Frankreich strebt einen Umbruch des Weltwährungssystems an: Die Regierung in Paris will die Zeit freier Wechselkurse beenden und plädiert zudem für einen flexibleren Euro-Rettungsschirm
Frankreich strebt eine Revolution des Weltwährungssystems an. Nach den Plänen der Pariser Regierung sollen die Wechselkurse der wichtigsten Währungen nicht mehr allein durch Angebot und Nachfrage auf den internationalen Devisenmärkten bestimmt werden, sondern zumindest zum Teil staatlichen Vorgaben folgen. Erarbeitet werden soll das neue System in der Gruppe der 20 führenden Industrie- und Schwellenländer (G20), deren Vorsitz Frankreich in diesem Jahr innehat. Die Staats- und Regierungschefs der G20 werden Anfang November in Cannes zu ihrem jährlichen Gipfeltreffen zusammenkommen.
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"Wenn man es Bretton Woods II nennt, soll mir das recht sein", sagt Christine Lagarde. (© REUTERS)
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Die französische Finanzministerin Christine Lagarde zeigte sich in einem Interview des Nachrichtenmagazins Der Spiegel offen dafür, die Kursschwankungen an den Devisenmärkten staatlich zu begrenzen. "Jede Idee ist willkommen, auch Bandbreiten für Wechselkurse", sagte sie. Sie sei stets vorsichtig mit allzu ambitionierten Zielen, "wenn wir aber so ein System hinkriegen und es von der Nachwelt Bretton WoodsII genannt wird, soll mir das recht sein". Das mit dem Abkommen von Bretton Woods 1944 geschaffene internationale Währungssystem fußte auf festen Wechselkursen. Weltweite Leitwährung war der mit Gold unterlegte US-Dollar. Anfang der 1970er Jahre zerbrach das Bretton-Woods-System. Die Idee von Wechselkurszielzonen war zuletzt Ende der 1990er Jahre vom damaligen Bundesfinanzminister Oskar Lafontaine verfochten worden. Vor allem die USA hatten Lafontaines Überlegungen jedoch seinerzeit strikt von sich gewiesen.
Lagarde begründete ihren Vorstoß damit, dass der weltweite Handel und die Schwellenländer besser vor Wechselkursschocks geschützt werden müssten. Zudem schichteten viele Notenbanken Teile ihrer riesigen Dollar-Reserven in den nächsten Jahren in Euro und den chinesischen Renminbi um. Dieser Übergang müsse organisiert werden, damit keine Währung plötzlich an Wert verliere.
Die Ministerin plädierte auch dafür, den bestehenden Euro-Rettungsfonds (EFSF) stabiler und flexibler zu machen. Mehr Flexibilität lasse sich zum Beispiel dadurch erreichen, dass dem EFSF der Aufkauf von Staatsanleihen angeschlagener Länder erlaubt werde. Alternativ könnten die betroffenen Länder die Papiere selbst zurückkaufen und sich dafür beim Fonds günstig Geld leihen. Der EFSF hat ein Volumen von 500 Milliarden Euro, davon steht allerdings aus technischen Gründen nur etwas mehr als die Hälfte zur Verfügung. Die Finanzminister der 17 Euro-Staaten wollen an diesem Montag in Brüssel erneut darüber beraten, wie mehr Geld flüssig gemacht werden kann. Mittelfristig soll der EFSF durch einen dauerhaften Krisenmechanismus (ESM) ersetzt werden, dessen genaues Design die EU-Staats- und Regierungschefs Ende März festlegen wollen.
Nach einem Spiegel-Bericht schlägt die EU-Kommission vor, dass der ESM ebenfalls Anleihen in einem Volumen von bis zu 500 Milliarden Euro begeben darf. Um die Mittel vollständig zur Verfügung zu haben, sollen die Euro-Staaten jedoch nicht nur für die Rückzahlung der Papiere bürgen, sondern dem Fonds echtes Eigenkapital von 100 Milliarden Euro zur Verfügung stellen. Auf Deutschland käme damit eine Summe von mehr als 20Milliarden Euro zu. Dagegen wird die vor allem von der Bundesregierung verlangte Beteiligung privater Gläubiger an Staatspleiten in dem Kommissionskonzept nur noch am Rande erwähnt. Dem Bericht zufolge sollen sich die Gläubiger, also vor allem Banken, Versicherungen und große Investmentfonds, "freiwillig" an der Sanierung der Staaten beteiligen. Ein Zwang zum Forderungsverzicht sei dagegen nur der "letzte Ausweg". Die Bundesregierung wird diesen Plänen der Kommission jedoch in den Verhandlungen der kommenden Wochen ein eigenes Konzept entgegensetzen.
Der Deutsche Bundestag soll die für die Errichtung des ESM notwendige Ergänzung der Europäischen Verträge bereits in den nächsten Wochen beschließen. Nach einem Gutachten des Wissenschaftlichen Dienstes des Parlaments könnte dafür eine Zwei-Drittel-Mehrheit der Abgeordneten nötig sein. Damit bräuchte die Koalition auch die Unterstützung von Teilen der Opposition.
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(SZ vom 14.02.2011/segi)
Anders als setzten, sechs, kann man den Vorschlag von Christine Lagarde nicht kommentieren. Betton Woods beruhte bewußt auf den Gold-Devisenstandard, da er dem Gelddrucken klare Grenzen aufzeigte, bei dem Gold von "Drucksündern" ins Ausland abfloss und durch diesen Mechanismus der Dollar als Reserve überhaupt akzeptiert wurde. Nicht umsonst mußte Nichard Nixon am 15. August 1971 das Goldfenster schießen, da sonst Amerika sein Gold verloren hätte.
Wer soll bei dem französischen Vorschlag "Drucksündern" Grenzen aufzeigen und wer kontrolliert die Geldmenge? Die BIZ? HaHa. In den letzten 10 Jahren hat sich durch unser Kreditgeld die weltweite Geldmenge verdoppelt und dass ist erst der Anfang. Mittlerweile wird seit 2006 die M3-Geldmenge in den USA nicht mehr veröffentlicht und bei diesem Vorschlag wird nur eins gelten: Wer schneller druckt, gewinnt. Es gibt für die Mächtigen dieser Welt nur noch zwei Möglichkeiten: Inflare or die. Ohne eine zwingende, regulierende Sachwertbindung wird dieser französische Vorschlag in einem weiteren weltweiten Betrug enden. Also anders ausgedückt, weiterbetrügen wie gehabt. Weiterhin steht das kreditschaffende, weltweite, fast unregulierte franktionale Bankensystem dem entgegen.
Ich kann Madam Lagarde nur eins empfehlen: Wenn man von Währungsgeschichte keine Ahnung hat, einfach mal die Fresse halten.
...das liegt daran, dass die wirklich weltfremden Spinner ohne einen Hauch von ökonomischer Kompetenz und Weitsicht die Regierungsspitzen sowie deren Berater bilden und von der nationalen Presse als Dreh- und Angelpunkt mit absoluter Deutungshoheit versehen wurden.
Wenn man als einigermaßen interessierter Mensch Merkel, Schäuble und den Großteil deren Beraterstabes zu den Themen EU-Euro-Währungskrise/Finanzkrise quatschen hört, hat man das Gefühl, einer Aufnahme aus der geschlossenen Abteilung einer Psychatrie zu lauschen. Alles, was denen einfällt, ist nationalistisch-chauvinistischer Größenwahn a la am deutschen Wesen soll die EU genesen (Was bei auch nur oberflächlicher Betrachtung der unglaublichen Vorteile, die D-Land aus der EU-Mitlgiedschaft gezogen hat, einfach nur eine Frechheit ist), konjunkturabwürgende Sparmaßnahmen für Länder, die irgendwelche albernen Verschuldungskriterien nicht erfüllen und drakonische Strafen für den Fall, dass diese konjunkturabwürgenden Maßnahmen ihren Zweck erfüllt haben. Total Verrückt.
Aber solange die Medien unsere angeblichen Krisenbewältiger abfeiern, ist der Schwachsinn weiter Tagesprogramm und Leute wie Lagarde oder Andere, die unangenehm durch Sachverstand auffallen, werden weiterhin wie Vollidioten behandelt. Schöne, neue Welt.
Bretton Woods stand und fiel mit der Möglichkeit, den Dollar zu einem aus heutiger Sicht aberwitzig niedrigen Goldkurs (31 USD/Feinunze) mit Gold zu hinterlegen. Goldbindung will heute wohl niemand mehr, weil sie den Blick der Währung verengt. Aber: Ohne eine Sachwertbindung - das kann auch die kontrolliert berechnete Wirtschaftsleistung eines Landes sein - ist eine feste Geldwertparität eine Einladun zum Schuldenmachen ohne Ausstiegschance. Schon vergessen: Griechenland leidet daran, dass der Euro anfangs verführerisch billig war und nun eine Abwertung nicht möglic ist, weil die Drachme zum Euro wurde. Das Maximum einer festen Währungsbeindung also.
wichtiger wäre ein Verbot von Wetten/Spekulationen auf:
- Nahrungsmittel
- Energie
- ÖL
Aber das käme ja nur der 3. Welt zu Gute und unsere Geldanlager können ihr Geld nichtvermehren... dann fällt das ja mal wieder aus....
...wie man die "Verschwörungstheoretiker" als Spinner abtut und am Ende trotzdem das Unvorstellbare eintritt.
Betrachtet man den Hintergrund dieser Frau, sind Ihre Vorschläge in Richtung einheitliche Weltwährung richtig einzuordnen.