Das Hilfspaket für die US-Banken steht, jetzt soll alles schnell gehen. Doch Politiker jeglicher Couleur sträuben sich gegen das Vorhaben. Scheitert der Plan in letzter Minute? Die Börsen sind verunsichert.

US-Notenbankchef Ben Bernanke hatte alles versucht: Er hatte gewarnt, geworben, gebettelt - doch der US-Senat ist noch nicht überzeugt von dem Rettungspaket für den krisengeschüttelten amerikanischen Finanzmarkt. Ist plötzlich sogar ein Scheitern möglich? Der Bankenausschuss des US-Senats hatte zuletzt ernste Bedenken an dem Hilfspaket angemeldet.

Lehman Brothers Firmensitz, AP

Wie sähe ein Finanzsystem ohne Zentralbanken aus? Soweit denken US-Finanzminister Paulson (links) und Fed-Chef Bernanke sicherlich noch nicht - sie haben derzeit ganz andere Sorgen. (© Fotos: AP, ddp, istock/Montage: sueddeutsche.de)

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Es sei in seiner derzeitigen Form "nicht akzeptabel", sagte der demokratische Ausschussvorsitzende Chris Dodd. Und selbst der ranghöchste Republikaner im Bankenausschuss, Richard Shelby, sagte, man müsse sich Alternativen ansehen. Es seien deutliche Änderungen nötig. Der republikanische Senator Jim Bunning sagte: "Dieser massive Rettungsplan ist keine Lösung. Das ist finanzieller Sozialismus und unamerikanisch." Der frühere US-Präsident Jimmy Carter kritisierte das geplante Rettungspaket als "extrem fehlerhaft".

"Schwerwiegende Konsequenzen"

Sowohl Demokraten als auch Republikaner hätten Bedenken gegen die Regierungspläne geäußert, sagte Dodd nach einer gemeinsamen Sitzung mit Finanzminister Henry Paulson in Washington. Die Regierung müsse den Rettungsplan gemeinsam mit den Parlamentariern überarbeiten. Bisher seien den Abgeordneten "keine glaubhaften Versicherungen vorgelegt worden, dass dieser Plan auch funktioniert".

Zuvor hatte Bernanke die Abgeordneten noch vor "schwerwiegenden Konsequenzen" gewarnt, sollte der Kongress dem Rettungsplan nicht zügig zustimmen. Die Finanzmärkte seien in schlechter Verfassung und Untätigkeit würde alles verschlimmern. "Wenn die Kreditmärkte nicht funktionieren, dann gehen Jobs verloren, unsere Schuldenquote wird steigen, mehr Häuser werden zwangsversteigert werden, das Bruttoinlandsprodukt wird schrumpfen", sagte Bernanke. Auch Paulson warnte, die Bankenkrise drohe "alle Teile unserer Wirtschaft" zu gefährden.

Die US-Regierung will den angeschlagenen Banken faule Kredite abkaufen. Am Mittwoch sollten Bernanke und Paulson auch vor dem Finanzdienste-Ausschuss des Repräsentantenhauses zu dem Rettungspaket aussagen. Führende Kongresspolitiker hatten zwar grundsätzliche Zustimmung geäußert, aber Schutzmechanismen auch für einfache US-Bürger eingefordert.

Lesen Sie im zweiten Teil, wie US-Präsident Bush das Hilfspaket bewirbt - und wie die Börsen auf die neue Situation reagieren.

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