Schenken und erben Privatbank erwartet Schenkungswelle

Geschenke als vorgezogenes Erbe werden immer beliebter. Mehr als jede fünfte Schenkung von mindestens 1000 Euro wurde bisher ausdrücklich als vorweggenommene Erbschaft vergeben.

Von Marianne Körber

Geschenke als vorgezogenes Erbe werden in Deutschland immer beliebter. Mehr als jede fünfte Schenkung in Höhe von mindestens 1000 Euro wurde bisher ausdrücklich als vorweggenommene Erbschaft vergeben, wie eine Umfrage der Quirin Privatbank und des Marktforschungsinstituts YouGov ergab. Demzufolge geht es bei den Schenkungen meist um Bares, fast jedes sechste Geschenk enthielt aber auch Immobilien. Karl Matthäus Schmidt, Vorstandschef der Privatbank, resümiert auf der Homepage: "Schenkungen und Erbschaften haben in Deutschland eine exponentiell wachsende Bedeutung - nach der Erbschaftswelle wird Deutschland nun quasi von einer Schenkungswelle überrollt." Schmidt begründet das mit der zunehmenden Schenkung von Häusern und Wohnungen: "In Bayern und Rheinland-Pfalz könnte Grundbesitz laut unserer Studie künftig sogar schon in jeder zweiten Schenkung enthalten sein." Hintergrund für die Schenkungswelle sei vor allem der Wunsch, Steuern zu vermeiden, vor allem in Bayern. Den Berlinern und Saarländern sei das Steuermotiv nur halb so wichtig. Allerdings gebe es Wissenslücken. Mehr als jeder Dritte, der schon mindestens einmal ein Geschenk im Wert von mehr als 1000 Euro bekommen hat, kennt die Schenkungssteuerpflicht nicht. Und zwei Drittel der Befragten glauben, dass diese Steuerpflicht in Deutschland ohnehin von kaum jemandem beachtet wird.