Interview: Thomas Fromm

Sparkassen-Verbandschef Heinrich Haasis über die Folgen der Krise, die Zukunft der Landesbanken und Kundenvertrauen.

Schwabe, CDU-Politiker, und mit 26 Jahren schon Bürgermeister: Der heute 64-jährige Heinrich Haasis ist Polit-Stratege durch und durch. Die größte Angst des Sparkassenpräsidenten: Dass seine 438 Institute von der Schieflage einiger Landesbanken mitgerissen werden. Im Interview gibt er den Realisten: Der Umbau der Landesbanken kommt - aber nicht sofort.

Heinrich Haasis, dpa

Sparkassen-Präsident Haasis sagt: "Die Kunden der Sparkassen müssen sich keine Sorgen machen." (© Foto: dpa)

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SZ: Herr Haasis, Sparkassen galten bislang als Fels in der Brandung. Jetzt muss in Norddeutschland die Sparkasse Südholstein gestützt werden. Wie sicher sind denn Sparkassen wirklich?

Heinrich Haasis: Den Sparkassen geht es gut und sie sind sicher. Wir gehören zu den wenigen Bankengruppen in Europa, die im vergangenen Jahr noch Geld verdient haben. Damit sind wir zufrieden. Zugegeben, es gibt einen Fall, bei dem eine Sparkasse Probleme hat. Das hat aber nur zum Teil mit der Finanzkrise zu tun.

SZ: Bleibt die Sparkasse Südholstein also ein Einzelfall oder muss ich mir als Sparkassenkunde Sorgen machen?

Haasis: Das ist ein Einzelfall. Die Kunden der Sparkassen müssen sich keine Sorgen machen. Aber natürlich bekommen auch wir die Krise zu spüren. Im vergangenen Jahr schlug die Krise noch nicht durch; im laufenden Jahr haben wir eine gespaltene Situation. Branchen, die ihre Geschäfte im Inland machen, haben überwiegend keine Probleme. Wegen der massiven Einbrüche im Export beim Maschinenbau und in der Automobilindustrie müssen wir aber damit rechnen, dass es bei gewerblichen Krediten zu höheren Abschreibungen kommt als 2008.

SZ: Sie werden im laufenden Jahr also noch Gewinne schreiben?

Haasis: Davon gehen wir aus. 2008 war geprägt durch Abschreibungen auf Wertpapiere. Hier ist das Schlimmste überstanden. In diesem Jahr wird es im Kreditgeschäft Ausfälle geben. Die Sparkassen sind aber stark genug, um das zu verkraften.

SZ: Nach der Lehman-Pleite haben Sie enorm davon profitiert, dass das Vertrauen in den privaten Bankensektor verlorenging. Bleibt das so?

Haasis: Es gibt nach wie vor ein starkes Vertrauen in die Sparkassen. Es gibt Umfragen, die zeigen, dass wir in punkto Vertrauen auf einer Ebene liegen mit Institutionen wie Gerichten. Banken rangieren weit hinter uns. Vor ein paar Jahren haben viele unser Geschäftsmodell für überholt gehalten. Jetzt ist das Bankgeschäft vor Ort - man kennt seine Kunden und seine Berater - wieder angesagt.

Im zweiten Teil: Warum die Sparkassen nicht generell bei den Landesbanken aussteigen wollen - und warum das Geschäftsmodell von BayernLB und Co doch etwas taugt.

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