Von Markus Zydra

Bei Aktieninvestments können Währungsrisiken nur bedingt abgefedert werden. Bei Rohstoffen besteht die Möglichkeit, sich durch Zertifikate zu schützen.

Jeder Trend erzeugt einen Gegentrend. Die Wende im Euro-Dollar-Wechselkurs mag zu diesem Zeitpunkt überraschend kommen, aber dass es mit der Euro-Stärke nicht ewig weitergehen konnte, durfte man erwarten. Jeder Markt hat einen Höhepunkt. Nun gelten also für die nächste Zeit neue Koordinaten für internationale Investments mit Dollar-Anbindung. Anleger sollten folgende Punkte beachten:

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Ölpumpe in Oklahoma: Der teure Dollar macht viele Rohstoffe billiger. (© Foto: dpa)

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Fonds Prinzipiell gilt, dass es keine Rolle spielt, in welcher Währung ein Fonds notiert. Die meisten Aktienfonds gibt es in mehreren Währungen - beispielsweise in Dollar und in Euro - doch die Zeichnung der Euro-Anteile bringt keine Absicherung.

Entscheidend ist, in welchen Märkten ein Fonds sein Geld investiert. Fließt das Geld in amerikanische Aktien, kommt das Währungsrisiko zum Tragen, denn die Fondsgesellschaft rechnet den Wert der Aktien, die in Dollar gehalten werden, täglich in die Fondswährung - Euro - um.

Aktuell bedeutet das bei einem stärker werdenden Dollar: Steigt der Kurs einer US-Aktie, gibt es bei der Umrechnung in Euro noch einen Aufschlag. In den vergangenen Monaten war es genau umgekehrt. Der schwache Dollar führte dazu, dass Gewinne aus steigenden US-Aktienkursen in Euro gerechnet geringer ausfielen. Beispiel: Eine amerikanische Aktie kostet 100 Dollar. Bei einem Wechselkurs von 1,50 Dollar je Euro ist die Aktie 66,66 Euro wert. Notiert der Dollar stärker, zum Beispiel bei 1,40 Dollar je Euro, dann kostet dieselbe Aktie 71,42Euro - obwohl sich der Kurs der US-Aktie nicht bewegt hat.

Anleger können das Währungsrisiko vermeiden, wenn der Anleger einen Investmentfonds kauft, der ausschließlich in Europa oder Euroland investiert. Doch auch hier gibt es in dieser globalen Welt eine Einschränkung. Unternehmen wie BASF und Daimler exportieren ihre Produkte in den Dollarraum. Sie erzielen bei einem schwachen Dollar dort geringere Umsätze in Euro.

Entweder werden die Produkte für den US-Konsumenten teurer, was die Nachfrage bremst. Oder aber - wenn die Produkte in den USA gefertigt werden - sinkt der Wert der Dollarumsätze. Das bedeutet weniger Gewinn und einen sinkenden Aktienkurs. Das gilt für alle Exportunternehmen.

Zertifikate Öl, Gold und Weizen sind mittlerweile beliebte Spekulationsobjekte für Privatanleger. Über Zertifikate ist eine Investition in diese Märkte problemlos möglich. Die meisten Rohstoffe werden in US-Dollar gehandelt.

Privatsparer können sich gegen Währungsschwankungen mit sogenannten Quanto-Zertifikaten absichern. Entscheidend für die Kosten eines Quanto-Konstruktes sind vor allem drei Faktoren: erstens der Unterschied des Zinsniveaus zwischen der Eurozone und dem Land, dessen Währung abgesichert werden soll. Zweitens der Gleichlauf zwischen Preisbewegung des Währungspaares und dem Rohstoff und drittens die Schwankungsanfälligkeit des Rohstoffpreises beziehungsweise der Währung.

Emittenten sichern die Quanto-Konstruktion am Terminmarkt nicht über Devisen-Optionen ab, sondern über Zinspapiere. "Ist das ausländische Zinsniveau höher als dasjenige in der Eurozone, kostet die Währungsabsicherung tendenziell Geld, ansonsten verdient man Geld", sagt Dirk Heß, Zertifikate-Experte bei Goldman Sachs. "Bei Rohstoffindizes und im Agrarsektor bringt eine Quanto-Absicherung derzeit rund 0,5 Prozent zusätzlichen Ertrag", so Heß. Hintergrund: Die Zinsen in den USA sind deutlich niedriger als im Euroraum.

Teuer wird eine Quanto-Absicherung, wenn der Gleichlauf zwischen Währung und Anlageobjekt stark ausgeprägt ist. "Bei Gold ist es oft so, dass ein Preisanstieg bei dem Edelmetall sofort zu einem ähnlich hohen Rückgang des Dollar gegenüber dem Euro führt. Eine solche Absicherung ist sehr teuer", so Heß. Teurer wird die Absicherung auch, wenn der Preis für Aktien, Rohöl oder Gold, in die man investiert hat, stärker schwankt als bisher.

Generell Nicht nur das Währungsrisiko entscheidet über den Erfolg einer Anlage, zuerst muss geklärt werden, ob die Region, in die das Ersparte fließen soll, gute Wachstumsaussichten besitzt. Schwache Währungen können Ausdruck einer schwachen Wirtschaft sein. In Amerika droht eine Rezession, die Bankenkrise ist nicht ausgestanden, und die Gewinnaussichten der Unternehmen sind nicht gut.

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(SZ vom 12.08.2008/jpm/jkr)