Reden wir über Geld: Sven Väth "Auch die Deutsche Bank feiert bei uns"

SZ: Vor sieben Jahren wagten Sie sich nochmal in die Selbständigkeit, mit einem Restaurant in Ihrem Club in Frankfurt, den Sie wieder Cocoon nannten. Welche Zielgruppe hatten Sie im Kopf?

Väth: Ich wollte Leute meines Alters in den Club bekommen. Und das geht nur über den Gaumen. Auf meinen Reisen wurde ich ja selbst zum Feinschmecker. Ich probierte die japanische, italienische und südamerikanische Küche aus.

SZ: Ihr Restaurant führt dank des Kochs Mario Lohninger sogar einen Michelin-Stern. Woher kennen Sie sich?

Väth: Aus New York, 1996. Er wollte ein Autogramm von mir.

SZ: Ihr Koch ist ein Fan?

Väth: Genau. Mario steckte mir seine Visitenkarte zu und sagte, ich solle zu ihm ins "Danube" zum Essen kommen, ich nahm das erst gar nicht so recht wahr. Als ich einmal bei Hans Haas im Münchner "Tantris" aß, fragte der mich nach Mario. Also ließ ich mich beim nächsten New-York-Besuch von ihm bekochen - und wurde zum Fan von Mario.

SZ: Wie kam es zur Zusammenarbeit?

Väth: An seinem Geburtstag vor sieben Jahren begegneten wir uns, beide schon ziemlich angetrunken. Da traute ich mich zu fragen, ob er nach Frankfurt kommen wolle. Er so: Meinst Du das jetzt ernst oder was?

SZ: Sie waren ja total betrunken.

Väth: Eben. 14 Tage später kam er nach Frankfurt und guckte sich den Club an.

SZ: Und tauschte Manhattan gegen Frankfurter Industriegebiet?

Väth: Ja, es war eine Megaentscheidung. Er hatte sich in New York ja zwei Sterne erkocht bei David Bollé im "Danube", eigentlich wollte er dort sein eigenes Restaurant aufmachen. Dass er stattdessen zu mir nach Frankfurt-Fechenheim kam, ist schon - wow, überwältigend.

SZ: Der Cocoon Club hat mehr als acht Millionen Euro gekostet. Was macht einen guten Club aus?

Väth: Das Herzstück ist die Anlage, sie war auch das teuerste. Um sie baut sich der heilige Dancefloor auf. Die Anlage ist die Kanzel ...

SZ: ... und Sie der Gott?

Väth: Na ja, der DJ.

SZ: Und wer sind Ihre Jünger?

Väth: Das Publikum ist bunt durchmischt, jung, alt, abgefuckt und schick. In der Tiefgarage parken manchmal Audis und Bentleys. Vor kurzem waren Leute von der Europäischen Zentralbank da, die machten bei uns ihre Weihnachtsfeier. Auch Goldman Sachs und die Deutsche Bank feiern bei uns.

SZ: Wie lang machen Sie noch weiter?

Väth: Keine Ahnung! 20 Jahre?