Mehr oder weniger vermurkste Neubauten sind gang und gäbe. Experten zufolge betragen die Schäden 3,4 Milliarden Euro im Jahr.

Stillgelegte Rohbauten mit akuter Einsturzgefahr, undichte Dächer, feuchte Keller, falsch verlegte Rohre oder schlampig gesetzte Fenster, durch die der Wind pfeift. Mehr oder weniger vermurkste Neubauten sind gang und gäbe. Und das kostet eine Menge Ärger und Geld. Auf 3,4 Milliarden Euro werden die alljährlich festgestellten Schäden an Gebäuden geschätzt. Die Ursachen gründen meistens schon in einer fehlerhaften Planung und Ausführung, hinzu kommen Zeit- und Kostendruck. "Oft spart man sich die Schlusskontrolle, lange Austrockenzeiten oder die gesamte Koordinierung durch den Bauleiter funktioniert nicht. Dann ist von Anfang an der Hund drin", sagt Diplom-Ingenieur Jürgen Bachmann, vereidigter Sachverständiger für Schäden an Gebäuden der IHK München.

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Feuchtigkeit ist das größte Problem

In seiner fast zwanzigjährigen Praxis hat er noch keinen fehlerlosen Bau abgenommen. Am häufigsten hat Bachmann es mit Feuchtigkeitsschäden zu tun, aber er hat auch schon Rohbauten gesehen, die wegen Einsturzgefahr teilweise oder sogar ganz eingerissen werden mussten.

Unerfahrene Bauleiter

Erstaunlich dabei ist, dass angesichts der strengen Bauvorschriften so viel Schlamperei überhaupt möglich ist. Dennoch komme es vor, dass unerfahrenen Bauleitern die gesamte Leitung übertragen wird, dass nicht ausgerechnet, sondern nur noch geschätzt wird und hinterher alles falsch eingemessen ist, so Bachmann. "Einmal wurde ein Haus einfach einen Meter abweichend vom Bauplan aufgestellt und die Zufahrt wurde so schmal, dass kein Auto mehr durchfahren konnte. Daraufhin mussten die Garage abgerissen und versetzt werden."

Tipp für den Bauherren

Angesichts der Häufigkeit von Bauschäden an Neubauten rät Bachmann, die letzte Rate zurückzuhalten und sich im Vorfeld abzusichern. Etwa mit Bürgschaften oder Garantien für die Einhaltung der Gewährleistungspflicht. "Je früher ein Mangel erkannt wird, desto einfacher ist er zu beheben. Es ist daher empfehlenswert, schon während der Bauphase eine regelmäßige Qualitätskontrolle durchzuführen, am besten durch einen Fachmann. Denn: "Die meisten Bauherren sparen sich den Sachverständigen vorher, doch damit würden sie sich eine Menge Ärger sparen."

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(ed)