Reden wir über Geld Der Kalender des Jetsets

SZ: Sie wurden in den Jetset hineingeboren, und das erleichtert Ihnen natürlich auch, Ihre Aktivitäten wie die Fotografien zu vermarkten. Dabei zeigen Sie in letzter Zeit am liebsten Promis wie Heidi Klum, Zinédine Zidane oder Karl Lagerfeld - und auf den meisten Ihrer Fotos sind Sie auch selbst mit drauf, mehr oder weniger versteckt. .

Hohenlohe: Die Idee ist, die Welt zu reflektieren und sich selbst. Es geht eigentlich mehr um das Foto, nicht darum, die Promis herzuzeigen, auch wenn es natürlich lustig ist, wenn bekannte Gesichter auf den Fotos sind. Was den sogenannten Jetset angeht, verstehe ich mich als Beobachter. Nur als einer, der eben Zugang zum innersten Kreis hat.

SZ: Was muss jemand tun, um Zugang zum Jetset zu bekommen? Lässt sich das erkaufen?

Hohenlohe: Wirklich dazu zu gehören ist schwierig. Sie müssen auf jeden Fall immer zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein, das funktioniert so. Es sind immer die gleichen Menschen, nur die Orte, an denen sie feiern, ändern sich.

SZ: Es gibt einen Jetset-Kalender?

Hohenlohe: Die Reise beginnt in St. Moritz, Gstaad und Aspen. Da sind die Leute im Winter, an Weihnachten und im Februar. Dann sind sie auf der Antilleninsel Saint Barth oder seit Neuestem auch in Careyes, Mexiko. Das ist jetzt gerade Jetset geworden. Die Zwischensaison müssten Sie dann in Amalfi, auf Capri oder in Biarritz verbringen. Danach geht's ab nach Saint Tropez, Sardinien, Monte Carlo, Marbella. Und zwischendrin machen Sie Abstecher in die Metropolen: Paris, New York, London. Und natürlich müssten Sie zu den wichtigen Events: zur Biennale nach Venedig zum Beispiel, oder zu den Festspielen nach Salzburg.

SZ: Wie viele Menschen machen das?

Hohenlohe: Das ist eine feste Gruppe von vielleicht 3000 Leuten, da gibt es wenig Wechsel. Die sehen sich, und wissen, wer sie sind. Und dann gibt es noch welche, die zwar dabei sind, aber nicht richtig dazu gehören. Viele Oligarchen zum Beispiel.

SZ: Oligarchen gehören nicht dazu?

Hohenlohe: Man muss sich vorstellen, da tauchen einfach ein paar reiche Russen auf, protzen, was das Zeug hält, aber es kennt sie ja keiner. Wenn du nicht zufällig eine Zeitung in der Hand hast mit einem Foto, bei dem steht, das ist ein Oligarch, dann erkennt den doch kein Mensch. Andere werden in diese Kreise reingeboren, die kennt natürlich jeder. Aber manche der Russen machen das auch ganz geschickt: Die fliegen mit dem Privatjet schnell mal rüber nach Sardinien zum Billionaire's Club von Flavio Briatore und schreien laut: Wer will mitfliegen? Denen gelingt die Integration schneller (lacht).

SZ: Sie bekommen viele Heiratsanträge, hört man. Von Frauen, die Prinzessin werden wollen.

Hohenlohe: Auch deshalb, weil sie mich süß finden, hoffe ich - nicht nur wegen des Titels. Aber es gibt eben Leute, die gerne in diese Welt reinschnuppern möchten. Das kann ich verstehen. Ich wurde in diese Welt hineingeboren und deshalb weiß ich schon sehr lange, dass es bei den Reichen und Schönen so toll gar nicht ist. Dass man sich auf jeden Fall ein anderes Ziel im Leben suchen muss, um glücklich zu werden.