Das in Deutschland für fast jede zweite Zahlung genutzte Verfahren soll durch ein teures und aufwendiges ersetzt werden.
Das in Deutschland weit verbreitete Lastschriftverfahren soll im kommenden Jahr durch ein europaweit einheitliches ersetzt werden. Dies ist eine Folge des von der EU geschaffenen einheitlichen europäischen Zahlungsraums. Auf die Unternehmen kommen damit höhere Kosten zu, die sie an die Verbraucher weitergeben dürften.
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Es ist so simpel und deshalb auch so beliebt: Millionen Kunden bezahlen mit dem Lastschriftverfahren. Was für Italiener oder Franzosen nie denkbar wäre, ist für Deutsche selbstverständlich: Dass eine fremde Firma, ohne dass die Bank des Kunden von ihm direkt informiert wird, einfach Geld vom Konto abhebt. Doch nun befürchten einige Wirtschaftsverbände das Aus für das alte Lastschriftverfahren.
Wohlfahrtsverbände in Sorge
Hintergrund sind Bestrebungen der EU, sechs Jahre nach Einführung des Euro-Bargelds auch den Zahlungsverkehr zu vereinheitlichen. Dafür gibt es das Kürzel Sepa ("Single Euro Payments Area", einheitlicher Euro-Zahlungsraum). Europas Banken haben sich bereits auf ein System bei Überweisungen geeinigt - mit neuen Kontonummern, Bankleitzahlen und Formularen. Für die nächsten drei Jahre gelten die alten Nummern und Formulare parallel weiter.
Das nächste Projekt ist nun das Lastschriftverfahren. Von November 2009 an, so will es die EU, soll es eine europaweit einheitliche Sepa-Lastschrift geben. Wichtigste Änderung: Lastschriften sollen nur noch gelten, wenn der Kunde dies per Unterschrift bestätigt.
Bisher sind Lastschriften auch ohne Unterschrift gültig. Zwar soll parallel dazu das alte System weiterbetrieben werden - doch wie lange ist unklar. Die Verbände der Versicherer, Fondsanbieter, Bausparkassen und viele Wohlfahrtsorganisationen befürchten, dass die neuen Regeln sehr rasch kommen werden. Das alte Lastschriftverfahren wäre somit in einigen Jahren erledigt.
Günstig für den Einzelhandel
Die neue Sepa-Lastschrift dagegen ist komplizierter und teurer, schimpfen die Gegner. Wer zum Beispiel im Einzelhandel per Lastschrift zahlt, also seine EC-Karte vorlegt und auf dem Bon unterschreibt, führt derzeit keine Gebühren ab. "Den Banken ist das seit langem ein Dorn im Auge", sagt Hubertus Pellengahr vom Händlerverband HDE. Lediglich wenn ein Kunde einer Lastschrift widerspricht, verlangt die Bank eine Gebühr von 8,50 Euro - und zwar direkt vom Einzelhändler.
Anders sieht es bei Zahlungen im EC-Cash-Verfahren aus, bei dem der Kunde seine Geheimzahl an der Kasse eintippt: Hier kassiert die Bank bei jeder Abbuchung drei Prozent des Umsatzes vom Händler, mindestens acht Cent. Langfristig wollten die Banken entweder EC-Cash durchsetzen, oder mit der neuen Sepa-Lastschrift kassieren - nämlich 9,3 Cent pro Zahlungsvorgang, heißt es bei den Wirtschaftsverbänden.
Zudem wäre die Umstellung auf Sepa mit Aufwand verbunden: 43 Prozent aller Zahlungsvorgänge in Deutschland basieren auf Lastschriften. Versicherer, Stromversorger, Telefonfirmen, Bausparkassen, Verlage und Fondsgesellschaften müssten ihre Kunden anschreiben und ihnen neue, Sepa-konforme Formulare zur Unterschrift vorlegen. Allein der Gesamtverband der Versicherungswirtschaft rechnet mit 4,8 Milliarden Euro Umstellungskosten. Andere Verbände kalkulieren die Kosten noch.
Außerdem sehen Wohlfahrtsorganisationen wie Rotes Kreuz oder Arbeiterwohlfahrt Probleme: Sie buchen bei insgesamt zehn bis zwölf Millionen Dauerspendern regelmäßig Geld ab - auch die Organisationen müssten die Spender anschreiben. Das bedeutet nicht nur Kosten. "Wir befürchten, dass da viele Spender abspringen könnten", sagt Willibald Geueke vom Verband Entwicklungspolitik deutscher Nichtregierungsorganisationen. Auch Spendengalas im Fernsehen wären in ihrer jetzigen Form wohl nicht mehr durchführbar.
Die Geldhäuser halten sich in der Diskussion noch bedeckt. "Wir prüfen derzeit die Umsetzung", heißt es beim Bundesverband deutscher Banken. Insider berichten, die Kreditwirtschaft sei sich nicht einig, ob und wie lange es eine Übergangszeit mit zwei Lastschriftverfahren geben soll. Die Sparkassen, so heißt es, wollten "keine kurze Übergangsfrist". Die Privatbanken dagegen schon.
(SZ vom 8.5.2008/hgn)
G8-Gipfel in Camp David
Auch das aktuelle (alte) Lastschriftverfahren erfordert eine schriftliche Erlaubnis. Das war noch nie anders. Das einige Unternehmen Lastschriften auch ohne das Vorliegen einer schriftlichen Erlaubnis einreichen ändert daran nichts. Grundlage für den Einzug von Lastschriften ist ein Inter-Bankabkommen (Lastschriftabkommen), welches eine schriftliche Erlaubnis zwingend vorschreibt. Sofern einzelne Banken ihren Kunden erlauben auch ohne schriftliche Genehmigung Lastschriften einzureichen verstoßen sie gegen dieses Abkommen.
Betrugsmöglichkeiten beim Lastschriftverfahren und Kosten für das Unternehmen (die ja wieder beim Kunden ankommen durch Preiserhöhungen) lassen sich einfach dadurch vermeiden, daß man in bar zahlt.
Auch besser für den Datenschutz: weder Bank noch Unternehmen können sich so genau merken, was der Einzelne bezahlt..
Schon wieder so ein Zinober, der von der EU kommt und uns in Deutschland nichts bringt, sondern nur kostet. Was haben wir eigentlich von dieser daemlichen EU, ausser dass wir an den Grenzen keine Paesse zeigen muessen? Was, siehe Schweiz, auch ohne EU Beitritt moeglich ist. Immer nur nervig, diese EU. Gibt's da wirklich keinen Weg raus?
Lastschriften können bis zu sechs Wochen nach Einlösen zurückgegeben werden. Wer sein Girokonto nicht regelmäßig prüft sollte vielleicht besser die Finger von allen Geldtransaktionen lassen!
P.S. Meine neue Kreditkarte American Express verlangt nun für den Auslandseinsatz der Karte 2 % Bearbeitungsgebühr, anstatt wie bisher bei Master Card 1 %!
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