Preisvergleich in EU-Staaten Deutsche leben günstiger als die meisten Nachbarn

Die europaweite Preisvergleich zeigt: Deutsche leben billig. In fast allen Nachbarländern ist der Alltag teurer. Die krisengebeutelten Griechen hingegen kaufen nur unmerklich günstiger ein als die Deutschen, obwohl der Wohlstand in der Bundesrepublik viel größer ist.

Verbraucher in Deutschland bekommen mehr für ihren Euro als die Menschen in den meisten Nachbarländern - und das bei vergleichsweise großem Wohlstand hierzulande. Lediglich bei den osteuropäischen Nachbarn Polen und Tschechien sind die Lebenshaltungskosten niedriger als hierzulande, wie das statistische Amt der Europäischen Union berichtet (PDF-Datei), das das Preisniveau 2011 ausgerechnet hat.

Die Zahlen zeigen: Deutschland ist billig. Nur weil die Staaten Osteuropas den Schnitt drücken, liegt das Preisniveau in Deutschland im vergangenen Jahr im Schnitt um 3,4 Prozent über dem Durchschnitt der 27 EU-Länder.

Die Lebenshaltungskosten im krisengebeutelten Griechenland sind dagegen auf fast dem gleichen Niveau wie in Deutschland. Die Preise im teilweise verarmten Hellas erreichen 95 Prozent des EU-Schnitts und sind damit nur leicht billiger als in der Bundesrepublik.

Zum Vergleich: In Ländern mit ähnlichem Wohlstandsniveau, wie Österreich, die Niederlanden oder Frankreich, zahlen die Menschen etwas mehr als die Deutschen, zwischen sieben und elf Prozent müssen sie im Durchschnitt drauflegen.

Teures Dänemark, teures Luxemburg

Die teuersten EU-Länder sind Luxemburg und Dänemark, wo Verbraucher für den Kauf eines repräsentativen Warenkorbs 21,9 beziehungsweise 42,2 Prozent mehr bezahlen mussten als im EU-Durchschnitt.

Höher sind die Lebenshaltungskosten in Europa nur in den Nicht-EU-Ländern Schweiz (plus 61,8 Prozent) und Norwegen (plus 50,7 Prozent). Am günstigsten ist das Leben innerhalb der EU in Bulgarien. Dort müssen die Verbraucher nur etwa halb so viel zahlen wie im Durchschnitt aller Mitgliedstaaten.

Große Preisspannen gibt es bei Alkohol und Tabak. Die Ungarn zahlen hier am wenigsten, nicht einmal zwei Drittel des europäischen Durchschnittspreises. Am teuersten dagegen leben Raucher und Alkohol-Konsumenten in Irland: 163 Prozent des Durchschnittspreises müssen die Inselbewohner dafür hinlegen. Die große Preisspanne liegt vor allem an unterschiedlichen Steuern. Kleidung, Unterhaltungselektronik und Fahrzeuge kosten dagegen EU-weit annähernd gleich viel.

In der Statistik wurden die Preise in den 27 EU-Staaten auf Basis des Jahres 2011 verglichen. Das Lohnniveau in den jeweiligen Ländern spielte dabei keine Rolle. Generell ist das Preisniveau in vielen osteuropäischen Ländern noch relativ niedrig, allerdings sind dort auch die Löhne wesentlich geringer.