Paul Wolfowitz Knausriger Weltbankchef blamiert sich in der Türkei

Neue Einsichten hat Weltbankpräsident Wolfowitz gezeigt, als er bei einem Moschee-Besuch seine Schuhe ausziehen musste. Es blieb nicht die einzige Peinlichkeit auf seiner Türkeireise.

Ein Platz in der Geschichte der Weltbank dürfte Paul Wolfowitz nach seinem Türkeibesuch sicher sein: der als sparsamster Präsident der Institution. Einer, der seinen Job, offenbar so ernst nimmt, dass er Geld auch im Privaten geizig zusammenhält

Als der 63-Jährige vor einem Besuch in der berühmten Selimiye-Moschee in Edirne die Schuhe auszog, offenbarte er nämlich nicht nur, dass er eher triste Socken trägt. Sondern auch seine Zehen, die aus Löchern lugten.

Eilig schlüpfte der frühere US-Vizeverteidigungsminister in ein Paar Pantoffeln. Doch nicht schnell genug, um Großaufnahmen zu verhindern, die obendrein noch seine fleckige Hose dokumentierten. "Der Chef des Geldes hat Löcher in den Socken", kommentierte die türkische Zeitung Hürriyet schadenfroh den Vorfall.

Nicht nur der Moscheebesuch endete für Wolfowitz mit einer Panne. Beim anschließenden Besuch des Basars leistete sich der Amerikaner eine weitere Peinlichkeit.

Wolfowitz wollte zwei Silberarmreife für seine Töchter für umgerechnet etwa 150 Euro erstehen. Als es ans Bezahlen ging, hatte er allerdings nicht genug Geld bei sich - und musste seine Leibwächter anpumpen.

Ungeachtet der blamablen Vorfälle äußerte sich Wolfowitz lobend über den Reformkurs Ankaras. "Der wirtschaftliche Fortschritt der Türkei ist beeindruckend", sagte er Medienberichten zufolge.

Für Ankara ist Wolfowitz' Urteil besonders wichtig, schließlich ist das Land der drittgrößte Kreditnehmer der Weltbank. Bis zur Jahreswende gewährte man der Türkei Darlehen von mehr als 18,5 Milliarden Dollar, damit Sozialsysteme und Verwaltung reformiert sowie Infrastruktur und Privatisierungen ausgebaut werden können.

In jüngerer Zeit wurde allerdings mit Sorge beobachtet, dass ein türkisches Gericht die Reform der Sozialsysteme um ein halbes Jahr hinausgeschoben hat.

Nach den lobenden Worten von Weltbankchef Wolfowitz, dürfte die türkische Regierung erleichtert sein - und ihm seine löchrigen Socken nachsehen.

Wolfowitz und der Socken-Fauxpas

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