RWE-Chef Jürgen Großmann will gerne voRWEggehen. Das macht er auch. Vor allem beim Strompreis. Die Begründung eines Konzernsprechers ist kreativ: "Wir sind eben ein Dickschiff."
Es ist mal wieder eine satte Strompreiserhöhung, die der RWE-Konzern seinen Kunden zumutet. Um 7,3 Prozent oder 1,5 Cent hat das Unternehmen seinen Strom ab 1. August verteuert. Und begründet das in einer Pressemitteilung "hauptsächlich" mit einer höheren Umlage aus dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) sowie gestiegenen Beschaffungskosten. Hauptsächlich, das Wort lässt viele Hintertürchen offen. Und die braucht RWE offenbar für diese Preiserhöhung.
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"voRWEggehen": RWE-Chef Jürgen Großmann vor dem RWE-Logo. Der Stromkonzern argumentiert, dass er seinen Strom alle zwei Wochen einkauft, drei Jahre im Voraus. Experten bezweifeln allerdings, dass die Beschaffungspolitik des Stromkonzerns zu wesentlich höheren Einkaufspreisen führt als bei der Konkurrenz. (© dpa)
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Es sei die erste Erhöhung sei 16 Monaten, heißt es in der Erklärung. Damit will RWE bei den betroffenen zwei Millionen Kunden offenbar für Verständnis werben.
Doch ein als Kenner des Strommarktes anerkannter Experte bezweifelt, dass die Erhöhung notwendig war. Im Gegenteil. Nach den ihm vorliegenden Daten wäre eher eine moderate Senkung der Strompreise gerechtfertigt.
Im Auftrag der Grünen-Bundestagsfraktion hat der Leverkusener Strommarkt-Experte Gunnar Harms die jüngste Preiserhöhung bei RWE genauer unter die Lupe genommen. Auf 14 Seiten schildert er haarklein, warum die nicht gerechtfertigt sein kann.
Null Verständnis
Zwei Argumente stechen heraus, die die Argumentation von RWE aufbrechen sollen: Tatsächlich sei zwar die Umlage, die sich aus dem neuen EEG ergibt, zu Beginn des Jahres gestiegen. Das aber würde nach den Berechnungen von Harms lediglich eine Steigerung um 0,7 Cent rechtfertigen. Und zweitens: Die Strompreise an der Leipziger Strombörse EEX seien seit 2008 bis heute um 30 bis 40 Prozent gesunken. Die Beschaffungskosten müssten damit für RWE sogar erheblich niedriger sein.
Unterm Strich sei der Effekt so groß, schreibt Harms, dass RWE seinen Strompreis um einen Cent hätte sinken lassen können, statt 1,5 Cent draufzuschlagen. Was dem Konzern, wie Harms schreibt, "ungerechtfertigte" Mehreinnahmen von 100 Millionen Euro sichern dürfte.
Bärbel Höhn, stellvertretende Fraktionschefin der Grünen, hat für die RWE-Preispolitik null Verständnis. "Die Preise kennen meistens nur die Richtung nach oben - auch wenn der Strom im Großhandel billiger geworden ist", sagt sie. Und die "Zeche zahlt der Verbraucher".
RWE will das so nicht auf sich sitzen lassen. Ein Sprecher der RWE Vertriebs AG erklärte im Gespräch mit sueddeutsche.de, es sei zwar richtig, dass die EEG-Umlage oberflächlich betrachtet nur 0,7 Cent Preiserhöhung gerechtfertigt hätte. Aber der Konzern gebe diese Preiserhöhung auch erst Mitte des Jahres an die Kunden wieder. Das ergebe einen höheren Preis von einem Cent.
"Wir sind eben ein Dickschiff"
Studienautor Harms habe zudem nicht bedacht, dass ein Großkonzern wie RWE anders am Markt agieren müsse als kleine Stadtwerke. "Wir sind eben ein Dickschiff", sagt der RWE-Sprecher. "Mit 100.000 Kunden kann ich auf Schnäppchen-Jagd gehen. Bei vier Millionen Kunden aber darf ich den Markt nicht erschüttern." Folge: Die Preise dürften nach oben treiben.
Sollte RWE also seinen gesamten Strombedarf in einer Tiefpreisphase an der EEX decken wollen, würden die Preise automatisch massiv steigen. Darum kaufe RWE seinen Strom alle zwei Wochen ein und für drei Jahre im Voraus. Die Beschaffungskosten ergäben sich somit aus einem Mix aus alten, hohen Preisen und neuen, niedrigen Preisen.
Kritiker Harms zweifelt an dieser Logik. Er kenne zwar die Beschaffungspolitik von RWE nicht im Detail, schreibt er. Es sei jedoch "nicht plausibel, dass diese wesentlich schlechter sein sollte" als die von ihm ermittelten Durchschnittswerte.
Ob die zwei Millionen RWE-Kunden, die den Grundpreis für Strom bezahlen, tatsächlich mehr Geld für Strom ausgeben müssen, hängt übrigens ganz von ihnen ab. Sie könnten auch einfach zu einem günstigeren Stromanbieter wechseln. Laut dem Vergleichsportal Verivox sind in Essen am RWE-Konzern-Sitz 121 Stromanbieter günstiger als RWE mit seinem Standardtarif. Selbst manche Ökostromversorger bieten billiger an.
Grünen-Politikerin Höhn kennt das Problem: "Die Wechselbereitschaft der Kunden scheint noch nicht groß genug zu sein, sonst würde die Weitergabe von Preissenkungen besser funktionieren."
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(sueddeutsche.de/pak)
DFB-Pleite gegen die Schweiz
Die kernenergie hat so viel Geld verschlungen ,jetzt sind die Prijoritäten anders gesetzt.Keiner finanziert ein Milliardenloch um ein paar ewig Kernkraft überzeugte zufrieden zu stellen und um ihren Kernenergie Arbeitsplatz zu finanzieren mit Subventionen jenseits 100.000 Euro pro Arbeitsplatz (Das übertreffen jetzt nur noch die subventionierten Arbeitsplätze der Banker!Und die Union hat sich über die Kosten der Kohle Arbeitsplätze aufgeregt!)!können sie das verstehen!auch nach den Wahlen wird sich das nicht ändern (nur sagen wird es vorher keiner, weil auch Sie wählen dürfen!)die erwirtschaftete kw/h ist mit weniger Subventionen als mit Akws billiger als ihr Traum von "billigem" Atomstrom.
Von einer „Renaissance der Atomkraft“ kann keine Rede sein. Es gibt in den
westlichen Industriestaaten bisher nur eine einzige Neubauentscheidung –
die in Finnland. In Frankreich ist der Staatskonzern EdF bisher nicht über
eine Absichtserklärung zum Bau eines neuen AKW hinausgekommen. In den
USA wurde seit 30 Jahren kein Meiler bestellt, in Deutschland seit 22 Jahren
nicht mehr, ebenso in Großbritannien und Holland. Kein EU-Land, das
bisher auf Atomkraftwerke verzichtet hat (etwa Italien, Dänemark, Österreich,
Polen), plant ernsthaft den Einstieg. Belgien und Schweden wollen
aussteigen wie Deutschland, ähnliches plant die neue spanische Regierung.
Auch nach der EU-Erweiterung verzichtet die Mehrzahl der EU-Mitgliedsstaaten
auf die kommerzielle Kernspaltung. Nicht Schweden und Deutschland
mit ihrem Atomausstieg gehen einen Sonderweg, sondern Finnland und
Frankreich.
Atomkraft ist heute nicht sicherer als vor zehn oder zwanzig Jahren. Für die
behauptete „neue Sicherheit“ von Atomkraftwerken gibt es keinen Beleg.
Der „katastrophenfreie“ Reaktor ist ein uneingelöstes Versprechen der
Atomwirtschaft seit den sechziger Jahren. Auch im Reaktortyp der neuen
Generation namens EPR ist die Kernschmelze als schwerster denkbarer
Unfall nicht ausgeschlossen. Auch auf dem Feld der atomaren Entsorgung
gibt es weltweit keine Entwicklung, die eine Renaissance oder Neubewertung
der Atomkraft rechtfertigen könnte.
Quelle Bundesministerium fürUmwelt,Naturschutz und Reaktorsicherheit
Erste Bank finanziert AKW Mochovce nicht - Kredit bleibt aber
Umweltschützer begrüßen Entscheidung, keine österreichischen Mitteln für AKW zur Verfügung zu stellen
Wien - Die Erste Bank wird sich an der Finanzierung des Ausbaus des umstrittenen slowakischen Kernkraftwerks Mochovce nicht beteiligen, hält aber ihre Teilnahme am 800-Mio.-Euro-Kredit europäischer Banken für die Stromgesellschaft Slovenske Elektrarne (SE), die auch das AKW betreibt, weiter aufrecht. Die SE teilte unterdessen ihrerseits mit, den Ausbau aus Eigenmitteln finanzieren zu wollen und dafür nicht den Bankenkredit in Anspruch zu nehmen.
"Es wird kein Geld für den Ausbau von Atomkraftwerken in der Slowakei fließen", das habe man vertraglich mit dem slowakischen Energieunternehmen klargestellt, erklärte Erste-Bank-Konzernsprecher Michael Mauritz. Für einen Ausstieg aus dem Banken-Konsortium habe es jedoch keinen Grund gegeben, so Mauritz: "Wir setzen unsere Kreditkunden nicht vor die Tür."
Die Gefahren des Europäischen Druckwasserreaktors (kurze Zusammenfassung)
-Auch der neue EPR-Reaktor ist an jedem Standort gefährlich und abzulehnen
-Auch er produziert Atommüll, der eine Million Jahre sicher gelagert werden muss.
-In jedem AKW entsteht in einem Jahr für jedes Megawatt elektrischer Leistung ungefähr die kurz- und langlebige Radioaktivität von einer Hiroshima Bombe. Bei zwei Euroreaktoren à 1600 MW ist das im Jahr die Radioaktivität von 3200 Hiroshima Bomben. Und überall, wo Menschen arbeiten, gibt es auch unvorhersehbare Fehler.
-Der Euroreaktor ist groß statt sicher. Die elektrische Leistung von 1600 Megawatt stellt nach Ansicht der Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges (IPPNW) eine Abkehr von der einst geforderten "inhärenten Sicherheit" dar. Doch um die Stromkosten nicht völlig ausufern zu lassen, setzt man bei Siemens und Areva "mehr auf supergroß als auf supersicher".
-Der EPR verfügt nicht über genügend passive Sicherheitssysteme, sondern setzt immer noch auf störanfällige Armaturen und Pumpen mit Motorantrieb, die bei einem Ausfall der Stromversorgung versagen.
"Die wesentliche Neuentwicklung des Europäischen Druckwasser-Reaktors ist ein Auffangbecken, in das - im Falle einer Kernschmelze - diese abfließen und gekühlt werden soll. Die IPPNW hält auch dieses zentrale Sicherheitssystem für nicht überzeugend. Einerseits müsste das Becken absolut trocken sein wenn sich die Schmelze darin ausbreiten soll, weil es sonst zu gefährlichen Dampfexplosionen kommen könnte. Andererseits müsste zur Kühlung der Kernschmelze diese anschließend gezielt mit Wasser bedeckt werden, was aber die gefürchteten Dampfexplosionen geradezu herbeiführen kann." (Zitat IPPNW)
-Auch für den EPR werden Menschen in Uranbergwerken und durch radioaktive Emissionen in der Umgebung von AKWs, Wiederaufarbeitungsanlagen und Urananreicherungsanlagen an Krebs erkranken und sterben.
-Der Euroreaktor als geplanter Exportartikel erhöht die Gefahr, dass neue Staaten in den Besitz von Atomwaffen gelangen. "Aus der Vergangenheit, dem Export eines AKWs an den Irak, werden keine Lehren gezogen", meint Jean-Jacques Rettig vom französischen Umweltverband CSFR. "Wer AKWs betreibt, kann auch Atombomben bauen. So gefährden EDF, EnBW, Siemens und Areva für kurzfristige Gewinne den Weltfrieden".
-Die Planungen für den EPR begannen lange vor dem 11. September 2001. Einem jederzeit möglichen Terroranschlag könnten sie ni
Benzin kommt nicht aus der Steckdose, Atomkraftwerke ersetzen kein Öl.
Um uns vom Öl unabhängiger zu machen, brauchen wir etwas anderes: Sparsamere
Motoren, neuartige Antriebstechnologien, ökologisch verträgliche
Kraftstoffe und eine insgesamt veränderte Mobilität. Erneuerbare Energien
aus Wind, Sonne, Wasser, Biomasse und Erdwärme verbunden mit Effizienzverbesserung
fossil betriebener Kraftwerke und Stromeinsparung werden
unsere Stromversorgung nachhaltiger und klimaverträglicher machen und
Schritt für Schritt die risikoreiche Kernenergie und ineffiziente
Kohlekraftwerke ersetzen.
Neue Atomkraftwerke rechnen sich für Betreiber nur, wenn der Staat ihnen
mit Subventionen kräftig unter die Arme greift oder wenn wie im Fall Finnland
Festpreise für Kraftwerksbau und Stromabnahme vereinbart werden.
Beide Voraussetzungen sind dort nicht vorhanden, wo die Strommärkte
vollständig liberalisiert sind. Die Strategie der Laufzeitverlängerung älterer
AKW bedeutet weder in den USA noch anderswo den Start in eine neue
Kernenergie-Konjunktur. Sie dokumentiert vielmehr den Versuch der Unternehmen,
mit Jahrzehnte alten und technisch überholten Investments
möglichst lange Geld zu verdienen. Dies trägt jedoch zur Verschleppung
notwendiger Investitionen in moderne Kraftwerke bei und könnte sich –
Stichwort Versorgungssicherheit - bitter rächen.
Neue Atomkraftwerke schützen das Klima nicht. Kernkraft als Mittel gegen
den Klimakollaps ist eine von interessierter Seite genährte Illusion. Selbst
wenn ab sofort weltweit alle verfügbaren Mittel in den Ausbau der Atomenergie
gelenkt würden, wäre der Effekt auf den globalen Treibhausgas-
Ausstoß marginal. Gleichzeitig würden neue Probleme von gewaltiger
Dimension geschaffen. Atomkraftwerke tragen zum verschwenderischen
Umgang mit Energie bei. Sie verhindern oder verzögern den notwendigen
Umbau der Energieversorgung in Richtung Effizienz und Nachhaltigkeit.
Quelle Bundesministerium fürUmwelt,Naturschutz und Reaktorsicherheit
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