Das Ende eines Traditionsblatts: Der Ringier-Verlag stellt die Print-Ausgabe der wöchentlichen Wirtschaftszeitung Cash ein. Künftig werden die Wirtschaftsnachrichten nur noch über Internet, mobile Dienste und eine tägliche Gratiszeitung verbreitet.
Der Schweizer Medienmarkt ist in Bewegung. Vergangene Woche kündigte der Tamedia Verlag aus Zürich (Tages-Anzeiger) die Übernahme des Berner Konkurrenten Espace (Berner Zeitung) an.
Cash Daily: Am 28. Juni erscheint die letzte Printausgabe des Traditionsblatt. Danach gibt es Cash nur noch im Internet. (© Foto: cash.ch)
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Jetzt gibt es neue schlechte Nachrichten: Der Ringier-Verlag stellt die Print-Ausgabe der wöchentlichen Wirtschaftszeitung Cash ein - das Ende eines Traditionsblatts.
Die 2006 gestartete Multimedia-Plattform Cash Daily soll aber weiterbestehen. Künftig werden die Wirtschaftsnachrichten also nur noch über Internet, mobile Dienste und eine tägliche Gratiszeitung verbreitet, teilte Ringier mit.
Am 28. Juni wird nun die letzte Ausgabe von Cash erscheinen. Das 1989 gegründete Magazin hatte zuletzt 43.000 Abonnenten, die Auflage lag dem Geschäftsbericht zufolge 2006 sogar bei mehr als 61.000 Exemplaren - eine beachtliche Zahl für den kleinen Schweizer Markt. Profitieren von der Einstellung will die deutsche Axel Springer AG: Der Abonnentenstamm soll an drei Schweizer Springer-Titel verkauft werden, hieß es.
Über den Kaufpreis wurden keine Angaben gemacht. Laut Thomas Trüb, Ringier-Geschäftsleiter New Media, habe man die Option geprüft, Cash-Abonnenten für andere Ringier-Titel zu gewinnen. Doch der Verlag verfüge über keine vergleichbaren Wirtschaftsmedien. Abonnenten würden nicht zum Wechsel zu Springer-Magazinen gezwungen, so Trüb, sondern könnten auch ihr Geld zurückerhalten.
Demnach ist offenbar unklar, wie sehr Springer von dem Deal profitieren wird und wie viele Leser wirklich wechseln. Erst dann wird wohl auch der Preis für den Abostamm verhandelt. Die 46 betroffenen Mitarbeiter sollen bei Ringier weiterbeschäftigt werden, hieß es.
Im Januar 2007 hatte Springer-Chef Mathias Döpfner die Jean Frey AG übernommen. Die gibt alle zwei Wochen den Konkurrenztitel Bilanz heraus, der derzeit auf eine Auflage von gut 38.000 Exemplare kommt. Dazu kommt die wöchentlich erscheinende Handelszeitung (30.000 Exemplare) und das vierzehntägliche Anlegermagazin Stocks (18.000).
Cash-Abonnenten sollen zwischen diesen dreien wählen können und würden dann nahtlos weiter beliefert, heißt es bei Springer. Bezahlte Abos würden einfach weiter laufen. "Wir erwarten sowohl auf dem Leser- als auch dem Anzeigenmarkt sehr positive Auswirkungen", sagt dazu Ralph Büchi, Vorsitzender der Gruppenleitung von Handelszeitung und Jean Frey.
Die Verlage sind alte Bekannte: Springer wollte 2002 einmal Ringier, größter Verlag in der Schweiz, vollständig übernehmen, doch die Transaktion scheiterte damals in letzter Minute.
(SZ vom 1.6.2007)
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