Penny abgeschafft Kanadier lassen Cent-Münze stecken

Es kostet 1,6 Cent, um einen Penny herzustellen - das lohnt sich nicht mehr, hat die kanadische Regierung beschlossen. Das Land schafft die kleinste Münze nun ab. Noch ist sie millionenfach im Umlauf, bald wird an der Kasse gerundet.

Die meisten Automaten akzeptieren sie nicht, bei Barkeepern und Kassierern ist sie unbeliebt, sie ist praktisch nichts wert und verursacht horrende Kosten: die Penny-Münze in Kanada. 130 Millionen Dollar musste die Regierung zuletzt dafür aufwenden, sie im Umlauf zu halten.

Noch werden 25 Millionen Exemplare ausgegeben. Doch jetzt hat die Regierung in Ottawa beschlossen, die Münze mit dem charakteristischen Ahornblatt abzuschaffen. Die Penny-Münzen sollen im Herbst letztmalig geprägt und dann abgeschafft werden, wie Finanzminister Jim Flaherty ankündigte.

Die Herstellungskosten für eine der Münzen sind laut Finanzministerium auf 1,6 Cent gestiegen, was den Staat alleine jährlich elf Millionen Dollar koste. Bis in die neunziger Jahre bestanden Pennys aus Kupfer, später wurde dann ein Zinkkern mit Kupferummantelung verwendet, um Kosten zu sparen. Noch später wurde das Zink durch Stahl ersetzt.

Preise sollen gerundet werden

Pennies - die im französischsprachigen Teil des Landes Sou oder Cenne noire genannt werden - werden allerdings weiter legales Zahlungsmittel sein. Ihr langsames Verschwinden aus dem Geldkreislauf wird aber dazu führen, dass Preise letztlich auf- oder abgerundet werden müssen. Preise sollen auf die nächste Fünf-Cent-Grenze angepasst werden. Kunden, die mit Kreditkarte zahlen, werden aber wohl weiterhin centgenau zahlen müssen.

"Wenn eine Münze so wenig Kaufkraft hat, dass die Konsumenten sie ablehnen, wegwerfen oder zu Hause horten, ohne sie jemals wieder in den Kreislauf einzubringen, ist es nur logisch, ihre Produktion einzustellen", zitiert die National Post aus dem Bericht der Genossenschaftsbank Desjardins aus dem Jahr 2007, der sich für die Abschaffung des Pennys ausgesprochen hatte und der das Finanzministerium nun letztlich gefolgt ist.

Die Experten empfehlen mittelfristig sogar eine Abschaffung der Fünf-Penny-Münze, das ist die nächsthöhere Einheit. Vorbild dafür ist Neuseeland, dass seine Ein-Cent-Münze bereits in den achtziger Jahren abgeschafft und 2009 auch das Fünf-Cent-Geldstück aus dem Umlauf genommen hat. Auch andere Länder wie Israel, die Schweiz und Brasilien haben bereits Erfahrungen mit dem Ende ähnlicher Geldstücke und dem Runden auf 5er-Werte. Und im Euro-Raum ist es Finnland, dass die Ein- und Zwei-Cent-Stücke im normalen Zahlungsverkehr nicht verwendet. Die beiden Münzen werden nur in einer ganz geringen Stückzahl geprägt, müssen allerdings von den Geschäften angenommen werden, etwa die Bürger aus anderen Euro-Ländern sie ins Land bringen.

Für Kanada ist es übrigens nicht das erste Mal, dass ein Zahlungsmittel abschafft wird: Im Jahr 2000 betraf das jedoch quasi das Gegenteil der Ein-Penny-Münze. Damals traf es den 1000-Dollar-Schein, da er häufig von Geldwäschern verwendet wurde.