Mit "unbesicherten Geldmarktaufnahmen" wollten WDR und BR mehr aus ihren Gebühren-Millionen herausholen. Das Problem: Die Anlage erfolgte bei der Hypo Real Estate.

Mehr als sieben Milliarden Euro kassiert die Gebühreneinzugszentrale jedes Jahr von den deutschen Fernsehzuschauern. Sieben Milliarden Euro, die zu einem großen Teil für das TV-Programm oder die Bezahlung hochkarätiger Stars wie ARD-Spaßmacher Harald Schmidt ausgegeben werden. Ein gewisser Teil des Geldes wird jedoch zweckgebunden angelegt - zur Absicherung der Altersvorsorgepflichten, die auch eine öffentlich-rechtliche Rundfunkstation hat.

Hypo Real Estate, Foto: AP

Die öffentlich-rechtlichen Sender WDR und BR haben Gebühren-Millionen bei der Hypo Real Estate angelegt. (© Foto: AP)

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Zwei öffentlich-rechtliche Sender, der Bayerische Rundfunk (BR) und der Westdeutsche Rundfunk (WDR) haben dafür in der Vergangenheit eine Lösung gefunden: sie haben ihre Millionen einfach zur Bank getragen. Dummerweise jedoch hieß diese Bank Hypo Real Estate.

Einem Bericht der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) zufolge hat der WDR bei der Münchener Beinahe-Pleitebank 147 Millionen Euro investiert, der BR 69 Millionen. Diese Beträge sind in einer Übersicht aus dem Herbst 2008 aufgelistet, die der Zeitung vorliegt.

Sender dementieren Leichtsinnigkeit

Damals wurden die Einlagen dem Bericht zufolge als "unbesicherte Geldmarktaufnahmen und Schuldscheine" deklariert. Inzwischen wird die krisengeplagte Bank vom Staat und einigen Banken gestützt. Das heißt: Durch die Finanzhilfen sind die Einlagen bei der HRE nun tatsächlich gesichert.

Trotzdem bleibt die Frage: Warum investieren öffentlich-rechtliche Anstalten Gebührengelder in "unbesicherte" Anlageprodukte?

Die beiden Sender weisen jegliche Leichtsinnigkeit von sich. Auf Anfrage der Süddeutschen Zeitung pocht der Bayerische Rundfunk darauf, dass die "HRE-Guthaben des BR durch den Einlagensicherungsfonds abgesichert" sind. "Der BR hat in diesem Zusammenhang keine Verluste erlitten und erwartet auch keine Verluste", sagte ein Sprecher. Derzeit betrage dieses Darlehen noch etwa 40 Millionen Euro, dieser Betrag sei um die Jahre 2004 und 2005 herum der Württembergischen Hypothekenbank gewährt worden, die damals noch nicht zur HRE gehörte, hieß es in der FAZ. "Der BR kann es sich als Anstalt des öffentlichen Rechts gar nicht leisten, an internationalen Märkten herumzuspekulieren", sagte der BR-Sprecher zur SZ.

Auch der WDR besteht der Angaben einer Sprecherin zufolge darauf, "ausschließlich in einlagengesicherte Schuldscheindarlehen" der Hypo Real Estate investiert zu haben. Die Finanzanlagen gingen auf die Jahre 2004 und 2007 zurück. "Es bestand und besteht kein Grund zur der Annahme, dass die Sicherheit dieser Anlagen nicht gewährleistet ist", sagte eine Sprecherin zu sueddeutsche.de.

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(sueddeutsche.de/tob/mimo/hgn)