Die Patienten der Gesetzlichen Krankenversicherungen müssen schon wieder tiefer in die Tasche greifen: Auf einen Schlag sind rund 3000 Arzneimittel nicht mehr zuzahlungsbefreit.
Krankheit wird teurer: Von September an müssen gesetzlich Versicherte für viele Medikamente deutlich mehr zuzahlen. Für 3.000 weitere Arzneimittel werden für Kassenpatienten pro Packung bis zu zehn Euro Zuzahlung fällig. Darunter fallen etliche Antibiotika, Magen-Darm- und Kreislaufmittel, wie ein Sprecher der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände auf Nachfrage von sueddeutsche.de bestätigte.
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Die Patienten der gesetzlichen Krankenversicherungen müssen immer mehr Geld für Arzneimittel berappen. (© ddp)
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Die Krankenkassen benötigen Geld und streichen deshalb die Liste zuzahlungsfreier Medikamente massiv zusammen. Das Aufgeld wird von den jeweiligen Krankenkassen komplett eingestrichen.
Die Zahl der zuzahlungsbefreiten Arzneimittel nimmt drastisch ab: Von den insgesamt gut 30.000 Medikamenten auf dem Markt waren noch vor einem Jahr rund 10.000 Heilmittel zuzahlungsbefreit, mittlerweile sind es nur noch 5524 Arzneimittel.
Auch Diabetesmittel und Anti-Depressiva betroffen
Die gesetzliche Krankenkassen entgelten Arzneimittel grundsätzlich nur mit einem Festbetrag. Unterschreitet der Apothekenpreis für ein Präparat diese Obergrenze um mindestens 30 Prozent, ist das Medikament zuzahlungsbefreit. Weil die Kassen das Limit nun absenkten, erfüllen nun 3000 weitere Heilmittel nicht mehr ihre Kriterien für die Zuzahlungsbefreiung - und die Patienten müssen zahlen.
Bei rezeptpflichtigen Arzneimitteln, die nicht zuzahlungsbefreit sind, müssen die Versicherten den Konditionen nach zehn Prozent des Preises zuschießen. Allerdings ist die Eigenbeteiligung auf mindestens fünf und höchstens zehn Euro pro Packung festgelegt. Zudem ist sie durch die tatsächlichen Kosten des Medikaments gedeckelt.
Betroffen sind nach den Aussagen der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände neben Antibiotika, Magen-Darm-Präparaten und Kreislaufmitteln auch Diabetesmittel sowie Anti-Depressiva. Patienten können aber Geld sparen, wenn sie künftig nach günstigeren wirkungsgleichen Medikamenten fragen: Eine Liste der nach wie vor zuzahlungsbefreiten Arzneimittel finden Sie hier.
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(sueddeutsche.de/pak)
Bruce Springsteen in Frankfurt
Der Schlüsselsatz kommt am Schluß des Artikels: "Patienten können aber Geld sparen, wenn sie künftig nach günstigeren wirkungsgleichen Medikamenten fragen"
Da eine Begrenzung der Medikamentenpreise per "Verordnung" oder "Verhandlung zwischen Krankenkassen und Pharmaindustrie" seit Jahrzehnten nicht klappt, hilft nur das - ohnehin - wirksamste Mittel zur Preiskontrolle: DER WETTBEWERB ! Schade, dass man da erst jetzt darauf kommt, obwohl seit Ludwig Erhards Zeiten ab 1948 (weitgehende Freigabe der Preise) bewiesen ist, dass dies bestens funktioniert.
Das Fazit dieser Aktion gegen die Pharmakonzerne? Wir alle dürfen mehr zahlen! Ist das gerecht oder sinnvoll? Es wird noch mehr Pat. geben, die von der Zuzahlung befreit werden müssen und die, die an der unteren "Bemessungsgrenze " liegen, werden zur Tasche gebeten! Lieber Gott, laß uns rechtzeitig sterben (möglichst sozialverträglich) und und nicht diesem armen Land zur Last fallen - auch wenn wir zuvor 45 Jahre schwer gearbeitet haben.
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