Griechenland in der Abwärtsspirale: Investoren wetten frech auf eine Pleite des Landes, und das Klima zwischen Berlin und Athen ist vergiftet. Die Nerven liegen blank.
Es mag Zufall sein, dass Josef Ackermann gerade jetzt in Griechenland weilt. Zwar handele es sich um eine normale Geschäftsreise des Deutsche-Bank-Chefs, betont ein Sprecher des Konzerns. Doch Ackermann spricht dort auch mit Regierungsvertretern, womöglich trifft er sogar den Ministerpräsidenten George Papandreou. Zwar dementierte ein Regierungssprecher energisch, es gehe dabei auch um einen möglichen Kredit über 15 Milliarden Euro. Doch dürften der Banker und der Regierungschef sich beraten, wie Griechenland sich in den nächsten Wochen frisches Geld beschaffen kann.
Griechenland braucht dringend Geld - und der Euro leidet. (© Foto: AP)
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16 Milliarden Euro fällig
Schon diese Woche hatte Athen den Markt sondiert, um über eine neue Anleihe bis zu fünf Milliarden Euro einzusammeln. Das ist noch nicht einmal ein Zehntel dessen, was das Land in diesem Jahr braucht, allein im April und Mai werden 16 Milliarden Euro fällig. Doch gelänge die Aktion, würde dies die Märkte beruhigen und Vertrauen schaffen. Am Freitag aber hieß es in Finanzkreisen, das Land habe die Pläne zunächst verschoben. Zu schwierig schien es, Investoren zu gewinnen, nachdem ein Generalstreik das Land gelähmt und die Ratingagentur Standard & Poor's eine weitere Herabstufung der Bonität angedroht hatte.
Jene deutschen Banken, die sich in der Vergangenheit in großem Stil mit griechischen Anleihen eingedeckt hatten, fallen als Investoren derzeit weitgehend aus. Die Hypo Real Estate als größter deutscher Gläubiger hat knapp zehn Milliarden Euro in Griechenbonds investiert. Anlagen in südeuropäischen Staatsanleihen gehören aber nicht mehr in die Strategie der Bank, heißt es in München. Ähnliches gilt für die Commerzbank-Tochter Eurohypo (3,1 Milliarden Euro) sowie Landesbanken. Sie alle wollen derzeit eher Risiken abbauen.
Noch gibt es aber vermögende Privatinvestoren, die zu investieren bereit und in der Lage sind. Hedgefonds, die zuletzt gegen Griechenland spekulierten, könnten als Käufer der Staatsanleihen auftreten. Auch Versicherer, Pensionsfonds und Staatsfonds kommen als Investoren in Frage. "Es gibt viele, die gerade jetzt auf der Suche nach höheren Zinsen sind", sagte ein Kreditexperte.Dennoch wächst die Angst, dass Athen es nicht schafft, sich frisches Geld zu beschaffen. "Unsere Hauptsorge ist, ob Griechenland zu tragbaren Zinsen Zugang zum Kapitalmarkt hat", sagt Chris Pryce, Analyst bei der Ratingagentur Fitch.
In Finanzkreisen wird darauf verwiesen, dass auch die Polemik deutscher Medien und Politiker gegen Griechenland Spekulanten in die Hände spielt. "Die Hedgefonds klatschen Beifall", sagte ein Marktkenner. Die öffentliche Kritik an Griechenland erschwere Athen die Refinanzierung, damit wachse die Wahrscheinlichkeit, dass Deutschland helfen muss. Empörung hatte in Griechenland unter anderem ein Titelbild des Magazins Focus ausgelöst, das die Venus von Milo mit einem ausgestreckten Mittelfinger neben dem Schriftzug "Betrüger in der Euro-Familie" zeigt.
Zwar sind deutsche Banken allein nicht ausschlaggebend dafür, ob Griechenland genug frisches Geld bekommt oder nicht. Doch erstens ist unklar, ob andere europäische Kreditinstitute sich ähnlich zurückhalten. Zweitens versuchen Banken mit großen Griechenbond-Beständen offenbar, ihr Risiko zu reduzieren. Sie können dies auf zwei Wegen tun. Entweder sie stoßen ihre Anleihen, deren Kurse stark gesunken sind, mit Verlust ab, oder sie kaufen Kreditversicherungen gegen einen Ausfall, so genannte Credit Default Swaps (CDS).
Im Video: Deutsche-Bank-Chef Ackermann hat in Griechenland Regierungsvertreter getroffen. In Finanzkreisen hieß es, Athen habe offenbar finanziellen Beratungsbedarf.
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....Ihre Reaktion ist rein logisch zu verstehen, doch: versuchen Sie doch einfach mal nicht genau wie die Griechen emotional uebers Ziel hinauszuschiessen.
Gluecklicherweise gibts in GR (wie ich taeglich feststelle) genuegend Menschen, denen der Ernst der Lage bewusst ist (genau diese "einfachen" Leute, die eben jetzt aufgerufen werden die Zeche zu zahlen) und diese ganze Sache mit den etwaigen Reparaturzahlungen als billiges Ablenkmanoever erkannt haben. Das was hier einen Jeden Wirklich interessiert ist die Hoehe und Form der Zeche die jetzt ansteht um die ueber 300 Milliarden die sich einige Wenige in den letzten 2 Jahrzehnten unter den Nagel gerissen haben wieder auszugleichen. Und die Frage nach der politischen Verantwortung dafuer hat sich noch gar nicht gestellt. Sollte es mal wirklich zu einer Geschichtsaufarbeitung kommen dann gibts echt noch eine kleine Hoffnung, dass die Gesellschaft einen kleinen Schritt nach Vorn macht.
Der Grossteil der Bevoelkerung in GR hat den enormen Abbau der Lebensverhaeltnisse der jetzt ansteht nicht verdient - sie waren eh schon niedrig genug.
Viel Spass in Kroatien.
"Was genau sind Hedge-Fonds, was tun sie und warum spekulieren sie..."
Ein Hedge-Fond ist ein Geldbeutel. Da wird etwas hinein gegeben und auch wieder heraus genommen. In der Zwischenzeit knetet jemand daran und Voila, plötzlich ist er voller (meistens), oder leerer.
Ein Jurastudent kann das nicht verstehen, denn dieser Zauber läuft immer legal ab. Die Frage ist aber, warum das so ist? Vieleicht findest Du in deinem Studium ein paar Hinweise darauf.
Wenn man genau überlegt, kann dies aber nicht eintreten. Dafür bräuchte es neue Gesetze, für die unsere derzeitigen Politiker nicht bereit sind.
Die Griechen (wie auch alle anderen nach 2002 aufgenommenen Mitglieder) wurden mit Krediten angefüttert, um die Waren des Exportweltmeisters, (deren Gewinner aus dem Hause Hundt und Rogowsik zuhause gleichzeitig die Löhne gedrückt haben, bis es quietscht) zu kaufen und so unseren Export zu stützen. Unsere exporte werden nicht nur nach Griechenland zurückgehen, sondern auch nach Spanien, Portugal und Irland.
Wenn Deutschland bzw. die EU den Griechen mit Krediten hilft, ist das eine Subventionierung des eigenen Exports, der Hundts und Rogowskis und der Banken. Wenn nicht, zerbricht die EU. Offensichtlich sind die Goldmänner, die Griechenland bei seiner Frisiererei gegen die EU geholfen haben - gegen dicke Entlohnung -, nun weiter dabei, zu verdienen.
schließlich sind doch primär die Deutschen Schuld an unserer Misere. Ergo müssen sie zahlen...
Ferner wäre es vielleicht besser gewesen wenn die CDSs schon früher teuerer geworden wären. Dies hätte den Prozess früher eingeleitet. Dann wäre Griechenland nicht ganz so hoch verschuldet. Wir sollten die Kirche im Dorf lassen...
"Investoren wetten frech auf eine Pleite des Landes..." meint die SZ. Frage: Was soll daran "frech" sein?
Bis vor kurzem waren griechsiche Staatsanleihen deutschen gleichgestellt. Dass dies nicht der Realitaet entsprechen konnte musste klar sein. Und den oder die Finder dieses offensichtlichen Widerspruchs als "frech" zu bezeichnen ist nunja...frech. Und arrogant dazu.
Die EU lernt momentan eine wertvolle Lektion: Eine aus rein politischen Gruenden geschaffene Waehrung kann sich nicht den Gesetzen des Finanzmarktes entziehen. Und wer entgegen den Gesetzen dieses Marktes handelt wird bestraft.
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