Rettungspaket für die Banken Herr Ackermann, bitte zahlen

Das Volk rettet die Banken. Und wo bleibt der Beitrag der Banker? Es ist Zeit für einen neuen Solidardaritätsfonds, den die führenden Finanzmanager zahlen. Denn sie haben den Wohlstand mit wahnwitzigen Spekulationen in Gefahr gebracht.

Ein Kommentar von Ulrich Schäfer

Es ist an der Zeit, einen neuen Soli einzuführen. Einen Soli, den die führenden Finanzmanager zahlen. Denn wenn sich das deutsche Volk mit ihnen solidarisch zeigt, wenn es ihnen die Bank oder Versicherung und damit den Job rettet, sollten die Finanzmanager dazu ihren Beitrag leisten - und sich mit dem Volk solidarisch zeigen.

Sie sollten einen großen Teil ihres Einkommens opfern, auch einen Teil ihres Vermögens, und es dem Staat überlassen - zur Rettung der Banken und für all das, was der Staat sich künftig nur schwer wird leisten können. Bildung etwa. Oder Sozialleistungen.

Denn jene Finanzkonzerne, die sich seit Mitte der neunziger Jahre in das Investmentbanking gestürzt haben, in den obskuren Handel mit Derivaten, in das Zocken mit "esoterischen Finanzinstrumenten", wie sie der legendäre Spekulant George Soros nennt - diese Banken haben sich auch auf Kosten des Volks bereichert, auf Kosten des Staats, der nun dafür zahlen muss. Banken, Versicherungen und Hedgefonds haben das Finanzsystem an den Rand des Abgrunds getrieben.

Sie haben den Wohlstand, den die Deutschen (und alle Völker) aufgebaut haben - und zwar mit ehrlicher Arbeit, nicht mit wahnwitziger Spekulation - in Gefahr gebracht. Sie haben die Welt in die größte Krise seit 1929 gestürzt.

Es ist daher mehr als angemessen, dass die Großverwalter des Geldes dafür einen Preis zahlen sollen, so wie es Bundesfinanzminister Peer Steinbrück am Montag ankündigte. Die Herren des Geldes werden sich nicht davonmachen können mit der Spende für einen Kindergarten oder eine Kirchengemeinde. Sie sollten stattdessen einen Soli entrichten.

Einen Solidaritätsbeitrag zu ihrer eigenen Rettung. Sie sollten dies selbst dann tun, wenn sie kein Geld aus Steinbrücks Fonds bekommen und damit nicht unter die strikten Gehaltsgrenzen fallen, die die Regierung allen geretteten Instituten auferlegen will. Andernfalls werden die Finanzmanager den letzten Rest an Vertrauen verspielen, den sie noch genießen.

Ein Soli für Finanzmanager

Man muss sich dies noch einmal klarmachen: 500 Milliarden Euro stellt die Bundesregierung bereit, oder besser gesagt: das deutsche Volk, um das Finanzsystem vor dem Zusammenbruch zu bewahren. 500.000.000.000 Euro - das reicht, um alle Hartz-IV-Empfänger mindestens fünfzehn Jahre lang zu unterstützen. 500.000.000.000 Euro - das reicht, um allen Rentnern zwei Jahre lang die Rente zu verdoppeln. 500.000.000.000 Euro - das reicht, um mehr als ein Drittel aller deutschen Staatsschulden auf einen Schlag abzutragen.

Am Ende, mag man einwenden, wird der Staat gar nicht so viel zahlen müssen. Denn nur 100 Milliarden Euro gibt er als Eigenkapital, der Rest von 400 Milliarden Euro sind Garantien, die nur fällig werden, wenn die Banken kollabieren.

Doch erstens ist es durchaus möglich, dass der Staat für einen Teil der 400 Milliarden Euro tatsächlich einspringen muss, wenn die Krise sich weiter verschlimmert. Und zweitens sind auch 100 Milliarden Euro ein gewaltiger Betrag. Deshalb sollten sich die Finanzmanager darauf verständigen, welchen freiwilligen Beitrag sie leisten können. Sie sollten einen Solidaritätsfonds auflegen. Und zwar schnell; auch die Regierung hat ihr Rettungspaket schnell geschnürt.

Lesen Sie im zweiten Teil, wie der Bankensoli konkret aussehen könnte.