Bei der Commerzbank dürfte die Liste der Finanzaufsicht Bafin besonders viel Unruhe ausgelöst haben. Droht dort ein Drama wie bei der HRE?
Bei der Commerzbank dürfte die Liste der Finanzaufsicht Bafin besonders viel Unruhe ausgelöst haben. Denn eine Frage drängt sich beim Blick auf die am Freitag bekannt gewordenen Bafin-Zahlen auf: Droht bei der Commerzbank ein Drama wie bei der Hypo Real Estate (HRE)? Zweimal hat der Bund die Commerzbank bereits gestützt, mit insgesamt 18,2 Milliarden Euro. Und laut Liste sieht die Finanzaufsicht bei dem zweitgrößten deutschen Kreditinstitut Kredite und Wertpapiere im Volumen von 101 Milliarden Euro von der Finanzkrise betroffen, die zur Hälfte bei der übernommenen Dresdner Bank liegen. Und doch sind die Zahlen kein Hinweis, dass es bei der Commerzbank ähnlich kommen könnte wie bei der HRE.
Bild vergrößern
Commerzbank-Zentrale in Frankfurt: Die Liste der Bafin dürfte hier besonders viel Unruhe ausgelöst haben (© Foto: ddp)
Anzeige
Am Beispiel der Commerzbank lässt sich zeigen, dass die Bafin-Liste interpretiert werden muss. Die Gesamtzahl von 101 Milliarden umfasst sehr unterschiedliche Vermögenswerte in der Bilanz. Gut ein Drittel sind so genannte strukturierte Finanzierungen. Das sind beispielsweise gebündelte Immobilien- oder Autokredite, die als Wertpapiere gehandelt werden. Außerdem stecken in der Summe Kredite, die Unternehmen zur Finanzierung von Übernahmen gewährt wurden, aber auch Staatsanleihen oder Kredite für den Bau von Gewerbeimmobilien.
Viele der Kredite, die hinter den teils komplexen Wertpapieren stehen, werden nicht ausfallen. Aber am Kapitalmarkt lassen sie sich derzeit nur mit teils hohen Preisabschlägen verkaufen, weil Investoren fast jedes Risiko scheuen. Deshalb müssen Banken diese niedrigeren Preise in ihre Bilanzen schreiben und Verluste buchen. Die Bafin-Zahlen können also allenfalls einen Hinweis geben, wie groß der Teil der Bilanz ist, in dem weitere Verluste entstehen können. Aber auch das tun sie nicht präzise: So weist die Commerzbank in ihrem Geschäftsbericht darauf hin, dass der "drastische Rückgang der Schiffswerte und Frachtraten" Verluste in der elf Milliarden Euro schweren Schiffsfinanzierung verursachen könne. Auch die Bafin führt diese Kategorie in ihrer Liste, setzt aber für die Commerzbank keinen Wert an.
Die Unsicherheit über die Commerzbank wird also anhalten, auch über den 8. Mai hinaus, an dem die Bank Quartalszahlen veröffentlicht. Das Misstrauen, sie müsse vielleicht noch einmal den Staat anzapfen, wird die Bank eine Weile begleiten. Dabei ist die letzte Hilfe nicht einmal genehmigt. Mit der EU-Kommission streitet der Bund seit Monaten über mögliche Auflagen.
(SZ vom 27.04.2009/lala)
Venizelos kritisiert IWF-Chefin
"Das Drama droht wohl eher den Steuerzahlern als der CoBa selbst. "
Und was machen wir da nun - Pleite gehn lassen? Hat ja bei Lehmann auch kaum folgen gehabt...
Selbst wenn der Bund nochmals mit Kapital helfen muss ist dass doch noch viel besser als nochmal unabwägbare Folgen, zumal - aber das scheint ja keinen zu kümmern - das Soffinkapital zurückgezahlt und im Gewinnfall verzinst (9,8%p.a.!) wird...
Das Drama droht wohl eher den Steuerzahlern als der CoBa selbst.
Wundern würde es mich übrigen in keiner Weise. Es würde mich eher verwundern, wenn es nicht so wäre.