Stuttgart soll seinen Hauptbahnhof für die Welterbeliste vorschlagen. Doch die Stadt hat anderes vor.
Dass Städte und Regionen in Deutschland wild darauf erpicht sind, in die Welterbeliste der Unesco aufgenommen zu werden, ist allgemein bekannt. Und auch, dass einige der Ortschaften, die in den feinen Kulturclub aufgenommen worden sind, hinterher heftige Schwierigkeiten mit den internationalen Denkmalschutz-Gremien bekommen haben, ist der Öffentlichkeit nicht verborgen geblieben.
Nur die Fassaden des Hauptbahnhofs blieben übrig, wenn das Projekt "Stuttgart 21" verwirklicht würde. (© Foto: ddp)
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Doch dass eine Stadt, die seit vielen Jahren ein großräumiges Stadtbau- und Verkehrsprojekt durchsetzen will, von der Unesco dazu aufgefordert wird, das prominente Gebäude, das diesen ehrgeizigen Planungen im Weg steht, bei der Unesco für die Welterbeliste anzumelden und so die eigenen baufertigen Planungen auszuhebeln, das hat es weltweit noch nie gegeben - und rückt das stolze Großprojekt "Stuttgart 21" wieder einmal in jene Zonen des Zweifels, aus denen es sich öfters schon herausmanövriert hat.
Wenn es nach dem Willen der Stuttgarter Stadt- und Landesregierung gehen würde, könnten die Bautrupps schon in diesem Winter anrücken, um den Stuttgarter Hauptbahnhof radikal umzubauen und auf einen kommerziell genutzten Gebäuderest zu reduzieren. Laut den gültigen Plänen soll der gesamte Schienenverkehr in den Untergrund verlegt und der derzeitige Kopfbahnhof in einen unterirdischen Durchfahrbahnhof umgewandelt werden.
Dessen wenige Gleise sollen im rechten Winkel zu den bisherigen Bahnsteigen den Talkessel unterqueren und anschließend im Tunnel hinauf zum Flughafen und zum Messegelände kurven, von wo sie - weiterhin unterirdisch - ins Neckartal hinüberschwenken sollen.
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die undemokratische Alternative.
Bitte kein Welterbe draus machen - sonst machen sich Leute wichtig (und dabei auch wohlhabend), die gute "Beziehungen" zur Unesco haben. Da sind viele Planungs- und Gutachteraufträge zu haben, man kriegt Schmiergelder von Architekten, deren Entwürfe sonst vom Unesco Gutachter abgelehnt werden.
Mit der Unesco hört das (deutsche) Recht auf - es wird Zeit, daß das Unesco Weltkulturerbe aufhört.
Bahnhof gut erkennen.
Mir persönlich gefällt der Stuttgarter Bahnhof nicht, hat was typisch wilhelminisches, wenig elegant und ziemlich klobig. Zugig ist er obendrein. Aber klar das ist Ansichtssache.
ja, aber... nach einem verlorenen wetlkrieg (und ber bauwut der sparkassen u.a. in den besten innenstadtlagen mit häßlichen zweckbauten) ist in den großen städten aus unserer vergangenheit nicht mehr so arg viel über, und diese kümmerlichen reste, die zum teil eh schon rekonstruktionen sind, gilt es zu erhalten. auch wenn es 'nur' 19. jahrhundert ist.
Der Stuttgarter Bahnhof ist von Außen ein wunderschönes Gebäude und die Stuttgarter wollen das entkernen.
Hier in München ist das Hauptgebäude so dermaßen häßlich, dass dringend was neues und repräsentativeres her müßte. Bei uns passiert nix.
Vielleicht sollten die Münchner den Stuttgarter ihren Hauptbahnhof abkaufen, hier wiedererrichten lassen und dann Weltkulturerbe erklären ;)
Ihr Artikel anläßlich der Anregung, den Stuttgarter Hauptbahnhof zum Weltkulturerbe erklären zu lassen - und auch der Artikel zuvor - befleißigt sich leider einer gewissen feuilletonistischen Oberflächlichkeit, welchen allen Tommys der Welt ebenfalls Anlaß gibt, oberflächliche Bemerkungen abzugeben. Nicht alles, was neu gebaut wird, ist modern, d.h. hinsichtlicher zeitgemäßer Ansprüche funktionsfähig.
Einmal mehr wird in ihrem Artikel zudem der vollkommen falsche Eindruck erweckt, die Gegner von S21 wollten keine Neubaustrecke.
Vollkommen unterbleiben die Hinweise auf die ungeklärte Finanzierung - auch der Bundesrechnungshof hat weit höhere Kosten (über 5 Milliarden) berechnet als die Initiatoren, die, noch bevor der erste Spatenstich getan ist, den über die 3.1 Milliarden Grundkosten hinausgehenden Reservefonds von 1,5 Milliarden bereits aufgebraucht haben.
Noch immer sind die Probleme, welche sich beim Bau der kilometerlangen Tunnelstrecken tatsächlich stellen werden, und welche Kosten sie verursachen werden, unbekannt, obwohl bereits an allen Ecken und Enden ein ungeheurer Kostendruck herrscht und gespart werden muß, auch an Sicherheit.
Vollkommen unterbleiben die Hinweise darauf, daß die Baukosten für S21, welche zudem auf jeden Fall eine Verschlechterung des Nahverkehrs mitbringen - der Zentrale Omnibusbahnhof muß zudem in einen Vorort Stuttgarts verlegt werden - wichtigeren Projekten wie z.B. der Rheintalstrecke, das Geld entziehen, zudem die Stuttgarter Schulen in einem katastrophal maroden Zustand verbleiben.
Sie sollten sich ein Beispiel an den Stuttgarter Zeitungen nehmen, welche jetzt auch davon abgehen, den Widerstand gegen Stuttgart 21 nur "Senioren" und Leuten, welche ihre "gutbürgerliche Ruhe nicht durch Lastwagen beeinträchtigt" sehen wollen, zuzuschieben. Es empfiehlt sich zudem ein Blick in die New York Times. in welcher S21 als "Bürokratenprojekt" kritisiert wird.
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