Ein Kommentar von Björn Finke

Erst wackeln die Börsen - jetzt geben schwache Wachstumszahlen Anlass zur Sorge. Doch die Furcht um ein Ende des Booms ist unbegründet.

Zwei schlechte Nachrichten innerhalb weniger Tage: Erst müssen Notenbanken den Finanzmarkt mit Geldspritzen stützen, und nun wächst auch noch die Wirtschaft in Deutschland so langsam wie seit Ende 2005 nicht mehr.

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Container-Terminal am Hamburger Hafen. (© Foto: AP)

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Schon werden Ängste wach, die US-Kreditkrise könnte dem lang ersehnten Aufschwung ein rasches Ende bereiten. Doch ist diese Furcht unbegründet.

Schließlich kann man die schwache Konjunktur von April bis Juni schlecht mit den aktuellen Verwerfungen in Verbindung bringen. Ursache des Tempoverlusts im zweiten Quartal ist vielmehr der Einbruch am Bau.

Der milde Winter führte dazu, dass sich der Abschwung der Branche wegen der Mehrwertsteuererhöhung ins nächste Quartal verschoben hat. In der zweiten Jahreshälfte fällt diese Belastung aber weg, was für eine Beschleunigung des Wachstums spricht.

Dass die Unternehmen von April bis Juni weiter kräftig investierten, weist ebenfalls auf eine stabile Konjunktur hin. Die Daten zu Ordereingang und Exporten sind genauso erfreulich.

Die Finanzkrise kann dem Aufschwung folglich nur dann etwas anhaben, wenn sie sich stark ausdehnt: Wenn Banken derart angeschlagen sind, dass sie selbst gesunden deutschen Industriebetrieben keinen Kredit mehr geben; wenn Verbraucher und Firmen ihr Vertrauen verlieren. Davon ist Deutschland noch weit entfernt.

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(SZ Primetime vom 14.08.2007)