Nicht alle Ausweisangebote bieten die erforderlichen Informationen - und Verbraucher wissen häufig nicht, wie sie die Papiere lesen sollen.
Nach dem Ablauf mehrerer Übergangsfristen ist der Energieausweis nun seit Anfang des Jahrs für alle Wohnimmobilien Pflicht. Mieter und Kaufinteressenten können vor Vertragsabschluss verlangen, dass ihnen der Pass über den Verbrauch vorgelegt wird. Das soll ihnen erleichtern, festzustellen, welche Kosten auf sie zukommen. Doch nicht alle Angebote bieten die erforderlichen Informationen - und Verbraucher wissen häufig nicht, wie sie die Papiere lesen sollen.
Ein durchaus komplexes Dokument: der Energieausweis (© Foto: Schierenbeck/dpa/tmn)
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"Teilweise sind die Energieausweise schlicht falsch", sagt Achim Fischer, Energiereferent der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf. Er bezeichnet den Energieausweis als "Papiertiger": Die Datenabfrage sei zu gering, und ob die Angaben stimmen, werde oft nicht geprüft. Das ergab eine Stichprobe der Verbraucherschützer bei annähernd 100 Online-Anbietern.
"Nicht ordentlich geprüft"
Demnach bot ein Drittel ungültige Dokumente an, und gesetzlich vorgeschriebene Merkmale wurden nicht oder mangelhaft erfasst. Daher kritisiert auch Thomas Kwapich von der Deutschen Energie-Agentur (dena) in Berlin Online-Energieausweise zu Dumpingpreisen: Ausweise für 9,90 Euro könnten - berücksichtige man Porto- und Druckkosten - "nicht ordentlich geprüft" sein. Nur der ordnungsgemäß erstellte Energieausweis sei aber ein wichtiges Instrument gegen die "zweite Miete".
Wer sich vor wenig zielführenden Ausfertigungen schützen will - ob als Verkäufer oder Käufer, Vermieter oder Mieter -, sollte sich die einzelnen Bestandteile des Papiers vor Augen führen.
Grundsätzlich ist der Energieausweis ein vierseitiges Standardformular. Auf der Homepage des Bundesbauministeriums lässt es sich zum Beispiel kostenlos ausdrucken.
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Wie bei der Autoplakette sollte er doch den eigentlichen Namen tragen - Abzockerausweis.
genauer. sie können die Überschrift lesen, aber nicht den Inhalt. Da ist Beschiß Tür und Tor geöffnet, da viele Details nicht offen sichtbar sind und nur unter hohem Aufwand ("Bauteilöffnung"-Teilabbruch) Gutachterlich ermittelt werden können. Nie wird eine Immo von der Bruchbude zum Superbau, aber die Schönung kann kaum nachgewiesen werden. Denn: der Bedarfsausweis garantiert ja keinen bestimmten Energieverbrauch!
Daß Bruchbuden viel Energie verbrauchen, kann sich jeder heute auch schon denken. Daß dieser Staat (und seine Günstlinge) dem Bürger das Denken zunächst fürsorglich erleichtert - und später wohl komplett abgewöhnt - das ist leider Trend.
Weil bei Kühlschränken und Waschmaschinen mit ihren simplen Konstruktionen eine Klassifizierung so schön übersichtlich ist, sollte Gleiches auch bei Gebäuden gelten. Egal ob Alt- oder Neubau: Die den Bau beschreibenden Basisdaten sind extrem von der Ausführung im Detail abhängig. Außerdem entsprechen die Modellrechnungen aus dem Umfeld der K- (oder U-) Wert-Ideologie nicht der Physik, was sich bei Vergleich der Modellwerte mit den Verbrauchswerten zeigt. Also wozu dann aufwändig Modellrechnungen anstellen, wenn insbesondere bei größeren Wohnanlagen eine große Zahl von Verbrauchswerten über Jahre hinweg vorliegt.
Der Bedarfsausweis ist mehr Arbeitsbeschaffungsmaßnahme und Marketinginstrument als Hilfe für Mieter und Vermieter.
Herr Fischer sollte noch genauer darauf eingehen, wie der - seiner Meinung nach - genauere Energie-Effizienz-Ausweis bei einem älteren Objekt erstellt wird.
Nach "Erfahrungswerten"! Wie auch sonst? Wer soll nach 50 Jahren wissen, wie gut die Wärmedämmung im Dach und im Estrich ist. Welche Ziegel wurden verwendet?