Ausgerechnet die Privatkunden lassen die Postbank zittern: Nur durch eine Steuergutschrift rettet sich die Postbank in die Gewinnzone. Vorstandschef Klein gibt dennoch den Optimisten.

Die Postbank hat im ersten Quartal des Jahres operativ Verluste geschrieben. Vor Steuern erzielte das Unternehmen zu Jahresbeginn ein Minus von 91 Millionen Euro. Ein Jahr zuvor hatte das Institut noch einen Gewinn in Höhe von 168 Millionen Euro gemeldet. Dass die Bank am Ende, also nach Steuern, mit einem Plus von 84 Millionen Euro doch noch in der Gewinnzone landete, lag an einer Steuergutschrift.

Postbank, dpa

Operativ schrieb die Postbank im ersten Quartal Verluste. Nur dank eines Steuerertrags erreichte sie noch die Gewinnzone. (© Foto: dpa)

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Vor allem in ihrem Kerngeschäft mit Privatkunden musste die Postbank Federn lassen. In diesem Bereich ging der Gewinn vor Steuern im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um mehr als die Hälfte auf 125 Millionen Euro zurück. Grund dafür waren ein geringerer Zinsüberschuss wegen des niedrigen Zinsniveaus an den Finanzmärkten sowie gesunkene Provisionseinnahmen, weil sich Kunden mit dem Kauf von Wertpapieren und Versicherungen stark zurückhielten. Hinzu kamen Aufwendungen für die Absicherung von Baufinanzierungen der Tochter BHW Bausparkasse.

Klein: Das Schlimmste ist überstanden

Im Segment Firmenkunden schrieb die Postbank im ersten Quartal einen Verlust von 28 Millionen Euro nach einem Verlust von zehn Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Hier schlugen sich die Belastungen aus der Finanzkrise nieder, außerdem musste die Bank ihre Risikovorsorge für ausfallgefährdete Kredite erhöhen.

Vorstandschef Wolfgang Klein glaubt trotzdem, die Postbank habe das Schlimmste überstanden. "Wir sind zuversichtlich, dass wir mit dem vierten Quartal 2008 den Höhepunkt der Belastungen aus der Finanzmarktkrise bereits hinter uns gelassen haben und sich der Trend nun langsam umkehrt", sagte er. Die Gesamtbelastung werde in diesem Jahr aller Voraussicht nach weniger hoch ausfallen wie 2008 - sofern es keine weitere massive Verschlechterung an den Märkten gebe.

Zugleich warnte Klein vor vorschnellen Aufatmen: "Das Überschwappen der Finanzmarktkrise auf die Realwirtschaft wird das Bankensystem vor neue Herausforderungen stellen." Die Kernkapitalquote, die wichtigste Kennziffer zur Beurteilung einer Kapitalkraft einer Bank, lag Ende März bei 7,2 Prozent, was im internationalen Vergleich jedoch eher am unteren Ende der Bandbreite liegt.

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(sueddeutsche.de/Reuters/tob/mel)