Lohnende Studentenjobs und einen Ruf als Lebemann: Der ehemalige "Tagesthemen"-Anchorman Ulrich Wickert über Angst als Antrieb, peinliche Auftritte - und warum er nicht Porsche-Chef wurde.
Ulrich Wickert, 67, steht noch keine fünf Minuten vor einem Hotel in einer Seitenstraße von Regensburg, da haben ihn schon drei verschiedene ältere Damen angesprochen: "Oh, guten Morgen, Sie kenne ich doch aus dem Fernsehen!" Er nickt jedes Mal freundlich. Zwischen 1991 und 2006 wurde Wickert als Mister Tagesthemen bekannt, der seinen Zuschauern am Schluss der Sendung immer "eine geruhsame Nacht" wünschte. Inzwischen schreibt der frühere Auslandskorrespondent Sachbücher und Krimis. Eine steile Karriere für einen, der gar nicht Journalist werden sollte - sein Vater, der Diplomat und Autor Erwin Wickert, war dagegen. Auch beim Geld kriegten sich Vater und Sohn oft in die Haare.
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Ulrich Wickert: "Eins habe ich gelernt - Angst kann ein gutes Triebmittel sein." (© dpa)
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SZ: Ulrich Wickert, reden wir über Geld. Hatten Sie in Ihrem Leben mal so wenig davon, dass Sie Angst hatten, jetzt geht es nicht weiter?
Wickert: Nein. Nicht mal am Tag meines Juraexamens. Mein Vater sagte nur: Ab heute kriegst du kein Geld mehr.
SZ: Einfach so?
Wickert: Er verstand es als pädagogische Maßnahme. Er dachte, ich würde sofort mein Rechtsreferandariat beginnen, wie er es wollte.
SZ: Und, taten Sie es?
Wickert: Nein. Ich ging Skifahren. Um ihm zu zeigen, ich mach mein Ding. Obwohl ich mir dafür Geld leihen musste.
SZ: Ihr Vater wollte nicht, dass Sie Journalist werden?
Wickert: Ich sollte Diplomat werden, wie er. Wollte ich ja auch. Aber mit Anfang 20 merkte ich, in so eine Behörde, in der ich eine Beamtenleiter hochklettern muss, passe ich nicht. Das fand ich gruselig. Ich wollte frei sein und wurde wahrscheinlich aus Zufall Journalist.
SZ: War Ihr Vater enttäuscht von Ihrer Entscheidung?
Wickert: Wir hatten eine Phase, in der wir, sagen wir mal, eine große Distanz zueinander hatten.
SZ: Spätestens seit Sie 1991 anfingen, die Tagesthemen zu moderieren, kannte Sie in Deutschland jeder. Die Aufmerksamkeit ist sicher toll. Aber nervt sie auch manchmal?
Wickert: Mir war nicht klar, wie ausgeprägt es werden würde. Auf einen Schlag konnte ich nirgends mehr hin, ohne angesprochen zu werden. Am Anfang fühlte ich mich geschmeichelt. Irgendwann merkte ich, die Leute meinen nicht mich, sondern die Fernsehfigur.
SZ: Geben Sie es ruhig zu, Sie genießen es auch. Journalisten sind doch eitel.
Wickert: Nein, ich bin wirklich kein eitler Mensch. Als ich im Journalismus anfing, war das ein Beruf, den man nach Ansicht bürgerlicher Eltern nicht ergreifen sollte. Mein Vater schrieb mir damals einen Brief, ich würde einen großen Fehler machen und es später einmal bereuen.
SZ: Ihr Vater war streng mit Ihnen.
Wickert: Ich habe ihn auch oft genug geärgert. Als Student bekam ich 250 Mark, nicht gerade viel. Den Scheck musste ich jeden Monat bei ihm abholen. Er fragte dann jedes Mal, wie lange ich noch fürs Studium brauchen würde.
SZ: Wie schrecklich. Und wie haben Sie ihn geärgert?
Wickert: Ich kam immer erst so um den 10. des Monats, um das Geld abzuholen, und nicht schon am ersten. Ich wusste, dann würde er denken: Der hat das wohl nicht nötig, der Bengel.
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DFB-Pleite gegen die Schweiz
Zwischen 1965 hat der Durchschnittsarbeitnehmer etwa 9200 DM Brutto im JAHR Netto verdient. 250DM im Monat ist daher etwa 1/3 durchschnittseinkommen. Heute etwa 830€. Also nicht wenig, aber auch nicht üppig.
dürften 250 DM/Monat als Studentenbudget ein Haufen Geld gewesen sein, Herr Wickert!
ein tolles Vorbild , das für Abzocker wirbt - dz-Bank - die ihre inhaberschulverschreibungen auf Schrottniveau abgewertet hat! - Was einer Enteignug entspricht - aber Geld stinkt bekanntlich ja nicht, zumindestens nicht wenn es in Wickerts Tasche landet!
Kollektive Kultur. In Deutschland. Und eben das muss uns Ulrich Wickert noch beibringen.
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