Für den Wellnessbereich in den eigenen vier Wänden müssen keine besonderen Voraussetzungen gegeben sein. Eine Sauna kann man nicht nur im Keller, sondern auch in ganz normalen Wohnräumen aufstellen.
Rüdiger Jordan, 34, gestaltet Innenräume. Er gibt Tipps und Anregungen zur funktionalen und ästhetischen Entfaltung von Wohnungen.
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Für die Planung einer Sauna in der Wohnung sollte man sich gedanklich den Ablauf eines Saunaganges vor Augen halten und sich je nach räumlichen und finanziellen Möglichkeiten überlegen, ob die Dusche oder Badewanne das Tauchbad und das Schlafzimmer den Ruhebereich ersetzen kann. Nicht nur wegen des Nachschwitzens ist der Verzicht auf einen separaten Ruhebereich nur sehr bedingt empfehlenswert.
Eine kleine Sauna mit Sitz- statt Liegeflächen lässt auch in weniger großzügigen Räumen noch Platz für zwei Ruhe-Liegen. Je nach Zuschnitt reichen schon zwölf Quadratmeter.
Dann sollte die Sauna aber gleich neben dem Bad sein.
Wer eine Badewanne hat, kann diese zum Abkühlen benutzen und auf ein Tauchbad verzichten. Eine Schwallbrause lässt sich leicht in der Dusche nachrüsten. Steht die Sauna an der Außenwand, kann die Abluft mit geringem Aufwand direkt nach außen geführt werden. Die Saunen der Firma Klafs beispielsweise, die ab einer Größe von eineinhalb Quadratmetern zu haben sind, kann man an eine normale Zimmersteckdose anschließen.
Sonderanfertigungen - freilich teurer - passen sich auch schwierigen räumlichen Situationen an, etwa einem schrägen Dach oder Raumnischen. Unabhängig von ihrer Größe wirkt die Sauna immer wie ein großer Kasten, dessen räumliche Wirkung man abschwächen sollte. Eine großflächige Verspiegelung oder auch nur ein großer Spiegel an der Außenseite vergrößern den Raum optisch und schmälern das Volumen des Sauna-Körpers. Glastüren und Fenster an der Vorderseite lassen diesen freundlicher erscheinen.
Man kann sich seine Sauna einbauen lassen - wer eine erfahrene Firma beauftragt, genießt den Vorteil, ein vielfach erprobtes Produkt zu erhalten. Die zweite Möglichkeit: Man versucht sich selbst an einem Bausatz.
Oder aber, die dritte Option: Man kauft nur einzelne Komponenten und baut eine Sauna nach eigenen Vorstellungen. Besonders bei Eigenkonstruktionen sind Dinge wie die richtige Lage der Zu- und Abluft zu beachten. Üblicherweise strömt die Zuluft unter dem Saunaofen ein, so dass sie von diesem gleich erwärmt wird. Die Abluft soll gegenüber im oberen Bereich möglichst direkt nach außen geführt werden. Ein alternatives Konzept: Zuluft aus der Decke über dem Ofen, die Abluftöffnung im Bodenbereich, wodurch die Temperaturen innerhalb der Sauna gleichmäßiger sind.
Für die Wand- und Deckenkonstruktion darf man keinesfalls minderwertige Spanplatten verwenden, sondern entweder massives Vollholz, das durch Nut und Feder miteinander verbunden ist, oder mit Profilholz verkleidete Holzständerkonstruktionen mit innenliegender Dämmung und Dampfsperre. Eine gute Dämmung bekämpft übermäßigen Energieverbrauch, und die Dampfsperre verhindert, dass die Feuchtigkeit in der Sauna durch die Wand in andere Räume oder nach außen dringt. Gut geeignet für die Außen- und Innenverkleidung ist nordische Fichte oder die standfeste kanadische Hemlocktanne.
Da Saunen üblicherweise keinen eigenen Boden haben, muss der Fußboden in der Wohnung auf seine Eignung geprüft werden. Natursteinböden und Fliesenbeläge sind uneingeschränkt geeignet, während Holz-, Linoleum-, und natürlich auch Teppichböden nicht geeignet sind. Hier heißt es: Boden abdecken und isolieren!
Als Wärmequelle kommen im Wohnbereich nur elektrisch betriebene Öfen in Frage. Ihre Leistung ist von der Größe der Saunakabine abhängig. Je mehr Steine erhitzt werden, desto größer ist auch die Wärmespeicherfähigkeit, und um so intensivere Aufgüsse sind möglich.
Wer mangels Platz keine Sauna in der Wohnung einbauen kann, lässt sich alternativ von einer Dampfdusche verwöhnen. Sie gleicht äußerlich einer normalen Dusche, hat jedoch eine fast vollständig dicht schließende transparente Kabine mit ein oder zwei eingebauten Sitzen, die hochgeklappt werden können, um die Dampfdusche wie eine normale Brause zu benutzen. Ein elektrischer Dampferzeuger nebelt den Genießer ganz nach Wunsch ein. So kann man in der Dusche sitzend dampfbaden und sich vielleicht noch von eingebauter Beleuchtung und einer Musikanlage stimmungsvoll berieseln lassen.
65. Filmfestspiele Cannes