Hohe Gebühren, geringer Ertrag: Der DWS-Fonds "5 % Target Return 2010" ist eine Mogelpackung.
"Give me 5: Das 3 x 5-Konzept mit Zielrendite": So wirbt derzeit die größte deutsche Fondsgesellschaft und Deutsche-Bank-Tochter DWS für ihr neues Produkt "DWS 5 % Target Return 2010". Der Fonds, dessen Zeichnungsfrist bis zum 5. April läuft, soll also fünf Prozent jährlich während seiner auf drei Jahre begrenzten Laufzeit abwerfen.
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Auf den ersten Blick sieht das attraktiv aus, denn Anlagen mit vergleichbarer Sicherheit und Anlagedauer bringen derzeit deutlich weniger Rendite. Doch Vorsicht: Statt der Werbung blind zu vertrauen und überstürzt zu handeln, sollten Interessenten sich Werbe-Flyer und Verkaufsprospekt genauer anschauen. Das Kleingedruckte offenbart, um was es sich bei dem neuen DWS-Produkt wirklich handelt: um eine Mogelpackung mit einer mageren Rendite von 2,84 Prozent.
"Target Return"-Investmentansatz
Der Reihe nach: Der "DWS 5 % Target Return 2010" ist zunächst einmal ein ganz normaler Mischfonds mit begrenzter Laufzeit, bei dem der Fondsmanager in seiner Anlagepolitik über große Freiheiten verfügt. So kann er das Geld der Kunden je nach Marktlage jeweils bis zu 100 Prozent in Aktien, Schuldverschreibungen, Geldmarktpapiere oder Anteile an anderen Investmentfonds investieren.
Was den Fonds von anderen Mischfonds unterscheidet, ist das vorgegebene Ertragsziel. Der gewählte "Target Return"-Investmentansatz ist laut Verkaufsprospekt darauf ausgerichtet, eine "definierte Rendite" während eines bestimmten Zeitraumes zu erwirtschaften. Und dieses Ziel liegt erklärtermaßen bei einer jährlichen fixen Ausschüttung von 5,0 Prozent auf den Erstanteilwert von 100 Euro, also fünf Euro pro Fondsanteil.
Der Haken dabei: Selbst wenn der Fondsmanager das Ertragsziel erreichen sollte und Jahr für Jahr einen Wertzuwachs von fünf Prozent erzielt, liegt die jährliche Rendite für den Sparer keinesfalls auch bei fünf Prozent. Wird doch beim Kauf der Fondsanteile erstmal ein Ausgabeaufschlag von 3,0 Prozent fällig.
Keine Garantie
Zudem bittet die DWS zusätzlich für die Verwaltung des Vermögens zur Kasse, und zwar pro Jahr mit 1,1 Prozent vom jeweiligen Fondswert. Werden diese Kosten eingerechnet, bleibt vom avisierten 5-Prozent-Ertrag für den Kunden unter dem Strich nur noch eine Jahresrendite von dürftigen 2,84 Prozent übrig.
Es kann aber noch schlimmer kommen: Es gibt keine Garantie dafür, dass zum Laufzeitende, also 2010, der angelegte Betrag von 100 Euro je Anteil auf das Kundenkonto zurückfließt. "Der genannte Target Return- bzw. Rückzahlungswert zum Laufzeitende wird angestrebt, kann jedoch nicht zugesichert werden", heißt es im Kleingedruckten.
Bei 5,0 Prozent gedeckelt
Im Klartext: Die DWS-Experten versuchen Jahr für Jahr, das hochgesteckte 5-Prozent-Ziel und mehr zu erreichen. Läuft die Anlage besser als geplant, haben Anleger jedoch kaum etwas davon, denn die Ausschüttung ist bei 5,0 Prozent gedeckelt. Klappt es hingegen nicht so gut wie geplant, erwirtschaftet das Management zum Beispiel im dritten Jahr nur ein Plus von 3,1 Prozent, dann holt es sich das fehlende Geld für die restlichen 1,9 Prozent aus dem Fondsvermögen, um die fest zugesagten 5,0 Prozent ausschütten zu können.
Die Folge: Am Laufzeitende erhalten die Sparer von investierten 100 Euro je Anteil nur noch 98,1 Prozent, also 98,10 Euro, zurück. Und dies drückt die Rendite weiter nach unten - auf 2,24 Prozent. Nach den Modell-Berechnungen des zuständigen DWS-Fondsmanagers, Matthias Reimer, ist es zwar sehr unwahrscheinlich, dass der Rückzahlungswert von 100 Prozent knapp verfehlt und nur 98 Prozent erzielt werden. Aber ausschließen könne man dies nicht, sagt Reimer.
Zu wenig Rendite für relativ viel Risiko
Fazit: Selbst wenn sich der Fonds wie geplant entwickelt, müssen sich Anleger mit einer unterdurchschnittlichen Rendite von 2,84 Prozent abfinden. Geht hingegen die Strategie des Fondsmanagers nicht vollkommen auf, kann der Ertrag noch geringer ausfallen. Zu wenig Rendite für relativ viel Risiko.
Da bringen andere Sparangebote mit vergleichbarer Laufzeit erheblich mehr Zinsen. So werfen etwa dreijährige Banksparbriefe in der Spitze Renditen um die vier Prozent ab. Und das so angelegte Geld fließt später zu 100 Prozent zurück. Clevere Anleger sollten deshalb das Angebot der DWS links liegen lassen.
(SZ vom 24.03.2007)
Christopher Lee zum 90.
Herzlichen Glückwunsch der Süddeutschen zu Ihrer Rubrik " Produkttest ".
Ich finde eine sehr gelungene, kritische aber sachliche Information abseits der täglichen überschwemmungen mit immer mehr Geldanlageprodukten.
Es lohnt sich immer das " Kleingedruckte " zu beachten.
Nachahmenswert!