Doch keine Insel der Seligen: Überraschend muss auch die Schweiz ein Rettungspaket für ihre Banken schnüren. Und in Ungarn muss die Europäische Zentralbank sogar mit fünf Milliarden Euro aushelfen.
Nun hat auch die Schweiz ein milliardenschweres Rettungspaket zum Schutz der Finanzindustrie geschnürt. Gebraucht wird es vorerst nur von der Großbank UBS, die Staatshilfe von 68 Milliarden Franken (44 Milliarden Euro) in Anspruch nimmt. Noch Anfang Woche hatten der Bankendachverband und Finanzexperten erklärt, die Schweiz stehe nach den Rettungspaketen in den USA und der EU nicht unter Zugzwang.
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Nach langem Zögern hat auch die Schweiz beschlossen, der Großbank UBS mit Finanzspritzen unter die Arme zu greifen. (© Foto: dpa)
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Die am Donnerstagmorgen von Regierung, Schweizerischer Nationalbank (SNB) und Eidgenössischer Bankenkommission (EBK) gleichzeitig bekanntgegebenen Maßnahmen wirkten deshalb wie ein Paukenschlag. Ausschlaggebend waren nach Darstellung von Eugen Haltiner, Präsident der Eidgenössischen Bankenkommission (EBK), die Zuspitzung der Liquiditätsprobleme und die Refinanzierungsschwierigkeiten der Großbanken.
Konkret vorgesprochen in Bern hat die UBS-Spitze. Der bereits vorbereitete, bisher aber geheim gehaltene Maßnahmenplan wurde umgesetzt. Er sieht Kapitalerhöhungen für die beiden Großbanken vor. Zudem richtet die Nationalbank einen Fonds ein, in den die Großbanken ihre Problemengagements auslagern können.
Altlasten können in Zweckgesellschaft ausgelagert werden
Zugegriffen hat vorerst nur die UBS. Der Bund finanziert ihre dritte Kapitalerhöhung im laufenden Jahr durch Zeichnung einer Pflichtwandelanleihe in der Höhe von sechs Milliarden Franken. Die Finanzdelegation des Parlaments stimmte am Mittwochabend zu. Mit einem Darlehen von umgerechnet knapp 62 Milliarden Franken greift der UBS zudem die Nationalbank unter die Arme. Damit wird die Übertragung der UBS-Altlasten auf eine neue Zweckgesellschaft finanziert. Die UBS kann so ihre Bilanz von Problemengagements von bis zu 60 Milliarden Dollar befreien, nachdem sie wegen des Debakels in der Subprime-Krise schon 45,4 Milliarden Franken abschreiben musste.
Der Credit Suisse wurde diese Lösung auch offeriert, wie Nationalbankpräsident Jean-Pierre Roth sagte. Sie machte davon keinen Gebrauch, beschloss aber in Absprache mit der EBK eine Kapitalerhöhung um zehn Milliarden Franken. Ein großer Teil davon kommt aus Katar.
Schutz der Sparer soll erweitert werden
Den Steuerzahler sollen die Transaktionen nichts kosten, und auch die Staatsverschuldung werde nicht steigen, erklärte die stellvertretende Finanzministerin Eveline Widmer-Schlumpf. Die Hoffnungen beruhen auf den stattlichen Zinsen, der Rückkehr der UBS in die Gewinnzone und der Erholung der Finanzmärkte. Beim Einlegerschutz beschloss die Schweizer Regierung einen zweistufigen Ausbau. In einem ersten Schritt soll er auf das EU-Niveau erhöht werden. Danach ist eine umfassende Reform geplant. Bislang beträgt die EU-weite Mindestgarantiesumme für Sparguthaben im Falle einer Bankpleite 20.000 Euro. Ein am Mittwoch in Brüssel vorgestellter Richtlinienentwurf zur Verbesserung der Einlagensicherung sieht unter anderem vor, dass alle EU-Staaten Sparguthaben bis zu einem Betrag von mindestens 50.000 Euro gesetzlich absichern müssen. Der Vorschlag muss allerdings noch von den EU-Regierungen und dem Europaparlament angenommen werden.
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Venizelos kritisiert IWF-Chefin
.... hingenommen werden.
1.) es ist die dritte Kapitalerhöhung der UBS innerhalb eines Jahres. Wer glaubt denn da, daß in dieser Bank überhaupt jemand weiß, wie die Bilanz aussieht und welche Risiken dort schlummern ? Diese Finanzgenies laufen der Entwicklung doch nur hinterher.
2.) es ist trotz Finanzkrise offensichtlich noch soviel Kapital im Umlauf, daß man damit locker spekulative Angriffe auf ungarische Staatsanleihen finanzieren kann. Mal sehen, wer das nächste Ziel dieser Hasardeure ist.
... ist für die Schweizerische Nationalbank fast schon eine Nummer zu gross. Die SNB hat nämlich "nur" 130 Mia Franken Bilanzaktiven (Gold, Devisen usw.). Daraus muss sie in erster Linie den Notenumlauf des Schweizerfrankens abdecken, das sind 50 Mia Franken. Von den restlichen 80 Mia CHF finanziert sie nun allein 60 Mia in Wertschriften-Müll.
Fast schon nicht mehr seriös das Ganze.
Vernünftig, wie die Eidgenossen vorgehen.
"Die UBS kann so ihre Bilanz von Problemengagements von bis zu 60 Milliarden Dollar befreien, nachdem sie wegen des Debakels in der Subprime-Krise schon 45,4 Milliarden Franken abschreiben musste."
Es geht mit der Pflichtwandelanleihe von 6 Mrd. Fränkli alleine darum, das Eigenkapital wieder auf eine Höhe zu führen, damit die fällige Insolvenz vermieden wird. Der Trick mit der Auslagerung aller Problemengagements hat zwar ein "Gerüchle", ist aber die einzige Möglichkeit, das Überleben der Bank zu sichern. Den Schwarzen Peter hat nun die Schweizerische Nationalbank, die mit Augenmaß und ohne Hektik diese Engagements abwickeln wird und wohl langfristig mit einer Roten Null davonkommen wird. Die Schweizer Bürger können diese Rettung nachvollziehen, 6 Mrd. Franken sind zu schultern und die USB wird dann irgendwann auch wieder Steuern zahlen und die mit der Wandelanleihe erworbenen Aktien zum heutigen Preis sind dann erheblich mehr wert und stärken das Schweizer Staatssäckel.
Ach, hätte man das doch auch so bei vielen deutschen mittelständischen Unternehmen, die sich in prosperierenden Märkten mit Ihrer Expansionsstrategie übernommen haben, so ähnlich gemacht. Die Arbeitslosenquote in Deutschland läge heute bei 3 %. :-)
Was für ein Unsinn ist hingegen das Überbrühen der gesamten Banken mit der Gießkanne. Als ob alle Banken pleite wären, wie es die Bundeskanzlerin und ihr unglückseliger Finanzminister mit Gewalt den Deutschen glauben machen will.
Wie professionell ist dieses schweizerische Krisenmanagement im Gegensatz zur EU, die mit Tricks und Bilanzfälschung versucht, die Banken vom wackelnden Steg zu helfen. Die Methoden der EU sind nur dazu angetan, daß das Misstrauen der Banken untereinander noch größer werden wird, da die den gegenseitigen Bilanzen und Geschäftsberichten überhaupt nicht mehr trauen können. Damit stoppt die EU den Kreditfluß zwischen den Banken endgültig und rettet keine einzige überschuldete Bank. Den deren Problem wird bei vergoldeten Bilanzen dann die Illiquidität werden.
Bis gestern abend meinten doch tatsächlich die meisten, die Schweiz sei "einfach besser" als der Rest der Welt, bestärkt durch, wie sich jetzt herausstellt, dumme Sprüche von Regierung, Bankenaufsicht und Nationalbank. Und von gewissen Medien schulterklopfend kolpoltiert. Nur "am Rande des Orkans" sei das Land (eben, nicht mittendrin), wie der Tagesanzeiger Zürich genüsslich titelte.
Das Erwachen heute, Donnerstag früh war umso nüchterner.
Leugnen bis zum Schluß, daß was im eigenen Laden nicht richtig läuft. Und dann? Der große Knall!
Beratungs-, selbstkritik- und veränderungsunfähig. Daran erkennt man die Nöchtegern-Capitäne der Industrie- und Finanzwelt.