Die Regierung rettet die Wirtschaftswelt heute - und macht damit die Schulden von morgen. Ausbaden müssen das später unsere Kinder.
Politiker und Wirtschaftsgrößen spielen in diesen Tagen mit der Zukunft der Kinder. Sie tun dies, damit Vertrauen zurückkehrt in ein Finanzsystem, das kein Vertrauen mehr verdient hat, nachdem sich herausstellte, dass das Wirtschaftsleben viel zu stark auf Pump aufgebaut ist.
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Merkel braucht die Kinder von heute, damit sie mit ihren Steuern von morgen für die Schulden des Staates gerade stehen. (© Foto: ddp)
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Ohne Kredit gibt es kaum Investitionen, weniger Konsum und keine Wohltaten vom Staat. Viele Firmen und das Gros der Banken wirtschaften mit weniger als zehn Prozent eigener Mittel. Die Rückführung der Schulden wird oft in die ferne Zukunft verschoben oder ist gar nicht geplant.
Zinslast steigt ständig
Das ging gut, solange jeder jedem Kredit einräumte. Dazu sind aber florierende Geldmärkte notwendig, über die sich Banken kurzfristig Mittel besorgen können. Doch die Zinslast steigt in solch einem System ständig und verkleinert den Spielraum, die Kredite irgendwann zu tilgen.
Dies gilt besonders für den Staat, der bereits vor der Zuspitzung der Krise schon beinahe jeden sechsten Euro für die Bedienung eines 900 Milliarden Euro schweren Schuldenberges reservieren musste. Der entspricht einem Drittel der Wirtschaftsleistung eines Jahres.
Vertrauen in Merkel
Die 1000 Milliarden Euro schwere Garantie von Kanzlerin Angela Merkel für die Sparer war sicher notwendig, um die Menschen von Massenabhebungen ihres Ersparten abzuhalten. Sie greift. Viele Menschen vertrauen Frau Merkel und dem Staat.
Sie verlassen sich auf die Kanzlerin auch, weil Deutschland zu den besten Schuldnern der Welt gehört. Anders als die Regierungen vieler europäischer Nachbarn könnte der Bund im Notfall auch hohe Milliardenbeträge aufbringe. Die dafür notwendigen Anleihen würden ihm am Kapitalmarkt wohl abgekauft. Ein Schicksal wie Island, das gegen den Staatsbankrott kämpft, muss Deutschland nicht befürchten.
Unvorhersehbare Zukunft Aber die Garantie-Erklärung, genauso wie die Bürgschaften für die notleidende Immobilienbank Hypo Real Estate, bergen Verpflichtungen, denen der Staat im Zweifel nachkommen muss. Zwar ist es mehr als unwahrscheinlich, dass die Einlösung aller Bundesversprechen nötig wird. Aber es wird noch einiges auf die Regierung zukommen in dieser größten Krise seit den 1930er Jahren.
Die neuen Schulden werden auch noch stehen, wenn die heutigen Kinder die Steuern verdienen müssen, die der Staat für seine Kreditwürdigkeit so dringend braucht. Welche Wirtschaftsleistung nachfolgende Generationen erbringen können, ist in einer Welt mit exponentiell wachsender Bevölkerung und knapper werdenden Ressourcen aber unsicherer denn je. Von der künftigen Schuldenlast hängt jedoch der Lebensstandard aller Bürger ab.
Lesen Sie auf der nächsten Seite, warum das deutsche Modell auch in ganz Europa erfolgreich sein könnte.
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Vorschlag:
Liebe Kinder, Frau Merkel hatte vermutlich nicht nachgedacht, als sie euer Geld, das ihr durch eure Arbeitskraft zurückzahlen sollt, seit ihr zwar nicht gefragt worden.
Die Banken haben alle in den Ruin getrieben und Frau Merkel und weltweit sieht man trotzdem noch Bedarf diese Verbrecher zu unterstützen mit eurem Geld, ist das nicht fair?
Sollte hier eine Generation heranwachsen, die da nicht mitspielen wollen, haben wir dann nicht das nächste Ergänzungsproblem ? Warum, die Kinder gehen lieber woanders hin, wo die Politik auf ihre Bürger achtet und die Würde des Bürgers, noch dazu so kleiner,
nicht mit Füßen tritt !!!
Das nehmen weder Politiker noch deren Wähler zur Kenntnis. Die denken alle nur in Legislaturperioden. Wenn die in einer Legislaturperiode nur 150 Milliarden Euro Schulden machen, feiern sie sich lauthals, voller Erfolg. Dann werden erst einmal neue Ausgabenrekorde geplant, Wirtschaftsentwicklung hin oder her spielt keine Rolle. Jedes zweite Wort ist dann, der Bürger muß Vertrauen haben, fragt sich nur in wen. In Ausgaben Politiker ? In zockende Banker ? in Finanzberater, die das Geld anderer verzocken um selber Boni zu kassieren, in Analysten, die hinterher immer wissen, was sie falsch gemacht haben oder der neueste Trend, in Experten. Die fragen ständig, was interessiert mich meine Aussage von gestern. Wie gesagt, bezahlt werden muß alles, wer denn sonst als wir und unsere Kinder und Kindeskinder. Derweil erhöhen Politiker ihre Diäten und Pensionen und Abfindungen.
Frau Boehringer schlug doch vor zwei Wochen vor, die Zentralbanken abzuschaffen...
...na ja... nicht sehr überzeugend...
Sicher, wichtig auf die Staatsschuld hinzuweisen, auch auf den großen Nutzen eines dezentralen Volksbanken- und Sparkassensystems.
Auch nach Begrenzung und genauer Prüfung von Stützungsaktionen.
Andere Experten schlagen jetzt übrigens vor, nicht allzu restriktiv mit staatlichen Investitionen vorzugehen, sondern eher befristete und planvolle antizyklische Haushaltspolitik zu betreiben.
Allein, mir fehlt der Glaube, dass das die üblichen Verdächtigen interessiert.
Die Politik macht es doch vor:
- Geld ausgeben, welches man nicht hat, nicht wissend, ob man es je zurückzahlen kann
- Gesetze schaffen, die das momentane Schlamassel erst ermöglichen (niemand hat hier gegen Gesetze verstossen!)
- sich selbst schamlos bedienen (finanz. Sonderstellung der Politiker, Immunität)
- lügen, bis der Arzt kommt
Das solide Wirtschaften (ich habe noch gelernt, dass man nur ausgeben kann, was man hat) sollte selbstverständlich sein. Solange aber das Ausnützen des Systems nicht empfindlich bestraft wird, wird sich nichts ändern.
Hat schon mal jemand einen Mafiosi gesehen, der sich durch "Dutzi dutzi, das macht man aber nicht!" von seinen Handlungen abbringen liess?
Nett auch, dass die bisher belächelten Volks- und Raiffeisenbanken nun auf einmal als Vorbild dastehen. Bis vor Kurzem habe ich mir anhören müssen, dass sich *auch diese* dem globalen Markt öffnen müssten, ihre Strategie überdenken bla bla bla usw., weil sie ansonsten "untergehen" würden mit ihrer "lächerlichen" "Rendite".
Was für ein Treppenwitz!
Wenn es nicht so traurig wäre, man müsste glatt lachen!
DW
"Ein Schicksal wie Island, das gegen den Staatsbankrott kämpft, muss Deutschland nicht befürchten."
Wie begründet die Autorin diese Meinung? Wenn das so wäre, könnte Deutschland ja einfach grenzenlos Schulden machen und die Tilgung durch immer neue Schulden auf den St. Nimmerleinstag verlegen. Selbst 1.000 Trilliarden Euro Schulden wären dann kein Problem.
Tatsächlich ist nicht die Frage, OB die Bundesrepublik zahlungsunfähig wird, sondern WANN. Durch den Zinseffekt wächst der Schuldenberg zwangsläufig auf eine Größe, die niemand mehr refinanzieren kann.
Siehe Josephspfennig z.B. unter
http://www.johnny.ch/math/images/josephspfennig.jpg
Hinsichtlich der Sparkassen und Volksbanken stimme ich der Autorin zu.
Was würde eigentlich passieren, wenn sämtliche Privatbanken vom Markt verschwinden? Dann übernehmen Sparkassen und Volksbanken den Markt bzw. die Konten, Wertpapierdepots und Kreditgeschäfte. Volkswirtschaftlich wäre das ein Segen, und es würde offensichtlich, wie überschätzt, überflüssig und schädlich die Privatbanken (vor allem die Investmentbanken) waren.
Paging