SZ: Welche Leute arbeiten bei Ihnen?
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Chouinard: Nur eine Handvoll hat einen Wirtschaftsabschluss. Ich will keine Business-School-Streber. Bei mir arbeiten Soziologen, Biologen, Chemiker.
SZ: Was muss jemand haben, damit Sie ihn einstellen?
Chouinard: Sie müssen kreativ sein. So wie er hier (zeigt auf seinen PR-Berater Holger Bismann, der neben ihm sitzt). Wissen Sie, wie er aus Ost-Deutschland fliehen wollte? Er versuchte mit einem Trampolin über die Mauer zu springen!
Bismann: Es hätte geklappt. Zusammen mit einem Freund übte ich das tausend Mal. Aber er musste unbedingt seine Freundin mitbringen und die hat es nicht gepackt. Wir wollten dann über die ungarische Grenze. Dort wurden wir geschnappt und mussten ins Gefängnis.
Chouinard: (amüsiert sich köstlich) Solche Leute stelle ich ein!
SZ: Sie verdienen Millionen. Was machen Sie mit all dem Geld?
Chouinard: Ich habe so viel, das brauche ich gar nicht. Also gebe ich die Hälfte meines Verdienstes an gemeinnützige Organisationen.
SZ: Für was geben Sie Geld sonst aus?
Chouinard: Ich brauche nicht viel. Ich kaufe meine "Organic Jeans" für 15 Dollar bei Wal Mart. Ich bin sparsam.
SZ: Stimmt es, dass Sie Ihren Kindern verboten haben, vor dem Essen die Hände zu waschen, um Wasser zu sparen?
Chouinard: Ja, und ich hatte recht. Kinder müssen mit Dreck in Berührung kommen, sonst sind sie gegen jeden Dreck allergisch. Meine Kinder mussten auch überfahrene Tiere essen, die schmeißt man nicht einfach weg.
SZ: Gibt es andere Firmen, die Sie um Rat fragen, wie man nachhaltig wirtschaften und gleichzeitig wachsen kann?
Chouinard: Klar, ich würde auch Exxon Mobil beraten, grüner zu werden. Aber ich bin davon überzeugt, dass man das Patagonia-Konzept keiner anderen Firma überstülpen kann. Man muss mit dem ersten Mitarbeiter, den man einstellt, anfangen. Ich habe heute das Glück, dass ich für einen Job unter 900 Bewerbern den besten aussuchen kann.
SZ: Viele Europäer glauben, dass Amerika unter der Obama-Regierung grüner wird. Eine naive Vorstellung?
Chouinard: Ich befürchte ja. Die Mehrheit der Amerikaner schert sich nicht um die Umwelt. Es gab vor kurzem eine Umfrage, was den Menschen wichtig ist: Da rangiert die Rettung des Planeten auf Platz 19. Wie kann ich da optimistisch sein, dass sich etwas ändert?
SZ: Warum geben Sie nicht auf?
Chouinard: Weil es kein Geschäft gibt, das man auf einem toten Planeten machen kann. Wir alle müssen es endlich kapieren: Unser Shareholder ist die Erde.
Das Buch: Yvon Chouinard, "Lass die Mitarbeiter surfen gehen!", Redline Verlag, 280 Seiten, 24,90 Euro.
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(SZ vom 30.10.2009/tob)
Union debattiert über Familienpolitik
Also verkaufen kann man solches "Fallwild" allenfalls in den eher seltenen Einzelfällen in denen das Stück nicht frontal vom Verkehr erfaßt wurde bzw. erst bei der Nachsuche erlegt werden konnte.
Selber verzeheren würde ich Fallwild durchaus, sobald es frisch genug aufgefunden worden ist. Aber mich würden halt im Gegensatz zu einem Koch oder Konsumenten auch stärkere Verfärbungen des Wildbrets nicht weiter stören.
Überfahrene Tiere essen ist überhaupt nicht "krass". Was meinst du was Förster mit Rehwild oder Säuen machen? Die werden an örtliche Restaurants verkauft, oder selbst verspeist. Schmeckt nicht anders als ein selbst erlegtes Tier.
Wenn 3/4 der Rechtsabteilungen und anderer Business-Kasper abwesend sind und die Praktiker und Unternehmer das Steuer in die Hand nehmen, kann sowas durchaus funktionieren. Leider haben die ganzen Heissluftgebläse meistens die Oberhand.
Die Sache mit dem Händewaschen gefällt mir, wobei überfahrene Tiere doch ein wenig krass ist. Dann mal lieber bei der Jagd einen Bock aufbrechen lassen (unter Anleitung), damit die Kiddies auch sehen dass Fleisch nicht im Kühlregal wächst. Aber hier in D würd das ja die armen Kinderseelen ramponieren, dermassen mit der Realität konfrontiert zu werden.
MBA=Management by Abscence? Ha, ha, ha, suuuper, das ist ein Modell, das Schule machen könnte!