Während der Finanzkrise deckten sich die Anleger häufig mit Dollar ein - die Weltleitwährung galt als sicherer Hafen. Doch nun denken die Börsianer wieder um.
Der Kurs des Euro hat am Freitag nach schwachen Konjunkturdaten aus den USA kräftig zugelegt und sprang deutlich über die Marke von 1,46 US-Dollar. Im Nachmittagshandel stand die Gemeinschaftswährung bei 1,4630 Dollar, nachdem sie zuvor ein Tageshoch bei 1,4642 Dollar erreichte.
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Der Euro kostet wieder mehr als 1,46 Dollar. (© Foto: ddp)
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Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuvor noch auf 1,4537 (Donnerstag: 1,4539) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,6879 (0,6878) Euro.
"Der Devisenmarkt beginnt sich nach den Krisenmonaten wieder zu normalisieren", kommentierte der Experte Ulrich Leuchtmann von der Commerzbank die starken Kursgewinne der Gemeinschaftswährung.
US-Arbeitslosenquote auf höchstem Stand seit 1983
"Der Euro regiert auf überraschend schwache Konjunkturdaten aus den USA wieder mit Kursgewinnen." Vor allem ein enttäuschender US-Arbeitsmarktbericht beflügelte den Euro am Nachmittag. Die Arbeitslosenquote stieg auf den höchsten Stand seit 26 Jahren.
Experten sprechen von einer Trendwende, die derzeit an den Devisenmärkten zu beobachten sei. Vereinzelt würden einige Investoren zwar immer noch nach dem "alten Schema" handeln und bei enttäuschenden US-Daten auf die "Krisenwährung" Dollar setzen.
Die große Mehrheit habe aber das Kaufverhalten umgestellt und setze bei enttäuschenden US-Daten verstärkt auf den Euro, so Commerzbank- Experte Leuchtmann.
Nach den starken Kursgewinnen in den vergangenen Handelstage werde "die Luft für Gemeinschaftswährung aber immer dünner". In der kommenden Woche rechnet Leuchtmann daher nicht mit wesentlichen Kursgewinnen der Gemeinschaftswährung.
Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,91720 (0,91085) britische Pfund, 129,95 (130,78) japanische Yen und 1,5107 (1,5165) Schweizer Franken fest. Die Feinunze Gold wurde in London am Nachmittag mit 1003,50 (1004,75) Dollar gefixt. Der Kilobarren kostete 22 175 (22 325) Euro.
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(sueddeutsche.de/dpa/pak)
Jede Weltmacht in der Geschichte ist irgendwann zu groß und zu übermütig geworden, degeneriert und untergegangen. Einzig und allein die Zeiträume haben sich verändert.
Beim Römischen Reicht lagen zwischen der Anfangszeit und dem Untergang um die 1000 Jahre. In der Sowjetunion waren es 70. Bei den USA sind es, wenn man bei den Unabhängigkeitserklärung anfängt dann eben vielleicht 250 Jahre.
Ich vermute, Europa wird es eines Tages genauso gehen.
Also wenn der Euro tatsächlich zur nächsten Weltleitwährung werden sollte, dann hoffe ich inständig, daß wir Europäer nicht den gleichen Fehler machen wie die Amis:
Pseudo-Wohlstand dadurch, daß man Schulden über Schulden aufnimmt, die eigene Wirtschaft (noch) weiter abbaut, ausländische Waren mit frisch gedrucktem Geld bezahlt, ein Riesenhandelsdefizit aufbaut, und das so lange bis das ganze Kartenhaus zusammenbricht.
falls die währungsunion nochmal mit nem blauen auge durch die krise kommt, wird der dollar noch viel mehr nachgeben. hier sind dann jedoch massive rückkoppelungen durch sinkende importe zu erwarten. dann gibts ne ordentlich spirale nach unten. vieles hängt nun aber auch von der asiatischen entwicklungab. wenn man den zahlen der chinesen glauben kann, schaffen sie es halbwegs sich von der amerikanischen entwicklung abzukoppeln.