Interview: C. Dohmen und A. Hagelüken

Christoph Daum über den Einfluss der Millionäre im Fußball, Abenteuer bei der Geldanlage und seinen Traum, Weltmeister zu werden.

Das Vereinsgelände des 1. FC Köln ist eine Baustelle. Neben den Kränen schreitet Christoph Daum (54) über den Platz, emotional wie eh und je. Kaum ein deutscher Trainer hat es geschafft, so viele unterschiedliche Klubs aus dem Nirgendwo an die Spitze zu führen - von Stuttgart über Leverkusen bis Istanbul. Und keiner erlebte so viele Tiefen, bis hin zu der Kokain-Affäre, die ihn das Amt des Bundestrainers kostete. "Ich habe sehr viel nachgedacht", sagt Daum und lässt in fast jedem Satz spüren, dass man wieder mit ihm rechnen soll. Kommende Woche empfängt der Aufsteiger Köln den FC Bayern München.

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Fußballtrainer Christoph Daum: "Ich weiß ja gar nicht, was Lukas Podolski kostet." (© Foto: Reuters)

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SZ: Herr Daum, reden wir über Geld. Seit ein paar Jahren gibt es immer mehr dieser Millionäre, die ihr Geld in Fußballclubs stecken, Roman Abramowitsch, der SAP-Gründer Dietmar Hopp oder diese Woche Al Fahim aus Abu Dhabi bei Manchester City. Sie haben bei Austria Wien unter so einem Millionär gearbeitet, Frank Stronach. Wie ist das?

Christoph Daum: In anderen Vereinen wird immer gefragt: Was kostet das? Den Frank Stronach musste man nur überzeugen, dass ein Investment etwas bringt. Da hat man viel mehr Möglichkeiten.

SZ: Klingt ja schön.

Daum: Frank Stronach hat sich sein Vermögen hart erarbeitet. Ein Mitarbeiter von Stronachs Gesellschaft hat auf Schritt und Tritt alle Investments überwacht. Und man muss wissen, dass diese Millionäre sich von ihrem Fußball-Engagement gesellschaftliche Anerkennung erhoffen.

SZ: Ein Fußballclub als Sättigungsbeilage fürs Ego.

Daum: Dass diese Leute kommen und 15 oder 30 Millionen Euro für einen Spieler ausgeben, das ist nur eine Facette. Die investieren auch in Jugendarbeit und schaffen Strukturen, die dauerhaft was bringen. Ich sehe Dietmar Hopp oder Abramowitsch als Bereicherung.

SZ: Englische oder spanische Vereine haben Gönner wie Abramowitsch und/oder weit höhere Fernseheinnahmen - kann ein deutscher Klub überhaupt noch die Champions League gewinnen?

Daum: Nein, das ist vorbei. Da drücken wir uns die Nase an der Schaufensterscheibe platt. Heute reicht es vielleicht noch fürs Halbfinale, wenn es gut geht.

SZ: Nicht mal der FC Bayern mit seinen Star-Einkäufen hat eine Chance?

Daum: Nein. In Anbetracht der gewaltigen finanziellen Unterschiede schneidet die Bundesliga noch hervorragend ab.

Lesen Sie im zweiten Teil, warum Christoph Daum freiwillig in die zweite Liga gewechselt ist - und warum Lukas Podolski für den 1. FC Köln kein Thema ist.

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