Bei Wendlingen könnte dann jene Schnellbahntrasse erreicht werden, die irgendwann unter der Schwäbischen Alb hindurch nach Ulm geführt werden soll. Finanzieren will man das Großprojekt zum Teil mit den Gewinnen, die man sich von der Bebauung des derzeitigen Bahnhofsgeländes erhofft.

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Vom Stuttgarter Bahnhofsgebäude, diesem kubisch eindrucksvollen Monument der frühen Moderne - Paul Bonatz hat es zwischen 1914 und 1927 errichtet -, würden beim Umbau nur der Turm, die Fassade zur Stadt und die dann ganz sinnlos in der Höhe schwebende zentrale Halle übrigbleiben. Der haushoch-mächtige Sockel des alten Gleisbetts mit den monumentalen Stützmauern zum Schlossgarten hin würde restlos beseitigt werden. Dagegen haben engagierte Bürger und Denkmalschützer immer schon protestiert.

Nun hat der Internationale Rat für Denkmalpflege, der die Unesco berät und im Fall Dresden/Waldschlösschenbrücke rigoros die Aberkennung des Welterbetitels gefordert hat, den Stuttgarter Bahnhof für die Welterbeliste vorgeschlagen, um das Bauwerk, das im entsprechenden Empfehlungsschreiben zu den vier wichtigsten Bahnhofsgebäuden Europas gezählt wird, vor den Umplanungen zu schützen. Dass ausgerechnet die bauhungrigen Stuttgarter Politiker sich plötzlich auf die Seite ihres Bahnhofs schlagen, ist aber äußerst unwahrscheinlich.

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  1. Irritation aus Paris
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(SZ vom 26. 11. 2009 /als)