, mutig, langsam kommen wir der Wahrheit auf die Spur. Aber jetzt mal Ironie beiseite, das Rätselraten, wie sich die größte Lüge dieser Erde, also das wahre "land of evil" oder wie es die meisten nennen, die USA, entschulden, ist kein Geheimnis. Spätestens Mitte 2009, wird die Regierung der USA, unter dem neuen Messias Obama, den Dollar als Zahlungsmittel durch den Amero ablösen. Sie wird sich, wenn sie höflich ist, bei den Ländern, die lange genug an dieses Lügenland geglaubt haben, für die kostenlose Lieferrung der Waren und Rohstoffe bedanken. Ehrliche Worte der Amis wären dann: wir haben euch ein halbes Jahrhundert belogen und betrogen, und ihr wart blöde genug uns den Mist, den wir euch erzählt haben, zu glauben. Aber, da wir schon lange diesen Schritt vorausgeplant haben und uns für diesen Tag bis über beide Zähne bewaffnet haben, könnt ihr jetzt nichts dagegen tun, außer eure totale Pleite hinzunehmen. Mit freundlichen Grüßen euer messianischer Hoffnungsträger Barack Obama.