Einst verspotteten die Briten den Euro als "Klo-Währung", doch nun verliert ihr Pfund dramatisch an Wert. Dennoch hat der Euro auf der Insel kaum eine Chance.
Gerry Gilmore ist auf die britische Regierung von Premierminister Gordon Brown nicht gut zu sprechen. Der 65-jährige Pensionär aus London hat sich 2007 in Spanien ein Ferienhaus gekauft - und hat nun Probleme mit den Ratenzahlungen.
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Verliert zusehends an Wert: 20-Pfund-Note mit dem Konterfei der britischen Regentin Elisabeth II. (© Foto: dpa)
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"Labour ist schuld daran, dass das Pfund abgestürzt ist", klagt Gilmore. "Es ist ein Jammer mit dem Wertverlust unserer Währung. Ich habe einen Kredit in Höhe von 80.000 Euro bei einer spanischen Bank aufgenommen."
So wie ihm geht es derzeit Tausenden Briten, die sich im Ausland Immobilien gekauft haben oder dort ihren Urlaub verbringen wollen. Sie müssen die bittere Erfahrung machen, dass ihre Währung gegenüber dem Euro und dem Dollar dramatisch an Wert verloren hat.
Für Gilmore schien die Investition in Spanien vor zwei Jahren aufgrund der damaligen Stärke der britischen Währung noch ein Schnäppchen zu sein. Doch weil er für seine Pfund Sterling im Umtausch zum Euro mittlerweile deutlich weniger erhält, hat sich der Euro-Kredit für ihn erheblich verteuert. "Ich weiß nicht, wie lange ich mir mein Ferienhaus noch leisten kann", sagt Gilmore.
Ende des Verfalls vorerst nicht in Sicht
Zum Jahreswechsel ist das britische Pfund gerade noch 1,0199 Euro wert gewesen. Das ist der niedrigste Wert seit Einführung des Euro im Jahr 1999. Im vergangenen Jahre hat das Pfund gegenüber der europäischen Gemeinschaftswährung etwa ein Viertel seines Außenwerts verloren.
Ein Ende des Verfalls ist vorerst nicht in Sicht. Analysten im Londoner Finanzviertel rechnen damit, dass das Pfund bereits im Januar mit dem Euro gleichziehen wird. Gerard Lyons, Chefökonom der britischen Bank Standard Chartered, meint sogar, dass das Pfund mittelfristig an den internationalen Devisenmärkten auf 0,90 Euro abrutschen wird.
Briten mit der dicken Brieftasche im Ausland würden 2009 seltener werden, prophezeite die Londoner Zeitung Evening Standard. Das Symbol für die britische Stärke gehe "baden", meinte das Boulevardblatt Sun.
Konservative Kommentatoren schieben die Verantwortung für den Pfundabsturz vor allem der Labour-Regierung zu. Sie habe durch ihre allzu lockere Finanzpolitik und hohe Verschuldung das internationale Vertrauen in die britische Währung verspielt, lautet der Vorwurf.
Doch in erster Linie ist die Pfundschwäche ein Ergebnis der düsteren Konjunkturlage. Mehr als andere europäische Volkswirtschaften ist die Insel von der internationalen Finanzkrise betroffen.
Haus-Party ist zu Ende
Ähnlich wie in den USA konnten die Briten in der Vergangenheit auf einen beispiellosen Immobilienboom bauen. Doch nun ist die Haus-Party zu Ende. Die Folge: Immer mehr Briten stehen vor dem Bankrott. Die privaten Verbindlichkeiten sind schon jetzt im Schnitt doppelt so hoch wie auf dem europäischen Kontinent. Konsumabhängige britische Branchen verzeichneten im Dezember einen ihrer schlechtesten Monate seit der Konjunkturkrise 1990.
Jahrelang hat die boomende Banken- und Finanz-Branche in der Londoner City Investoren aus dem Ausland angezogen. Vor allem die Golfstaaten, aber auch Schwellenländer in Asien, hatten in Pfund-Anlagen investiert.
Der Vertrauensverlust in britische Finanzfirmen im Zuge der weltweiten Finanzkrise hat dagegen nun zu einem rapiden Kapitalabzug geführt. Banker im Londoner Finanzviertel sprechen von einer regelrechten Flucht aus dem Pfund, das neben Dollar und Euro bislang einer der wichtigsten Reservewährungen der Welt ist.
Hinzu kommt, dass die britische Notenbank die Leitzinsen in den vergangenen Monaten immer wieder gesenkt hat. Im Dezember kappten die Währungshüter die Zinsen auf zwei Prozent. Sie liegen damit unter dem Zinsniveau der Europäischen Zentralbank EZB.
Lesen Sie auf der zweiten Seite, warum Großbritannien 1992 das Europäische Währungssystem (EWS) verließ.
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Eurovision Song Contest
A. Mohamed A.: Oh oh:
"Ich kann mich noch erinnern, so um 2000, bekam man £300 für Rund 1000 Euro!!! Und jetzt, sind sie fast eins zu eins... "
Im Jahr 2000 lag der Wert des Euro (als Buchwährung) bei rund 0,6 Pfund. Also hätten 300 Pfund circa 500 Euro ergeben. Abgesehen davon gab es damals gar keine Euro als Bargeld.
Leider haben die Briten damals einen guten Zeitpunkt verpasst, dem Euro beizutreten. Nun ist sogar Slowenien! vor den Briten Mitglied der Eurozone.
Wenn gesagt wird, das die Briten von einem schwachen Pfund profitieren, so lässt sich sagen, das sich nach letzten Statistiken das Außenhandelsdefizit von Grossbritannien sogar noch vergrößert hat. Zudem sinkt auch dort die Industrieproduktion drastisch. An Beispielen südeuropäischer Länder aus der Vergangenheit lässt sich erkennen, das die Produktivität mit fallender Währung ebenfalls abnimmt. Keine gute Ausgangslage für Grossbritannien.
Fakt ist: die Eurozone vermittelt in der Finanzmarktkrise relative Sicherheit. Italien, Griechenland und Spanien wären höchstwahrscheinlich sehr viel schlimmer von der Krise betroffen gewesen, wenn es den Euro nicht gegeben hätte.
Ein rational denkender Homo oeconomicus kann die Vorteile und den Nutzen einer einheitlichen europäischen Währung überhaupt nicht in Frage stellen. Schließlich hat er mit den USA den besten Beweis für die Macht und den Einfluss einer einheitlichen Währung für große Wirtschaftsräume.
Spekulanten auf der anderen Seite haben natürlich mit mehreren Währungen mehr zu zocken, als mit einer einzelnen.
Die Wirtschaft in GB liegt faktisch seit Jahren am Boden - wer Erdöl und Erdgas EXPORTIERT und trotzdem ein Handelsbilanzdefizit hat, dessen Wirtschaft kann nicht gesund sein! Da können auch schöne Bankbilanzen nichts ändern.
Die Briten jetzt mit den Euros zu retten, obwohl sie alle Voraussetzungen nicht erfüllen, wäre falsch. Hoffentlich kommt niemand auf diese Idee. Und Dankbarkeit von seiten des UK zu erwarten ein Fehler.
Als das UK in die EU aufgenommen wurde, war das ein Beitrag, den "kranken Mann" Europas zu sanieren. Die Gegenleistung kam dann in Form von Maggie Thatcher.
Die Briten müssen erst verstehen, dass sie nicht besser sind als die anderen und auch nicht die besseren Lösungen haben. Brown denkt ja wohl immer noch das Gegenteil.
Vielleicht werden sie dann europafähig - dann sollte man nochmal mit ihnen reden.
der Inselurlaub wird immer billiger.
und wenn sie dann bankrott sind, können sie ja angekrochen kommen, das wäre dann eine schöne Möglichkeit die EU-Gelder neu zu verteilen und wer wieviel zu dem EU-Haushalt beiträgt
Schwere Zeiten kommen nach England!! Und das soll ich ja selbst wissen, da ich dort lebe. Ich bekommen immer mehr mit, dass ich nicht mehr so einfach hier herumposaunen kann:
"I'm from Germany!", da werden manche ganz schon .... (ihr wisst schon was ich meine!)
Ich kann mich noch erinnern, so um 2000, bekam man £300 für Rund 1000 Euro!!! Und jetzt, sind sie fast eins zu eins...
Ach, armes England, und die Jobs gehen gerade voll den Bach runter. Nichts ist mehr in der Zeitung.
Ich Wunder mich, wann die Queen den Brown mal eine Standpauke hält ...
HA HA
Paging