Provisionsverbot für Versicherungsberater in den Niederlanden Der deutsche Vorschlag: Transparenz statt Verbot
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Der CSU-Europaabgeordnete im Europäischen Parlament, Markus Ferber, hält von dem Kommissionsplan nicht viel. Ferber ist Verhandlungsführer des Parlaments über das Gesetz. Seiner Meinung nach könnten provisionsabhängige Berater in schlechterem Licht erscheinen. Sein Änderungsvorschlag sieht vor, dass es ausreiche, wenn ein Vermittler seinen Kunden über die Provisionen und die Beschränkung auf ein bestimmtes Produktspektrum informiert.
"Portfoliomanagern sollte es nicht verboten sein, Anreize anzunehmen, aber diese sollten völlig transparent sein und der Kunde darüber vor Vertragsabschluss informiert werden", schrieb Ferber in seiner Stellungnahme zur Reform der Finanzmarkt-Richtlinie Mifid. Die bayerischen Volks- und Raiffeisenbanken begrüßten den Vorschlag des CSU-Politikers, der zunächst im Wirtschafts- und Währungsausschuss des Parlaments beschlossen werden muss, bevor die Verhandlungen mit den EU-Mitgliedstaaten über das Gesetzespaket beginnen können.
Deutsche Verbraucherschützer sind dagegen entsetzt: "Der Mifid-Vorschlag wird konterkariert", sagt Dorothea Mohn, Finanzexpertin der Verbraucherzentrale Bundesverband. "Die Offenlegung der Provisionen reicht nicht aus, denn obwohl schon heute Provisionen offenzulegen sind, stehen wir vor einem großen Problem von Fehl- und Falschberatung. Wir brauchen eine gesetzlich regulierte Honorarberatung, Provisionen müssen raus aus der Finanzberatung." fordert Mohn.
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Die meisten Kunden wissen zwar, dass Finanzberater Provisionen erhalten, sie unterschätzen aber häufig deren absolute Höhe: Für den Verkauf eines Aktienfonds erhält der Berater bei einer Anlagesumme von 50 000 Euro bis zu 2500 Euro Provision. Zum Vergleich: Honorarberater haben einen Stundensatz von durchschnittlich 150 Euro.
Auch der Niederländer Mahadew hält den Änderungsvorschlag des CSU-Europaabgeordneten Ferber für wenig zielführend. Die Kunden müssten den Berater direkt bezahlen, um unabhängig informiert werden zu können. Auch Großbritannien, ein Land mit starker Finanzlobby, wird bald ein Provisionsverbot im Finanzsektor einführen.