Von Horst Peter Wickel

Die meisten Wirtschaftszweige haben die ältere Generation schon als Zielgruppe erkannt. Banken hinken dabei noch nach.

An den älteren Menschen geht heute kein Weg mehr vorbei, auch für die Finanzwirtschaft. Nicht selten haben die betagteren Bundesbürger ein ansehnliches Vermögen angesammelt und können damit über größere finanzielle Spielräume als jede andere Gruppe verfügen.

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Allein das Einkommen der über 60-Jährigen lag im Jahr 2005 bei circa 400 Milliarden Euro, was knapp einem Drittel der Kaufkraft in Deutschland entspricht.

50plus gilt als konsumkräftigste Gruppe. Sie gestalten ihr Leben aktiv, wollen sich etwas gönnen, achten auf Qualität und sind markentreuer als junge Kunden. Best Ager fühlen sich jung, sind bei weitem keine Senioren, grenzen sich aber von den jungen Erwachsenen ab.

Mit dem Älterwerden werden persönliche Interessen, Vorstellungen und Eigenarten ausgeprägter. Die mittlere und auch ältere Generation fühlt sich dabei zumeist zehn bis 15 Jahre jünger als sie tatsächlich ist, sie sieht sogar jünger aus als die vorherige Generation. Der Best Ager, der beispielsweise 55 ist, wie 48 aussieht, sich wie 42 fühlt und wie 39 verhält, ist schon heute keine Ausnahme mehr.

Best Ager sehen sich in der Mitte des Lebens und meinen, dass es nun an der Zeit sei, das Leben zu genießen. Sie wollen sich eine schöne Zeit machen - anstatt zu sparen. Es gilt das Motto: "Ich habe es mir verdient, jetzt ist es an der Zeit, dass ich es mir gutgehen lasse."

Die Weichen dafür sind gestellt: Die Kinder sind aus dem Haus, man sitzt fest im beruflichem Sattel oder befindet sich manchmal auch schon im Ruhestand. Gerade die Best Ager sind diejenigen, bei denen oftmals auch größere, frei werdende Mittel zur Verfügung stehen.

Sie sind es, die beispielsweise einen Großteil der künftigen Hinterlassenschaften erben werden - und dies sind nach einer Studie des Deutschen Instituts für Altersvorsorge immerhin zwei Billionen Euro.

Senioren kaufen die Hälfte aller Neuwagen

Mit dem Geld wissen die alten Herrschaften durchaus etwas anzufangen. Laut einer Studie von bbw Marketing Dr. Vossen & Partner kaufen Menschen über 50 Jahren auf dem gesamten europäischen Markt die Hälfte aller Neuwagen, in der Luxusklasse sogar 80 Prozent.

Bei Gesichtspflegemitteln entfallen 50 Prozent der Käufe auf diese Altersgruppe, bei Milchprodukten sind es 40 Prozent und Pauschalreisen gehen zu 35 Prozent auf das Konto der Generation 50plus.

Selbst im Bereich der Computernutzung holen die Älteren inzwischen auf, während bei jüngeren Menschen in diesem Markt kaum noch Steigerungen auszumachen sind.

Bei Banken und Sparkassen gibt es in punkto Seniorenmarkt erheblichen Nachholbedarf. So stellte die Schweizer SMC Schmidt Management Consulting bei einer Umfrage unter den Marketingverantwortlichen bei mehr als 100 Kreditinstituten fest, dass nur ein Drittel der Befragten Senioren als eine Zielgruppe mit hoher Bedeutung einstuft.

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